Malte Winkel und Bente Batzing schließen ihre erste gemeinsame Saison mit dem deutschen Meistertitel im 470er ab. Bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft auf dem Plauer See gewann das Duo mit acht Nettopunkten. In fünf gewerteten Rennen segelten Winkel und Batzing zweimal auf Rang eins und dreimal auf Rang zwei. Theres Dahnke und Paco Melzer folgten mit fünf Punkten Rückstand, Amelie Wehrle und Riccardo Honold wurden Dritte.

33 Teams aus Deutschland, den Niederlanden und Österreich trafen bei der Meisterschaft aufeinander. Nach Platz 17 bei der Weltmeisterschaft in Japan bedeutete der Titel für Winkel und Batzing den erfolgreichen Abschluss ihrer ersten gemeinsamen Saison. In seinem Bericht erzählt Malte von schwierigen Winddrehern, Dauerregen, Böen bis 28 Knoten und einer Rückkehr an ein Revier, das er noch aus seiner Optizeit kannte.

Ein Bericht von Malte Winkel:

Nach der Weltmeisterschaft in Japan, welche wir nach einer starken Qualifikationphase auf Rang 17 beendeten, stand für uns mit der Internationalen Deutschen Meisterschaft am Plauer See der letzte gemeinsame Höhepunkt der Saison auf dem Programm. Nach den intensiven zweieinhalb Monaten Vorbereitung auf die WM war die IDM gleichzeitig unser erster gemeinsamer nationaler Saisonabschluss und ein besonders erfolgreicher dazu. 

Insgesamt traf sich in Plau ein sehr vielseitiges Teilnehmerfeld aus der deutschen 470er-Flotte. Neben einigen aktuellen Top-Teams waren zahlreiche Nachwuchssegler, erfahrene 470er-Crews und langjährige Mitglieder der Klasse am Start. Genau diese Mischung macht die Deutsche Meisterschaft für uns zu einer ganz besonderen Regatta. Vom Nachwuchs bis zu den Grandmaster-Seglern treffen hier ganz unterschiedliche Generationen und Erfahrungsstufen aufeinander. Auf dem Wasser wird um jeden Platz gekämpft, an Land steht aber genauso der gemeinsame Austausch über Boote, Trimm und die Klasse im Mittelpunkt. Für mich war die Rückkehr nach Plau zudem etwas Besonderes. Schon als Optisegler bin ich dort regelmäßig gesegelt und habe das Revier immer mit schönen Erinnerungen verbunden. Damals war Plau für mich vor allem mit der Optizeit und den Regatten dort verbunden – und auch heute hat der See nichts von seinem besonderen Charakter verloren. Gleichzeitig hat er uns wieder gezeigt, dass man sich auf dem Plauer See nie zu sicher sein darf: Winddreher von rund 20 Grad machten die taktische Seite der Meisterschaft anspruchsvoll. Auch die Wetterbedingungen sollten die Meisterschaft prägen. Bereits im Vorfeld war eine starke Regen- und Windfront angekündigt, trotzdem konnte die Wettfahrtleitung am ersten Tag direkt drei Rennen ansetzten. 

Für uns hätte der Auftakt kaum besser laufen können. Mit zwei Rennsiegen in Folge übernahmen wir früh die Führung und konnten damit direkt ein erstes Ausrufezeichen setzen. Auch im dritten Rennen blieben wir vorne dabei und gingen als Führende in den zweiten Wettfahrttag. Dort wurde es dann zunehmend ungemütlich. Eine massive Regenfront zog über Norddeutschland, bei schlechter Sicht und starkem Dauerregen konnten dennoch zwei weitere Wettfahrten gesegelt werden. Auch unter diesen schwierigen Bedingungen bestätigten wir unsere Leistung und verteidigten die Gesamtführung. In der Nacht zum Samstag zog schließlich ein heftiges Sturmtief über den Norden. Am letzten Wettfahrttag herrschten Böen zwischen 24 und 28 Knoten. Rund ein Drittel des Teilnehmerfeldes verzichtete bei diesen Bedingungen auf den Start, bereits auf dem Weg zum Start kam es zu mehreren Kenterungen. Bei so viel Wind ging es vor allem darum, das Boot kontrolliert zu bewegen und unnötige Fehler zu vermeiden. Wir konnten auch diese letzte Wettfahrt auf Rang 2 sicher ins Ziel bringen und damit unsere Führung souverän verteidigen. Nach sechs Wettfahrten standen für uns lediglich acht Punkte zu Buche. Mit zwei Rennsiegen und drei zweiten Plätzen sicherten wir uns damit deutlich den Internationalen Deutschen Meistertitel im 470er. 

Für mich war es bereits der sechste deutsche Meistertitel im 470er. Für uns als neu formiertes Team war dieser Titel aber noch einmal etwas ganz Besonderes. Nach unserer gemeinsamen Zeit seit dem Frühjahr und der intensiven Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Japan war es ein perfekter Abschluss unserer ersten gemeinsamen Saison. 

Die Deutsche Meisterschaft war für uns dabei nicht nur wegen des Titels wichtig. Sie hat uns noch einmal gezeigt, dass wir als Team sportlich auf dem richtigen Weg sind. Unsere gemeinsame Geschichte ist noch sehr jung. Innerhalb weniger Monate haben wir ein neues Team aufgebaut, internationale Trainingspartner gefunden, eine Weltmeisterschaft teilweise auf höchstem Niveau bestritten und nun die Deutsche Meisterschaft gewonnen. 

Gerade deshalb bedeutet uns dieser Titel viel. Nach einer kurzen Pause und etwas Urlaub werden wir bereits ab Ende September mit der Vorbereitung auf die Saison 2027 beginnen. Im kommenden Jahr wird es sportlich noch einmal deutlich wichtiger: Mit der Saison 2027 beginnt die Olympiaqualifikation für Los Angeles 2028. Bereits früh im Jahr warten mit der Trofeo Princesa Sofía in Palma und der Semaine Olympique Française in Hyères zwei große internationale Regatten auf uns. Dort geht es um wichtige internationale Ergebnisse und die Qualifikation zum olympischen Testevent. 

Unser großes Ziel ist deshalb klar: Wir wollen uns in der kommenden Saison in der Weltspitze etablieren, wichtige Qualifikationspunkte sammeln und uns die bestmögliche Ausgangslage für den weiteren Weg nach LA 2028 erarbeiten.

Vielen Dank an alle Unterstützerinnen und Unterstützer des NRV Olympic Teams, die uns auf diesem Weg begleiten und unser Projekt möglich machen. Eure Unterstützung gibt uns die Möglichkeit, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren: gemeinsam besser zu werden und unseren Traum von LA 2028 Schritt für Schritt Realität werden zu lassen. 

Wir freuen uns auf die kommende Saison! 

Malte &Bente

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