Vier Frauen vom NRV stehen bei der Virginie Hériot Trophy in Monaco ganz oben auf dem Podium. Siri Segger, Franzi Zillekens, Gloria Clausen und Jola Schönebeck gewinnen die internationale Frauenregatta vom 16. bis 18. Oktober 2026 vor dem Club de Voile de Lausanne und dem Hamburger Segel-Club. Nach drei Wettfahrttagen lagen die Hamburgerinnen und das Schweizer Team mit jeweils acht Punkten gleichauf. Der Tie-Break entschied über den Sieg.

Die Regatta hat eine noch junge Geschichte. 2023 riefen die „Pink Wave“, eine Gruppe von rund 50 Seglerinnen des Yacht Club de Monaco - von denen einige auch schon beim Helga Cup auf dre Alster gestartet waren - , gemeinsam mit ihrem Club den ersten Women Leading & Sailing Trophy ins Leben. Zwei Jahre später erhielt der Wettbewerb seinen heutigen Namen – als Hommage an Virginie Hériot. Die Französin gewann 1928 bei den Olympischen Spielen in Amsterdam mit der Aile VI Gold in der 8-Meter-Klasse. Als „Madame de la Mer“ ging sie in die Segelgeschichte ein.

Bei der vierten Auflage trafen nun 22 Frauenteams aus zehn Nationen vor Monaco aufeinander. Erstmals wurde nicht mehr auf J/70, sondern auf RS21 gesegelt. Die Boote stellte der Veranstalter. Für die vier Hamburgerinnen war die Klasse Neuland. Wie sie sich dennoch bis an die Spitze segelten und was sie abseits der Regattabahn erlebten, berichtet Gloria Clausen.

Ein Wochenende in Monaco – NRV-Frauen bei der Virginie Hériot Regatta

Dieses Wochenende waren wir zu viert für den NRV bei der Virginie Hériot Regatta in Monaco am Start. Mit dabei waren Siri Segger am Steuer, Franzi Zillekens für Taktik und Pit, Gloria Clausen als Trimmerin und Jola Schönebeck auf dem Vorschiff.

Insgesamt waren 22 Teams aus zehn Nationen dabei. Einige kannten wir schon von der Women's Champions League, so langsam kommen wir in der „internationalen Frauenszene“ an.

Gesegelt wurde auf RS 21, ein Boot, das für uns alle neu war. Umso besser, dass wir am Donnerstag noch einen Tag trainieren konnten. Wir hatten das Boot aber schnell im Griff und fühlten uns gut vorbereitet, als es am Freitag losging.

Die Regatta ging über drei Tage, im Format ähnlich wie die Liga bei uns in Deutschland. Acht RS 21 standen bereit, und die Gruppen mit je acht Teams sind abwechselnd gesegelt. Nach den ersten beiden Tagen hatten wir uns für die Goldfleet qualifiziert.

Die Wartezeiten zwischen unseren Rennen haben wir auf dem „Mother Ship“ verbracht, einem 30 Meter langen Whale-Watching-Boot. Den Kapitän haben wir dabei so lange bequatscht, bis Gloria das Schiff am Ende selbst in den Hafen manövrieren durfte.

In den Finaltag sind wir als Zweite gestartet. Es blieb bis zum Schluss knapp, aber im letzten Rennen haben wir nach einem super Start den Laufsieg geholt, und damit die ganze Regatta gewonnen. Die Freude war riesig, und wir sind mächtig stolz, den Sieg bei der Virginie HériotTrophy für den NRV geholt zu haben.

Neben dem Segeln gab es einen Casinoabend im Yacht Club in schickem Dress. Dealer aus dem Casino Monte Carlo haben uns dort das Pokern nähergebracht. Siri hatte den Dreh besonders schnell raus und hat nach kurzer Zeit die ganze Runde abgeräumt, sodass sogar die alteingesessenen Herren irgendwann das Handtuch warfen. Auch die Tanzfläche wurde an dem Abend richtig abgerissen, ein schöner Nebeneffekt einer reinen Frauenregatta.

Nach der Party haben wir uns dann sogar noch ins echte Casino getraut. Wir sind zum Glück mit ohne Verluste im Portemonnaie wieder rausgekommen, was man nicht von allen anderen Teams behaupten kann.

Außerdem waren wir auf der Kirmes und haben uns in die wildesten Fahrgeschäfte getraut. Und natürlich haben wir uns auch einfach Monaco angeschaut, die Zeit dort genossen und es sogar zum Saisonabschluss noch einen kurzen Sprung ins Meer gewagt.

Zum Schluss möchten wir uns beim NRV für die großzügige Unterstützung bedanken, die uns die Teilnahme ermöglicht hat. Ein besonderer Dank geht an Cornelius Grau, der dieses Team auf die Beine gestellt hat und dem kompetitiven Frauensegeln im NRV neues Leben eingehaucht hat. Wir freuen uns schon auf die nächste Regatta und eine aufregende Saison 2027.

Siri, Franzi, Gloria und Jola

Impressionen: