Foto: © Yann Riou I polaRYSE I Team Malizia

Seit Sonntag, 10. November, 13:02 Uhr ist Boris Herrmann wieder unterwegs.  Zusammen mit 39 weiteren Imoca Booten geht's einmal  um die Welt. Die Strecke umfasst 45.000 Kilometer (24.300 Seemeilen)  - durch den Atlantik hinunter  um die Antarktis herum, vorbei an den drei legendären Kaps Kap der Guten Hoffnung, Kap Leeuwin und Kap Hoorn, bevor es dann durch den Atlantik nach Norden zurückgeht, mit dem Ziel, zwischen Mitte und Ende Januar wieder in Les Sables d´Olonne anzukommen.

Die Biskaya zeigte sich diesmal zum Start äußert milde und so trieben die Boote eher denn dass sie segelten bei nur sehr wenig Wind über die Startlinie. Boris Herrmann kam dabei gut weg und führte das Feld schon kurz nach den Start an, wurde aber bald wieder eingeholt und fiel über die erste  Nacht und den ersten Tag bis auf Rang 38 zurück. Von dort startet er dann eine Aufholjagd und liegt nun als 9. in den Top Ten des Feldes. (Stand, Mittwoch, 13.11.24)

Die Vendée Globe, auch bekannt als „Everest der Meere“, gilt als die größte Herausforderung im Sport. Die legendäre Einhand-Regatta rund um die Welt ohne Zwischenstopp und ohne Unterstützung feiert ihre 10. Auflage mit einer Rekordzahl von 40 IMOCA-Booten an der Startlinie. Von den 200 gestarteten Seglern haben bisher nur 114 das Rennen beendet, und Boris Herrmann schrieb 2021 Geschichte, als er als erster Deutscher an dem Rennen teilnahm.

„Ich fühle mich großartig und bin sehr gespannt auf den Start“, sagte Boris Herrmann, als er heute Morgen in der Mixed Zone ankam. “Ich habe gut geschlafen, obwohl ich eine Stunde zu früh von meinem Wecker aufgeweckt wurde. Dann habe ich noch ein bisschen mit meinem Hund Lilli gekuschelt und bin froh, dass sie mich noch auf dem Steg begleiten kann, wenn ich in ein paar Minuten zum Boot gehe. Ich freue mich darauf, das Team zu sehen, bevor ich ablege, und an Bord zu sein. Wir haben gerade mit ein paar anderen Skippern im Crew-Bereich gewartet und ich habe es genossen, in diesen letzten Momenten vor dem Rennen um die Welt mit ihnen zusammen zu sein."

Mit einer Mischung aus Erfahrung, zurückgelegten Seemeilen und einem speziell für die Vendée Globe 2024-2025 entworfenen IMOCA-Boot gilt NRV Mitglied Boris Herrmann in der Presse und bei den Konkurrenten als einer der Favoriten des diesjährigen Rennens. Seit seinem bemerkenswerten fünften Platz bei der letzten Ausgabe, seinem Sieg bei der Southern Ocean Leg beim The Ocean Race im vergangenen Jahr und seinen zwei zweiten Plätzen bei den beiden Transatlantik-Regatten in diesem Frühjahr wird sein Potenzial, einen Podiumsplatz zu erreichen oder sogar das Rennen zu gewinnen, weithin hervorgehoben. Boris bleibt jedoch bescheiden und lässt sich nicht unter Druck setzen, da er wiederholt das unglaubliche Niveau in der Flotte betont, in der seiner Meinung nach 6 bis 10 Skipper in der Lage sind, zu gewinnen oder auf dem Podium zu stehen. „Ein Erfolg wäre es, ein gutes Rennen für mich zu fahren, das Potenzial des Bootes und auch mein eigenes auszuschöpfen und dabei eine gute Zeit zu haben. Und dann werden wir das Ergebnis sehen.“

Fotos unten: ©Tobias König, Sebastian Ropohl, Vendée Globe