Ein letzter Schlag durchs Mittelmeer, ein Finale im Morgengrauen: Team Malizia hat in der Boka Bay in Montenegro Platz drei in der Schlussetappe der Ocean Race Europe 2025 erkämpft. Skipper Boris Herrmann und seine Crew segelten über 1.600 Seemeilen von Genua nach Montenegro – sieben Tage, zehn Stunden, 26 Minuten und neun Sekunden lang – und blieben dabei bis zuletzt in Schlagdistanz zur Spitze.

Um 01:26 Uhr am Montagmorgen rauschte die Malizia – Seaexplorer über die Ziellinie, nur knapp zwei Stunden hinter Etappensieger Biotherm und weniger als eine Stunde hinter Team Holcim-PRB. Ein enges Finish nach einer Woche voller Flauten, Gewitterzellen und Mistral-Böen, das die Crew an ihre Grenzen brachte.

„Es ist fantastisch, die Europa-Regatta mit einem Podium zu beenden, so wie wir es uns erhofft hatten“, sagte Herrmann erschöpft, aber zufrieden im Hafen von Boka Bay. „Wir haben hart gekämpft, es war extrem anstrengend – und nun ist es belohnt worden.“

Auch Co-Skipper Will Harris, der erstmals die Navigatorenrolle übernommen hatte, schilderte die Herausforderungen: „Die ersten 24 Stunden aus Genua heraus waren fast unmöglich. Wettermodelle konnte man getrost wegwerfen. Doch wir haben uns gesteigert, Vertrauen gewonnen und schließlich ein Ergebnis erreicht, das sich richtig gut anfühlt.“

Für die Crew mit Herrmann, Harris, Francesca Clapcich, Cole Brauer und Onboard-Reporterin Flore Hartout war es die längste Etappe der Serie – und die wohl intensivste. Ein Gewitter vor Sizilien, bei dem Malizia wertvolle Meilen verlor, und ein Mistral, in dem das Boot Tempo gewann, blieben die Schlüsselmomente. „Am Ende entschieden oft nur ein paar Meter“, so Herrmann.

Mit dem dritten Platz sicherte sich Team Malizia fünf Punkte. Vor dem abschließenden Inshore-Rennen am 20. September bleibt damit der vierte Gesamtrang in Reichweite – nur ein Punkt trennt die Deutsche Kampagne von Allagrande MAPEI Racing.

„Die großen Offshore-Etappen sind vorbei, aber das Küstenrennen wird noch einmal richtig spannend“, sagte Clapcich. „Zwei Stunden können über Wochen entscheiden.“

Für Malizia ist es zugleich der letzte Auftritt mit der bisherigen „Seaexplorer“, bevor ein neues Boot in Dienst gestellt wird.