Viel Sonne, wenig Wind: Die Kieler Woche 2026 verlangte den Seglern  über neun Tage vor allem Eines ab: Geduld. Ein hartnäckiges Hochdruckgebiet ließ Rennen platzen, verschob Starts in die Abendstunden und zwang die Wettfahrtleiter und -leiterinnen zu improvisieren. Für die NRV Segler wurde es trotzdem eine Woche, die sich sehen lassen kann.

Im internationalen Teil segelte Clara Mattik nach vorn. Die NRV Jugendseglerin belegte im ILCA 4 Rang vier von 69 Startern und gewann die inoffizielle Mädchenwertung. Auch das übrige NRV Youth Team hielt sich vorn, mit Petro Gribov auf Rang fünf, Nick Lahme auf 14, Kateryna Filimonova auf 15 und Laura Matthiesen auf 21. Wie sie die Woche auf dem Wasser erlebt hat, hat Clara Mattik selbst aufgeschrieben – ihren Bericht veröffentlichen wir gesondert.

Im 420er wurden Lasse Kliewe und Paul Gustav Kikker Zehnte und damit zweitbestes deutsches Team. Trotz einer Black Flag in einem der Rennen, die eine bessere Platzierung kostete, hielten sie das Feld auf Distanz – zwei ihrer Läufe beendeten sie unter den besten sieben.

Den größten Ertrag brachte der olympische Teil: vier Podestplätze. Helena Wolff gewann den ILCA 6, ihr Bruder Jonny holte Bronze im ILCA 7. Im 49erFX segelten Sophie Steinlein und Cathi Bartelheimer zu Bronze – und mussten nach dem Ziel lange zittern. Sie gewannen das zweite Final Race, lagen am Ende aber punktgleich mit einem dänischen Duo. Erst als die Jury die Wertung aufgelöst hatte, stand die Medaille fest: Der Laufsieg gab den Ausschlag. Malte Winkel und Bente Batzing steuerten Silber im 470er Mixed bei, in einem rein deutschen Podium.

Knapp am Treppchen vorbei ging Philipp Buhl im ILCA 7. Als Fünfter lag er in Schlagdistanz und brauchte das Final Race – das ihm die Flaute am Finaltag nahm. Denn das Wetter prägte den olympischen Teil: Nur vier der zwölf geplanten Final Races kamen zustande, acht fielen aus.

Nicht nur auf dem Wasser lief es rund. Zur Wochenmitte hatte der NRV am Mittwochabend zum Clubabend geladen, und es kamen erfreulich viele Mitglieder. Die Band buchte der Club gleich für das nächste Jahr wieder. Dass das Essen ausging, sagt genug über den Andrang.

Viel Warten, wenig Wind – und trotzdem ein starkes Ergebnis: Clara Mattik segelte bei der Kieler Woche im ILCA 4 auf Rang vier von 69 Startern. Wie die NRV Jugendseglerin diese Woche erlebt hat, schildert sie in ihrem eigenen Bericht.

Für mich begann die Kieler Woche bereits letzten Mittwoch mit der Anreise und der Übernahme meines neuen ILCA.

Am Donnerstag ging es dann eigentlich los – allerdings ließ der Wind lange auf sich warten. Nach mehreren Stunden Startverschiebung sind wir zwar noch rausgefahren, aber auf dem Wasser war dann leider kaum noch Wind, sodass wir direkt wieder reingefahren sind.

Am Freitag ging es dann richtig mit der Regatta los. Bei 5 bis 12 Knoten auf der weit draussen liegenden Bahn Echo wurden vier Wettfahrten gesegelt. Ich belegte in den ersten drei Rennen jeweils Platz 4 – nur mit den Starts war ich teils noch nicht ganz zufrieden. Im letzten Rennen des Tages gab es zunächst drei allgemeine Rückrufe, bevor der Wind wieder nachließ. Mit meiner Entscheidung für die rechte Seite des Kurses lag ich diesmal leider daneben und beendete das Rennen auf Platz 14. Trotzdem bedeutete das nach dem ersten Regattatag einen super 3. Platz.

Auch der Samstag verlief anders als geplant. Nach vier Stunden Startverschiebung an Land aufgrund des fehlenden Windes wurden die Rennen an diesem Tag abgebrochen. Die freie Zeit nutzten wir Mädels, um gemeinsam über die Kieler Woche zu schlendern, um dort den gehypten Sushi Pop-Up-Store auszuprobieren. In der Nacht sorgte dann noch ein beeindruckendes Gewitter mit vielen Blitzen über Kiel, welche wir in unserer "Laser-Villa" in der unmittelbaren Nähe vom Hafen perfekt beobachten konnten.

Am Sonntag mussten wir zunächst erneut auf besseren Wind warten. Nachdem sich der Wind stabilisiert hatte, konnte schließlich noch eine letzte Wettfahrt gesegelt werden. Mein Start verlief zwar nicht optimal, da ich am Pin End hängen blieb, doch auf der ersten Kreuz konnte ich mich bis auf Platz 3 nach vorne arbeiten. Auf der 2. Kreuz verlor ich leider wieder einige Plätze, da ich mir im Bronze-Trikot segelnd wahrscheinlich etwas zu viel Druck gemacht habe. An Land stellte ich mich freiwillig der Jury, da ich nach der Pin-End-Berührung nicht gekringelt bin und nahm eine 30-Prozent-Strafe an. Da dieses Rennen mein Streicher war, hatte das keinen Einfluss mehr auf mein Gesamtergebnis.

Am Ende freue ich mich sehr über Platz 4 im ILCA 4 von insgesamt 69 Startern und den Sieg in der (in-offiziellen) Mädchenwertung.

Auch als Team waren wir richtig erfolgreich: Petro Gribov wurde Fünfter, Nick Lahme belegte Platz 14, Kateryna Filimonova Platz 15 und Laura Matthiesen Platz 21 .

Ein großes Dankeschön geht an die Organisation der Kieler Woche für die tollen und fairen Wettfahrten trotz dem leichten Wind sowie an Klaus Lahme für das super Training und das leckere Essen/Grillen nach den Wettfahrten.

Jetzt geht es für das Team direkt weiter an den Gardasee um uns auf die Deutsche Meisterschaft in Berlin und die WM in Aarhuus vorzubereiten.