So voll war es bei der NRV Stiftungsregatta noch nie: Mit 26 GFK-Drachen und 12 Classic-Drachen erreichte das Format einen neuen Teilnehmerrekord. Für die NRV Stiftung ist die Regatta damit längst mehr als ein sportlicher Termin. Sie ist ein Fundraising-Format auf dem Wasser – nahbar, lebendig und sehr direkt.
Die Idee dahinter ist klar: Die teilnehmenden Boote unterstützen die Arbeit der Stiftung mit einer Spende von rund 500 Euro. Zugleich lädt die NRV Stiftung Gäste, Fördererinnen, Förderer und Unterstützer ein, die sonst oft keinen direkten Zugang zum Segelsport haben. Sie bleiben nicht nur beim Empfang an Land, sondern gehen mit an Bord der Drachen und erleben Regattasegeln auf der Alster aus nächster Nähe.
Stiftungsvorsitzender Ralf Döbler zeigte sich begeistert von der starken Resonanz. Besonders hob er die Crews hervor, die den Stiftungsgedanken ganz praktisch lebendig machten: Sie nahmen Gäste der Stiftung mit an Bord und öffneten damit einen unmittelbaren Zugang zum Segelsport. Genau darum geht es bei diesem Format neben dem Einwerben von Spenden: Menschen sollen nicht am Rand stehen, sondern dort erleben, wofür die Stiftung arbeitet – auf dem Wasser.
Gleichzeitig bedankte sich Döbler nochmal ganz ausdrücklich bei Wettfahrtleiter Hans-Herbert Hoffmann und allen Helfern.
Denn auch sportlich hatte die Regatta einiges zu bieten. Bei guten Windverhältnissen segelten die GFK-Drachen drei Wettfahrten, die Classic-Drachen kamen auf zwei Rennen. Die Felder blieben eng zusammen, die Starts waren umkämpft, die Zieleinläufe knapp. Auf der Bahn wurde um jeden Meter gesegelt.
Bei den GFK-Drachen setzte sich Michael Koch mit Florian Spalteholz und Victor Brenninkmeyer durch. Nur einen Punkt dahinter folgten Dirk Rose, Michael Haidinger und Jens Niemann auf Rang zwei. Platz drei ging an Stephan Schütze, Marcus Weischer und Daniel Brock.
Bei den Classic-Drachen gewannen Sönke Bruhns, Christiane Bruhns und Erich Walter. Rang zwei ging an die „Sea you“ mit Malte Winkel, Daniel Lindhorst und Felix Schwartz. Das Boot stand damit erneut auf dem Podium: Im Vorjahr hatte die „Sea you“ mit Gerd Köpcke die Classic-Wertung gewonnen, damals mit Hinnerk Müller am Steuer und Felix Schwartz an Bord. In diesem Jahr konnte Köpcke verletzungsbedingt nicht teilnehmen. Für ihn übernahm Malte Winkel das Steuer. Der 470er-Mixed-Segler nahm sich trotz laufender Kampagne Zeit für den Start auf der Alster. Dritte wurden Andreas Christiansen, Hendrik Heerma und David Heitzig.
Ein kleines Schmunzeln am Rande: erstmals war Namensgeber Hans-Herbert Hoffmann als Wettfahrtleiter auf der „Triple-H“, dem neuen NRV Startschiff.
Nach den Wettfahrten ging der Abend im Clubhaus weiter. Im Rahmen des Abendprogramms stellte Cornelius Grau das NRV Junioren Team vor – kurz, pointiert und mit einer klaren Botschaft: Der Erfolg dieses Teams ist kein Zufall.
Das spendenfinanzierte NRV Projekt hat in den vergangenen Jahren auf nationaler und europäischer Ebene nahezu alles gewonnen, was in diesem Bereich zu gewinnen ist. Grau machte deutlich, dass dahinter nicht nur Talent und Training stehen, sondern vor allem eine ganz besondere Teamkultur, die ihm überaus wichtig ist.
Die jungen Seglerinnen und Segler kommen nicht nur für einzelne Regatten zusammen. Sie treffen sich regelmäßig, tauschen sich auch abseits des Wassers aus und übernehmen Verantwortung für Boot, Material, Crew und Organisation. Aus einzelnen Aktiven ist ein echtes Team geworden, in dem alle für alle mitdenken. Genau dieser Zusammenhalt trägt den sportlichen Erfolg – und macht das Projekt für junge Menschen so wertvoll.
Später standen die Gäste, Crews und jungen Seglerinnen und Segler noch lange im Clubhaus zusammen. Es wurde über Starts gesprochen, über knappe Zieleinläufe, über Boote, Teams und nächste Regatten. Der Abend endete nicht mit einer großen Erklärung, sondern mit genau dem, was diese Regatta ausmacht: Menschen kamen ins Gespräch, die sich ohne dieses Format vermutlich nicht auf diese Weise begegnet wären.
