Die Ostsee gehört zu den Brennpunkten, an denen Satellitennavigation gezielt gestört wird – durch Jamming, bei dem das Signal ausfällt, und durch Spoofing, bei dem eine falsche Position angezeigt wird. Betroffen sind nicht nur Berufsschifffahrt und Luftfahrt, sondern auch Yachten: Plotter, Autopilot und AIS hängen am selben Signal.

Wie verbreitet das Problem ist, zeigt eine neue Plattform der Technischen Universität Dänemark: SAT-JAM bildet seit September frei zugänglich ab, wo Satelliten in 400 bis 600 Kilometern Höhe GNSS-Störungen messen. Ihr Entwickler Kian Bostani Nezhad rät, GPS nicht mehr als verlässliche Hauptnavigation zu betrachten, sondern nur noch als Ergänzung. Auch die britische Maritime and Coastguard Agency hat Anfang Oktober gewarnt und empfiehlt, regelmäßig ohne GPS zu navigieren.

Der NRV Vorsitzender Tobias König möchte das Thema für Nord- und Ostsee stärker auf die Agenda bringen. Für Seglerinnen und Segler heißt das vor allem: Papierkarte an Bord, Koppelnavigation und Peilung nicht verlernen – und der Position auf dem Plotter nicht blind vertrauen, wenn sie nicht zum Gesehenen passt.

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