Michael Zankel gewinnt mit Diogo Pereira und João Matos Rosa die Drachenwertung der 48. Régates Royales in Cannes. Nach zehn Wettfahrten setzte sich das Team mit 42 Nettopunkten vor Dirk Oldenburg mit 46 Punkten durch. Anatoly Loginov wurde Dritter, Klaus Diederichs Vierter.

Das Feld mit 34 Drachen aus 14 Nationen war hochkarätig besetzt. Neben Loginov und Diederichs segelte unter anderem Dmitry Bondarenko mit Yevhen Braslavets, Olympiasieger im 470er von Atlanta 1996.

Für Zankel und seine Crew lag der Schlüssel darin, über die gesamte Serie möglichst konstant zu segeln. Genau das gelang. Einen Wettfahrtsieg brauchte das Team dafür nicht: Die Serie lautete 4, 13, 3, 4, 12, 3, 2, 4, 7, 3; der 13. Platz wurde gestrichen. Damit segelte POR 90 siebenmal unter die ersten Vier. 

Zankel spricht rückblickend von einer traumhaften Regatta. Allein die zehn gesegelten Wettfahrten machten die Woche für ihn besonders. Einfach war es dennoch nicht: Bei der Leistungsdichte im Feld galt es vor allem, größere Ausreißer zu vermeiden.

Besonders anspruchsvoll wurde der letzte Tag. Am Morgen standen in der Ostbucht zunächst über 30 Knoten Ostwind, weshalb der Start verschoben wurde. Im weiteren Verlauf nahm der Wind ab und fiel bis zum Ende auf etwa zwölf Knoten. Die Dünung blieb jedoch stehen – und damit auch eine kräftige Welle auf der Drachenbahn. Die Kombination aus nachlassendem Wind und weiterhin hoher Welle verlangte den Crews einiges ab.

Einen kleinen Wermutstropfen sieht Zankel an Land: Die Drachen liegen inzwischen nicht mehr im alten Hafen und damit etwas abseits vom Zentrum der Régates Royales. Ganz weg vom Geschehen seien sie zwar nicht, doch die unmittelbare Nähe zu den Klassikern und zum Trubel im Hafen fehle ein Stück weit.

Ein zweites NRV Ergebnis in den Top 10 steuerte Tom Heinrich bei. Der ehemalige 49er-Vorschoter aus dem NRV Olympic Team segelte bei seiner ersten Drachenregatta den Drachen von Tommi Müller mit Mario Wagner und Moritz Diekhöner auf Rang sieben. Zwei zweite Plätze und ein dritter Rang gehörten zu den stärksten Einzelergebnissen der Crew.