Die diesjährige 49erFX-Europameisterschaft in Thessaloniki entwickelte sich für das NRV-Duo Sophie Steinlein und Cathi Bartelheimer zu einem wahren Krimi um die Podestplätze. In einem hochklassig besetzten Teilnehmerfeld mit 32 internationalen Teams segelten sich die zwei NRV Olympic Team Seglerinnen  bis ins Medal Race vor und verpassten Bronze nur um Haaresbreite. 

Am Ende stand ein hervorragender vierter Platz in der Europawertung und Rang fünf im Gesamtklassement. Das MSC Olympia Team Marla Bergmann, Hanna Wille belegte hinter Team Kanada Platz 2 und wurde somit Europameister.

Ein Bericht geschrieben von Cathi und Sophie

In der vergangenen Woche fand die Europameisterschaft der 49erFX-Klasse in Thessaloniki, Griechenland, statt – ein Highlight unserer bisherigen Saison. Nach einem gelungenen Saisonauftakt in Mallorca und Hyères bereiteten wir uns intensiv am Gardasee gemeinsam mit der Paris-2024-Silbermedaillengewinnerin Rebekka Netzler auf die EM vor. Dort arbeiteten wir gezielt an Manövern unter verschiedenen Bedingungen sowie an der Feinabstimmung im Team. Am 28. Mai reisten wir nach Thessaloniki. Kurz zuvor herrschten dort noch starke Winde, doch ein Wetterumschwung brachte ein stabiles Hochdruckgebiet mit sich. Die Tage waren geprägt von hohen Temperaturen zwischen 25 und 33 °C sowie einer leichten Seabreeze, die meist erst am späten Nachmittag einsetzte.

Unsere erste Wettfahrt starteten wir am 3. Juni nach 17 Uhr bei leichten 5–6 Knoten. Mit 32 Booten im Feld war ein guter Start entscheidend – das gelang uns gut, und wir beendeten den ersten Tag auf dem 3. Gesamtrang. In den sechs Wettkampftagen segelten wir insgesamt 12 Rennen bei meist ähnlichen Bedingungen. Neben einem guten Start war es entscheidend, mit gutem Speed auf Winddreher und Böen der oft instabilen Seabreeze zu reagieren. Am zweiten Tag segelten wir bis in die Abendstunden und konnten vier weitere Wettfahrten absolvieren. Der dritte Tag brachte Flaute, sodass wir nach drei Tagen erst sechs Rennen gesegelt hatten. Die Regatta wurde zu einem Geduldsspiel, in dem wir nie wussten, wie viele Wettfahrten noch stattfinden würden – es galt, in jedem einzelnen Rennen maximal zu pushen.

Am vierten Tag nutzten wir jede Gelegenheit konsequent und beendeten den Tag auf dem 4. Platz. In den Rennen an Tag 5 agierten wir jedoch etwas zu zurückhaltend und verloren dadurch wertvolle Punkte – unser bis dahin starker Speed konnte das nicht mehr ausgleichen. Für den letzten und sechsten Tag der Meisterschaft, in den wir als drittbestes europäisches Team starteten, war noch ein Fleetrace sowie das entscheidende Medal Race geplant. Leider gelang uns kein guter Start ins letzte Fleet Race, wodurch wir unsere Strategie nicht umsetzen konnten. Nach diesem Rennen ging es zurück in den Hafen – Proteste, eine weitere Vermessung und schnelle Vorbereitungen für das Medal Race standen an, bevor es direkt weiterging. Mit dem 5. Platz im Medal Race, in dem die Punkte doppelt zählen, verpassten wir die EM-Bronzemedaille nur knapp.

Am Ende belegten wir den 5. Platz in der Gesamtwertung und einen hervorragenden 4. Platz in der Europawertung – ein Ergebnis, auf das wir mit Stolz zurückblicken. Herzlichen Glückwunsch an Hanna und Marla zu ihrer Glanzleistung und der EM-Goldmedaille! Auch wenn es am Ende nicht für eine Medaille gereicht hat, nehmen wir viel Positives aus dieser Woche mit. Wir haben gezeigt, dass wir zur Spitze gehören – das motiviert uns umso mehr für die kommenden Herausforderungen und bestärkt uns darin, unsere stetige Lernkurve weiter fortzusetzen.

Ein großes Dankeschön geht an unseren Trainer Riccardo de Felice, das German Sailing Team und natürlich an den NRV, der uns diese optimale Vorbereitung ermöglicht hat!