Mit 23 Jahren war ich in diesem Jahr der jüngste Teilnehmer beim Transat von Newport, Rhode Island, nach Cowes – organisiert vom Royal Ocean Racing Club. Gemeinsam mit dem Moana Sailing Team ging ich an Bord der Marten 49 für das Race über den Nordatlantik: 13 Tage und 17 Stunden im ständigen Wechsel zwischen Flaute und Starkwind, eiskaltem Nebel vor Neufundland und dem warmen Golfstrom weiter südlich.

Bereits im letzten Jahr konnte ich auf der Moana das Caribbean 600 Race sowie die ORC Worlds in Newport segeln – die Vertrautheit mit dem Boot hat mir viel Sicherheit gegeben. Noch in Newport wurden wir bei bestem Wetter und hervorragendem Essen feierlich vom New York Yacht Club verabschiedet. Dann ging es los – mitten hinein in dichten Nebel, der uns die ersten drei Tage begleitete. Die Sicht reichte nie weiter als 100 Meter, der Weg führte durch enge Inselgruppen und Windparks. Doch wir arbeiteten uns Stück für Stück nach vorn – und konnten uns schließlich vor die Haspa Hamburg legen. Ab da begann das Kopf-an-Kopf-Rennen.

Schnelles Segeln bei bis zu 30 Knoten Boatspeed vor Neufundland, dann komplette Flaute, später wieder 25 Knoten von hinten. 3.172 Seemeilen dauern auch auf einer 49-Fuß-Yacht ganz schön lange. Eine Atlantiküberquerung ist für viele Segler ein Kindheitstraum – ich freue mich sehr, diesen nun endlich gemeistert zu haben.

Der Zieleinlauf hätte dramatischer kaum sein können: Ab Lizard Point kamen die Haspa Hamburg und der 82-Füßer Ikigai immer näher. Auf den letzten zehn Meilen fuhr Ikigai konstant schneller – wir beide reachend unter Jib und Stay. Zwei Meilen vor dem Ziel war der Abstand fast verschwunden. Wir wussten: Das wird verdammt knapp. Also zogen wir den Code 0 bei einem TWA von rund 100 Grad. Den Winkel zu halten war alles andere als einfach – aber es reichte! Nach fast 14 Tagen überquerten wir die Ziellinie 1,5 Minuten vor Ikigai. Haspa folgte 9 Minuten später.

Was für ein Rennen! Anders als bei den meisten Offshore-Regatten dieser Länge konnten wir alle gleichzeitig am Steg anlegen und danach gemeinsam unser Ankommen im RORC Clubhaus feiern. Ein Moment, den ich nie vergessen werde.

Mit diesem Ergebnis wurden wir Erster in IRC 1 und in IRC Overall und Line Honours lagen wir auf Platz drei, hinter den beiden Volvos. Herzlichen Glückwunsch an Tschüss2 zum Sieg!

Das Rennen war körperlich fordernd, aber unglaublich erfüllend. Ich danke Hanno Ziem für die Möglichkeit, Teil dieses Projekts zu sein, und Lorenz Pink für die starke Skipperei. Mit an Bord waren auch Seglerinnen und Segler aus dem MSC und KYC – ein starkes Team, ein unvergessliches Erlebnis!