Das NRV Team segelt beim zweiten Act der Deutschen Junioren-Segel-Liga auf das Podium. Leon Kähl, Leonard Kersten, Fritz Düwel und Tilman Kessling belegten vor Strande den dritten Platz unter 27 Vereinen.
Bei starkem Westwind und kräftigen Böen überzeugte die neu formierte Crew vor allem durch ihre Konstanz. Drei Siege, fünf zweite und vier dritte Plätze bedeuteten: In keinem der zwölf Rennen kam das NRV Team außerhalb der ersten drei ins Ziel. Mit 25 Punkten fehlten drei Zähler auf den zweitplatzierten Zwischenahner Segelklub und sechs auf den siegreichen Münchner Yacht-Club.
Nach zwei von vier Spieltagen lag der NRV in der Gesamtrangliste auf Rang vier – nur einen Punkt hinter den drei punktgleichen Spitzenreitern. Bevor das Saisonfinale vom 2. bis 4. Oktober auf der heimischen Außenalster ausgetragen wird, steht vom 11. bis 13. September der dritte Act auf dem Starnberger See an.
Wie das neu zusammengestellte NRV Team den windigen Spieltag erlebte, warum drei rote Flaggen noch lange kein Rennen entscheiden und weshalb vier Segler manchmal neidisch auf fünf blicken, erzählt Tilman Kessling in seinem persönlichen Bericht.
Kiel, Klappe die Zweite
Von Tilman Kessling
An diesem Wochenende stand der zweite Act der Junioren-Segel-Liga an. Es ging wieder zum Kieler Yacht-Club, dieses Mal jedoch mit einem neuen Team aus Leon Kähl, Leonard Kersten, Fritz Düwel und Tilman Kessling.
Am ersten Tag blies der Wind wie vorhergesagt kräftig aus West über die Kieler Förde. Starke Böen forderten die Crews zusätzlich. Da im Ligaformat ohne Streicher gesegelt wird, lautete unsere Prämisse zunächst, ohne große Zähler ins Wochenende zu starten. Das gelang uns trotz zweier Sonnenschüsse im ersten Rennen gut.
Im Laufe des Tages wurden wir selbstbewusster. Mit einem ersten und einem zweiten Platz in den letzten beiden Rennen des Tages – und das gegen die anderen Topteams – konnten wir zufrieden an Land gehen.
Am zweiten Tag wurden wir bei weiterhin starkem Wind angriffslustiger, starteten das erste Rennen aber prompt mit einem Dämpfer:
Pin-End berührt – Rote Flagge.
Layline zur Luvtonne, in eine knappe Lücke hinein – Rote Flagge.
Freigesegelt und gekringelt – Rote Flagge.
Noch ein Kringel wegen Verzögerung.
Trotzdem kämpften wir uns in diesem Rennen noch auf den dritten Platz vor. In den folgenden Rennen ließen wir uns nicht mehr beirren und setzten uns auf Rang drei der Spieltagswertung fest.
In Flight zwölf wurde es noch einmal richtig spannend: das letzte Rennen des Spieltags, für uns ein direktes Duell mit dem Westfälischen Yachtclub Delecke. Wir lagen in der Gesamtwertung mit einem Punkt Vorsprung auf Rang drei, hatten aber weniger erste Plätze auf dem Konto. Um unseren dritten Gesamtrang zu verteidigen, mussten wir vor dem WYD ins Ziel kommen.
Der Start lief wie immer: solider Pin-End-Start. Zunächst versackten wir jedoch gegen den WYD, dessen Crew anders als wir zu fünft segelte. Mit leichtem Rückstand rundeten wir die erste Luvtonne, halsten als Erste in die Böe und schoben uns wieder heran.
Am ersten Gate teilten sich unsere Wege. Auf der zweiten Kreuz bauten wir unseren Vorsprung leicht aus und gingen mit drei bis vier Bootslängen Abstand um die Luvtonne. Jetzt hieß es: kontrollieren.
Auf dem letzten Vorwindkurs vergrößerten wir den Abstand weiter und gingen deutlich vor dem WYD als Erste durchs Ziel. Damit stand unser dritter Platz hinter dem Münchner Yacht-Club und dem Zwischenahner Segelklub fest.
In der Gesamtrangliste liegen wir nun auf Rang vier – nur einen Punkt hinter den punktgleichen Plätzen eins bis drei. Zur Halbzeit der Junioren-Segel-Liga ist es also denkbar eng und weiterhin alles möglich. Nun folgen der Spieltag auf dem Starnberger See und das Finale bei uns auf der Außenalster.
Danke an den Kieler Yacht-Club, der bereits den zweiten Spieltag der Junioren-Segel-Liga mit vielen helfenden Händen aus der Jugend erfolgreich gewuppt hat. Unser Dank gilt auch allen, die solche Veranstaltungen ehrenamtlich ermöglichen, und allen im NRV, die dafür sorgen, dass wir bei diesen Events vorne mitsegeln können.
Ein paar Fragen bleiben allerdings über den Spieltag hinaus:
- Können wir auch etwas anderes als Pin-End-Starts fahren?
- Sind fünf Menschen an Bord vielleicht doch besser als vier?
- Schafft es Leonard beim nächsten Mal, sich an seine Abendvorsätze zu halten?
- Und wird mein Name in diesem Bericht endlich richtig geschrieben?
Anmerkung der Redaktion: Wir hoffen sehr :-)!