Ein Jahrhundert Hochseesegeln, gefeiert mitten in Hamburg: Der Royal Ocean Racing Club, weltbekannt für das Fastnet Race und den legendären Admiral’s Cup, lud am 13. September zum Centenary Dinner in die Hanse Lounge. 60 Gäste aus England und Deutschland, darunter die RORC-Vorstände Derek Shakespeare und Stefan Jentzsch, blickten nicht nur auf eine große Vergangenheit zurück. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Zukunft – vor allem die Förderung junger Seglerinnen und Segler im Hochsee-Regattasport und mögliche Kooperationen mit dem NRV.
Ein Bericht von NRV Vizecommodore Prinz Alexander zu Schleswig-Holstein

RORC Centenary Dinner am 13. September in Hamburg

Der Royal Ocean Racing Club (RORC), unser langjähriger englischer Partnerclub, feiert im Jahr 2025 sein 100-jähriges Bestehen. Zwei seglerische Highlights prägten dieses Jubiläumsjahr: das größte Fastnet Race aller Zeiten sowie die spektakuläre Wiederbelebung des legendären Admiral’s Cup nach mehr als 20 Jahren Pause.

Früher galt der Admiral’s Cup als inoffizielle Weltmeisterschaft des Hochseesegelns, bei dem bis zu 20 Nationen mit Dreier-Teams gegeneinander antraten. Das Format war zwar prestigeträchtig, jedoch organisatorisch aufwendig und zunehmend unpraktikabel. Infolgedessen gingen die Meldezahlen zurück, und der Pokal verblieb nach dem letzten Gewinn Australiens in einer Vitrine in Sydney. Deutschland konnte sich in der Historie immerhin vier Siege sichern und ist damit die zweiterfolgreichste Nation.

Im Jubiläumsjahr 2025 wurde der Admiral’s Cup in neuer Form wieder ausgeschrieben: Als Club-Wettbewerb, bei dem jedes Team aus zwei unterschiedlich großen IRC-vermessenen Yachten besteht. Leider konnte der NRV in diesem Jahr kein Team stellen, da keine passenden Boote verfügbar waren. Für 2027 ist jedoch eine Teilnahme fest im Blick. Immerhin stellten deutsche Clubs 2025 mit vier Teams das größte nationale Kontingent. Einige diesjährige Cup-Teilnehmer sowie der ehemalige Steuermann Berend Beilken, der 1973 mit der legendären SAUDADE von Albert Büll den Cup und die Einzelwertung gewann, waren beim Jubiläums-Dinner zu Gast. Ihm zu Ehren (und um einen maritimeren Charalter in die Lounge zu bekommen) wurde extra das Modell der Saudade vom Clubhaus in die Hanse Lounge gebracht.

Mit Fug und Recht kann man den RORC als den Segelclub der Welt bezeichnen, der die meisten und bedeutendsten Hochsee-Regatten geschaffen hat und weiter anbietet. Dazu zählen das Fastnet Race, über viele Jahre das Middle Sea Race, das Caribbean 600 und viele mehr. Insbesondere ist der Regatta-Kalender in deren Heimatrevier Solent und im „Channel“ über die Saison prall gefüllt mit hochwertigen Regatten. Da der RORC die IRC-Formel „besitzt“ und regelmäßig weiterentwickelt, werden deren Regatten nach IRC gesegelt.

Der NRV hat die Atlantik-Jubiläums-Regatten in den Jahren 2017/2018 mit dem Race-Management des RORC ausgetragen, eine hervorragende Zusammenarbeit!

Um sein Jubiläum auch auf den Kontinent zu tragen, hat der RORC jeweils ein CentenaryDinner in Frankreich, in Holland und eben in Deutschland ausgerichtet. Der deutsche Empfang fand selbstverständlich in Kooperation mit dem NRV statt, diesmal in der Hanse Lounge mit Blick auf das Hamburger Rathaus, da das Clubhaus schon lange im Voraus ausgebucht war. Rund 60 Gäste genossen einen gelungenen Abend in stilvollem Ambiente.

Zwei Vorstandsmitglieder des RORC, Vice Commodore Derek Shakespeare und Rear Commodore Stefan Jentzsch, waren persönlich angereist.

RORC Vice Commodore Derek Shakespeare
RORC Vice Commodore Derek Shakespeare
Rear Commodore Stefan Jentzsch
Rear Commodore Stefan Jentzsch

Das Thema, das sowohl die Reden als auch die Konversationen an den Tischen dominierte, war die Förderung von Jugend und jungen Erwachsenen im leistungsorientierten See-Segeln.

Der RORC betreibt seit Jahrzehnten ein Förderprogramm für diese Zielgruppe, das sich wesentlich mit den Clubyachten namens GRIFFIN abspielt. Dieses wird gerade erweitert und ausgebaut, und zwar auch deutlich mit internationalem Akzent. Einige der jungen Repräsentanten berichteten von ihren Erfahrungen. Mit dem NRV wird über den Ausbau von Kooperationen nachgedacht…

Natürlich sind derartige internationale Vergleiche und Aktivitäten auch für den HVS, die SKWB (beide waren vertreten) und die anderen auf Ausbildung ausgerichteten deutschen Vereine interessant, die regelmäßig an internationalen Seeregatten teilnehmen.

Berend Beilken und Andreas Christiansen

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Dr. Wolfgang Schäfer

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Dieter Timm und Tobias König

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Wolfgang Köhnk und NRV Offshore Vorstand Sebastian Ropohl

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