Regen prasselt, 31 Grad, nasse Ölzeugjacken – nach 6 Tagen, 2 Stunden und 32 Minuten machen Lennart Burke und Melwin Fink in Mindelo fest. Ihre Next Generation Boating Around the World kommt als dritte Class40 ins Ziel der ersten Globe40-Etappe. Hinter den Franzosen Ian Lipinski/Antoine Carpentier (Crédit Mutuel) und den Belgiern Jonas Gerckens/Djimilla Tassin (Belgium Ocean Racing – Curium).
Schon früh auf dem Kurs zeigten Burke/Fink, was in ihnen steckt: auf Höhe der Kanaren führten sie zeitweise mit rund 15 sm Vorsprung – und stellten unterwegs einen neuen 24-Stunden-Rekord der Globe40 auf: 370 sm. „Wir haben hart gekämpft, konnten unseren zweiten Platz aber nicht zurückerobern“, sagt Burke nach der Ankunft.
Die Wende kam mit einer taktischen Wegwahl: Crédit Mutuel setzte östlich an Gran Canaria vorbei, während Next Generation zwischen Gran Canaria und Teneriffa hindurchging. Dazu der Schlüsselmoment an Bord der Deutschen: der Verlust des A4-Spinnakers bei einem Manöver – später segelten sie bei 31 Knoten mit dem A2 und vermissten das große Vorsegel schmerzlich. „Alles super – wir vermissen nur unser Segel…“, sagt Fink trocken.
Trotz Rückschlägen blieb die Stimmung kämpferisch. Streckenrekord, stundenlanges Handsteuern, ein frisch ausgelegtes Fischernetz im Weg, Orca-Besuche – die Etappe war ein Wechselbad. „Lipinski und Carpentier haben uns ganz schön nackig gemacht … aber die machen das ja auch schon etwas länger“, schmunzelt Fink. Burke über das Siegerduo: „Wie die beiden sich vom Routing abkapseln – deren Navigation passt nicht zu den Modellen. Unglaublich und spannend. Wir haben ihnen Ärger gemacht, und das machen wir weiter.“
Die erste Etappe war eine reine Vorwind-Passage – der perfekte Härtetest nach dem 900-sm-Prolog, bevor nun das große Stück wartet.
In Mindelo, das jüngst von den Ausläufern eines Sturms getroffen wurde, unterstützen die Teams während des Stopovers Aufräumarbeiten; zudem bringt jede Crew Schulmaterial für lokale Kinder mit, organisiert über die Hilfsorganisation Umaniza.
Jetzt heißt es: Boot checken, A4 ersetzen, Kräfte sammeln. Am 2. Oktober fällt der Startschuss zur zweiten Etappe über 7.050 sm nach Réunion Island.