Die Seglerinnen und Segler aus dem NRV Olympic Team  und dem NRV haben zur Halbzeit der 131. Kieler Woche ein starkes sportliches Ausrufezeichen gesetzt. Bei Wetterbedingungen zwischen Leichtwind und Sturm mit bis zu 40 Knoten errangen sie eine Gold- und eine Silbermedaille, einen vierten Platz in der olympischen ILCA7-Klasse sowie Bronze bei der IDM Inshore.

Gold für Fabian Wolf im iQFoil – vom Sparringspartner zum Champion

Der bisherige Sparringspartner von Surfweltmeister Basti Kördel tritt jetzt selbst ins Rampenlicht: Fabian Wolf, iQFoil-Spezialist und Windsurfer des NRV, gewann bei den iQFoil Games Kiel seine erste Goldmedaille bei der Kieler Woche – und das nach langer Verletzungspause.
Im finalen Finalrennen  zeigte er Nervenstärke und setzte sich auf seinem Heimatrevier durch. „Ich wusste, es ist now or never“, sagte der 26-jährige Hamburger, der sich nach dem Karriereende Kördels nun daranmacht, dessen Fußstapfen zu füllen. Dabei waren die Finalrennen echte Nervenkrimis:

Fabian Wolf war als Vorrundensieger bereits mit einem Siegpunkt in das Finale gegangen. Doch dann siegten nach und nach seine Konkurrenten Tomasz Romanowski (Polen), Skip Brüll (Niederlande) und Gunhak Choi (Südkorea). So lief alles auf den großen Showdown hinaus. Im vierten Finale hieß es für das Quartett: Nur der Sieg zählt! Denn der Erste über der Linie wird auch der Gesamtsieger.

Und in diesem alles entscheidenden Rennen gab es endlich das ersehnte Gold für Deutschland. Fabian Wolf traf in der Mitte des Feldes die Startlinie perfekt, rauschte mit viel Speed auf die erste Tonne zu, ging als Erster in die Halse und traf danach Winkel und Anliegelinien auf den Punkt. So konnte er seine Konkurrenten zum richtigen und wichtigen Zeitpunkt in Schach halten, die Führung behaupten und als Sieger über die Ziellinie fliegen.
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Silber im 49erFX – Steinlein/Bartelheimer nur knapp geschlagen

Auch im 49erFX sorgte das NRV Olympic Team für einen Podiumsplatz: Sophie Steinlein und Catherine Bartelheimer  gingen nach einer souveränen Serie als Führende ins Medal Race, mussten dort aber das britische Team Black/Tidey passieren lassen. Auch hier ging es im Medal Race spannend zur Sache. Alle Topten Crews lagen unheimlich dicht beieinander, so dass jeder Punkt und damit jeder Platzierung entscheidens war, und diese wechselten ständig.

Am Ende wurde es Silber, was für das erst seit dieser Saison zusammen segelnde Team ein herausragender Erfolg ist – und ein vielversprechendes Signal im Hinblick auf die Olympia-Kampagne der beiden.

--> Ergebnisse 49erFX

Buhl mit starkem Comeback – Platz vier im ILCA 7

Philipp Buhl, Weltmeister von 2020, zeigte bei seinem Comeback im ILCA 7 eine solide Leistung. Im mit 148 Booten größten Feld der Kieler Woche belegte er als bester Deutscher den vierten Platz. Damit verpasste er das Podium zwar knapp, zog aber positiv Bilanz: „Seglerisch bin ich sehr zufrieden. Ich hatte seit den Olympischen Spielen vielleicht 21 Tage im Laser, dazu eineinhalb Wochen in der Motte. Es ist erstaunlich und motivierend, wie schnell die Dinge wiederkommen.“

--> Ergebnisse ILCA 7

IDM Inshore: Bronze für „Patent 4“ unter Olli Voss

Auch abseits der olympischen Klassen gab es Grund zur Freude: Bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft Inshore erkämpfte sich Jürgen Klinghardts „Patent 4“ mit Steuermann Olli Voss die Bronzemedaille.
Das Team war zwar sehr unglücklich, da wegen des schweren Wetters, bzw. vielmehr wegen des nicht bei schweren Wetters haltenden Ankers des Startbootes, nur wenig Rennen ausgetragen werden konnten, dennoch ist auch die Bronzemedaille ein sehr respektables Ergebnis.

Die Kieler Woche läuft noch bis zum 29. Juni. In den kommenden Tagen folgen weitere olympische Klassen wie der 470er Mixed und der Nacra 17 sowie die internationalen Klassen.

Ein kleiner Wermutstropfen am Rande: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde der große NRV Stander an der Pagode entwendet . Vielleicht findet das gute Stück ja auf ehrlichem oder maritim-verschlungenem Weg doch noch zurück an seinen angestammten Platz.