Freuen sich über dem Helga-Cup-Sieg: das „Team NRV Women“in der J70 Klasse und die zehnjährige Nomine Jara Fabian (Wsw) zusammen mit Jola Schönebeck im RS Venture Connect. Foto Lars Wehrmann


In einem hochkarätigen Finale der besten zehn Frauenteams setzt sich nach spannenden Kämpfen bei knackigen Windverhältnissen das NRV Women Team als Finalvierte durch und gewinnt den Helga Cup 2024. Die mehrfachen Cupgewinnerinnen aus en Vorjahren – das Team der Stiftung Mamazentrum - wurden zweite, punktgleich dahinter auf drei und vier die Südseeperlen sowie die VSAW Ladies. Das Ukrainische Team mit Olympiaseglerin Anasytasia Winkel an Bord startete zwar noch als zweite ins Finale, stauchelte allerdings beim ersten Downwindkurs, fand dann in dem sportlich auf hohem Niveau segelndem Feld keine Chance, sich wieder nach vorne zu segeln, und wurde als Finalachte Gesamtsechste.

Das erst im vergangenen Jahr gegründete NRV Women Team mit Julia Kühn, Birte Berger, Luisa Krüger und Nina Erbach dominierte von Anfang an die Qualifikationsrunde der 62 J70 Teams aus insgesamt drei Kontinenten souverän und fuhr in allen acht absolvierten Rennen als einziges Team nur erste Plätze ein. Im Finale war der Start für die NRV-Frauen dann zunächst etwas holprig, als sie nach einem Frühstart noch einmal zurücksegeln mussten. Doch sie behielten Nerven und arbeiteten sich erfolgreich in den vorderen Teil des Feldes zurück.

Im Kampf mit einem Alsterdampfer schien es an der letzten Tonne zunächst, als müsste sich das Team vom Helga Cup Sieg verabschieden – zu eng ging es im Finale dieser Top Ten um schlichtweg jeden Meter. Schlussendlich bekamen die Vizechampionsleaguemeisterinnen Boot, Alsterdampfer und Genaker wieder unter Kontrolle, so dass sie als Vierte die Ziellinie direkt vorm NRV überquerten und den Cup unter lautem Jubel der Zuschauer für sich entschieden.

„Wir wussten, dass es nicht einfach werden würde. Ein Finale mit zehn Boote erzeugt automatisch mehr Druck, und die Alster kann durchaus tricky sein. Zwischendurch war es sehr böig. Es war ein nervenaufreibendes Finale, und wir sind superfroh über den Sieg – und das auch noch in unserem Heimatverein. Es waren großartige drei Regattatage“, sagte das Team direkt nach dem Zieldurchlauf. 


Luisa Krüger, Initiatorin des NRV Women Team, betonte nach der Regatta, wie deutlich das Niveau Frauensegeln in den vergangenen Jahren gestiegen ist. »Waren in den Anfangszeiten vom Helga Cup selbst im Finale nochmal manchmal auch unerfahrene Teams dabei, so sind diese Zeiten eindeutig vorbei. Ohne gutes Bootshandling und Segelknowhow ist hier nichts mehr zu machen. Die vorderen Plätze sind eng, ernsthaft und hochrangig umkämpft. Schon allein wenn man bedenkt, dass die Plätze zwei, drei und vier alle punktgleich sind und nur zwei Punkte Abstand auf uns erste. Hier hat sich deutlich was getan!«

Völlig überraschend gewann in der Inklusionsklasse RS Venture Connect die jüngste Teilnehmerin Nomine Jara Fabian zusammen mit Jola Schönebeck.

Für beide war es die erste Regatta in der Klasse RS Venture Connect. „Das haben wir gut gemacht“, sagte Nomine und stieß einen lauten Freudenschrei aus, bevor sie Ihrer Segelpartnerin Jola um den Hals fiel. War sie vor dem Start doch etwas nervös, so überwog danach die Freude. Auch Schönebeck konnte es kaum fassen, plötzlich Helga-Cup-Siegerin zu sein. „Wir hatten einen saumäßigen Start aber lagen schon auf der Kreuz auf Platz drei, und dann hat auch noch der Wind mitgespielt. Es war unfassbar toll, vor dem Zieleinlauf die jubelnde Menge am Steg zu sehen und hören. Ich freue mich sehr, denn eigentlich hatten wir uns gar kein Ziel gesetzt, der Spaß stand im Vordergrund“, sagte Schönebeck. 
 
Zweite in der Klasse RS Venture Connect wurden die Norwegerinnen Henriette Smith und Solfrid Lindhjem Kvinnesland vom „Team Grace“. Platz drei ging an das „Team Spontan“ (Renate Schröder/Saskia Gense) vom Segler-Verein Trave e.V.
 


Insgesamt war die siebte Auflage des Helga Cups bei guten Windbedingungen wieder einmal ein voller Erfolg und spannend bis zum Schluss.

„Wir hatten gute Segelbedingungen und konnten 101 Rennen durchführen“, freute sich NRV Clubmanager Klaus Lahme, „ich danke ganz herzlich den über 60 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, unserer Wettfahrtleitung, Tina Buch und Jens Hahlbrock mit ihren Teams, der Umpire-Chefin Svenja Hünsch und ihrer Mannschaft. Sie alle haben einen großartigen Job gemacht!“
 


Bei der Siegerehrung übergab NRV Kommodore Andreas Christiansen den von Gunter Persiehl gestifteten Kommodore Preis an das beste ausländische Team – das norwegische Team »Sailing Grace« mit Henriette Smith und Solfrid Lindhjem Kvinnesland.

Christoph Holstein, Staatsrat der Behörde für Inneres und Sport, lobte im Rahmen der Siegerehrung das gute Miteinander und den Zusammenhalt unter den teilnehmenden Seglerinnen und betonte, wie wichtig genau dies für die heutige Gesellschaft sei. 
 
Helga-Cup-Schirmherrin Kristina Vogel, ehemalige deutsche Bahnradsportlerin und zweifache Olympiasiegerin, hob die tolle Stimmung unter den teilnehmenden Frauen hervor sowie den Aspekt, wie selbstverständlich Frauen ganz unterschiedlichsten Segelniveaus beim Helga Cup zusammen auf der Regattabahn segeln. Sie freut sich bereits darauf, auch im kommenden Jahr die Schirmherrschaft für den Helga Cup zu übernehmen.
 


"So emotional wie nie" - Helga Cup Board Mitglied Claudia Langenhan betonte nach der Veranstaltung, wie unglaublich ergreifend es war, dass auch die RS Venture ein Finale mit Ziel direkt vor dm Steg segelten: "Die RS Segler haben sich unglaublich über den Applaus gefreut und umgekehrt war es auch für die applaudierenden J70 Seglerinnen ein Erlebniss der besonderen Art, die immense Freude der Inklusionsseglerinnen hautnah mitzuerleben. Die haben sich alle unglaublich für die RS Seglerinnen gefreut!"

Die achte Auflage des Helga Cups wird vom 12. bis zum 15. Juni 2025 stattfinden. Auch dann wieder als Gemeinschaftsprojekt von Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. und dem Norddeutscher Regatta Verein.

Text: Sina Wolf
Fotos: Lars Wehrmann

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