Beim Capitell Cup Rund Helgoland hat Malte Päsler die „Rafale“ als erstes Schiff ins Ziel gebracht und das bei Bedingungen, die eher nach Geduld, Gefühl und sauberem Trimm verlangten als nach Geschwindigkeit. Die Elliott 52 SS von Eigner Henri de Bokay benötigte bei der 91. Nordseewoche 2:26:24 Stunden für die Runde um die Nordseeinsel  und sicherte sich damit die Line Honours.

Sportlich ist das ein starkes Zeichen. Denn die Bedingungen vor Helgoland waren alles andere als maßgeschneidert für die große Yacht. Sechs bis acht Knoten Wind standen auf dem Programm, also eher Leichtwind-Schach als Nordsee-Kante. Für „Rafale“ ist das kein Selbstläufer: Bei wenig Druck im Segel kann die Elliott 52 SS ihre Stärke mit dem Canting Keel nicht voll ausspielen. Päsler ordnete die Lage entsprechend nüchtern ein: Leichter Wind sei für das Boot eher ein mühsames Fenster.

Umso bemerkenswerter war der Auftritt auf dem Wasser. Während andere Crews nach dem besten Druck suchten, hielt „Rafale“ Kurs, Tempo und Nerven zusammen. Am Ende stand der sichtbarste Erfolg eines Offshore-Rennens: als erstes Schiff die Ziellinie zu erreichen.

Neben Päsler gehörten auch Johannes Polgar, Klaas Höpcke, Marc-Daniel Mählmann und Holger Lehning vom NRV zur Crew. Die Navigation lag in den Händen von Robin Zinkmann. Eigner Henri de Bokay hatte die frühere „Outsider“ von Tilmar Hansen im März 2021 übernommen; seitdem ist die Yacht regelmäßig in großen Offshore-Rennen unterwegs.

In der berechneten ORC-Wertung reichte es für „Rafale“ zu Platz acht. Der Sieg im Capitell Cup Rund Helgoland ging nach berechneter Zeit an Lars Hiddes „Pure“. Für Päsler und seine Crew bleibt dennoch ein besonderer Moment dieser Nordseewoche: der erste Zieleinlauf vor Helgoland – bei Bedingungen, die großen Booten keinen Meter schenken.