Ein Leben zwischen Tidenhub und Containerriesen: In der Senior Sailors Lounge gab Elblotse a. D. Klaus Schade Einblicke in den Alltag und die Verantwortung der Lotsen auf der Elbe. Vom langen Weg ins Amt über die Organisation der Lotsenbruderschaft bis hin zu den Herausforderungen im Schiffsverkehr machte er deutlich, wie anspruchsvoll und riskant die Arbeit auf dem Strom ist. Ein Bericht von Ulla Scheder Bieschin

Klaus Schade, Elblotse a.D. berichtete zunächst über den Werdegang und die berufliche Organisation eines Elblotsen: Grundlage ist das A6 Patent für weltweite Fahrt. Danach wird mehrere Jahre Praxis als Kapitän auf einem großen Frachter verlangt, bevor man sich bewerben kann. Die Lotsen sind in der Lotsenbruderschaft organisiert, intern jedoch selbstständiger Dienstleister. Sie rechnen für sich persönlich ab. Sie lösen sich gegenseitig in den Dienstzeiten ab. Der Bereich Elbe oder Hafen wird von zwei verschiedenen Lotsengruppen bearbeitet. Oft sind 2 Lotsen auf der Brücke eines Frachtschiffes tätig. 

Danach erklärte Klaus Schade die Besonderheiten des Schiffsverkehrs auf der Elbe: Da die Elbe einen Tidenhub von ca 3 m hat, wird die gesamte Tiefe für die großen Containerfrachter so genutzt: sie warten bei Cuxhaven auf die Ankunft der Flutwelle: auf deren Rücken fahren sie in angepasster Geschwindigkeit in Richtung Hamburger Hafen. Überholmanöver sind nicht möglich. Für entgegenkommende Schiffe gibt es bei Bedarf auch breitere Stellen im Flussbett, wo sie sich gut begegnen können. Urusla SchederBieschin Abweichungen von der Radarlinie ( Mitte des tiefen Fahrwassers) sind für große Schiffe oft mit dem Risiko des Aufsitzens auf Grund verbunden. Waghalsige Manöver der Sportseeschiffahrt können oft nicht mit dem Ausweichen der Containerriesen rechnen. 

Vor diesem Hintergrund brachte Klaus Schade Beispiele, wie es zu Kollisionen und größeren Unfällen auf der Elbe kam. Uns wurde die komplexe und verantwortungsvolle Tätigkeit der Lotsen mehr als deutlich- gerne hätten wir noch viel mehr von den Erfahrungen eines Lotsen hören können…. 

Wir danken Klaus Schade sehr für die Einblicke in die Erfahrungen und Erinnerungen während seiner beruflichen Tätigkeit.