Hubert Merkelbach und Markus Koy standen bereits vor der letzten Wettfahrt als Meister des Jahres 2026 fest.© Peter Nietsch

Markus Koy gewinnt mit Hubert Merkelbach die Internationale Deutsche und Schweizer Meisterschaft der Starboote. Vor Radolfzell setzt sich GER 8446 nach sieben Wettfahrten gegen 56 Teams aus acht Nationen durch. 

Die Meisterschaft auf dem Bodensee war international stark besetzt. Crews aus Deutschland, der Schweiz, Dänemark, Ungarn, Kroatien, den Niederlanden, Frankreich und Portugal gingen bei der vom Yacht-Club Radolfzell zusammen mit dem Yacht Club Rapperswil ausgetragenen Meisterschaft an den Start. 

Der Auftakt setzt den Ton für die gesamte Meisterschaft. Am Himmelfahrtstag stehen Wind, Welle, Regen, schlechte Sicht und einstellige Temperaturen auf dem Kurs. Vier der acht ausgeschriebenen Wettfahrten werden bereits am ersten Tag gesegelt, damit ist die Meisterschaftswertung früh gesichert. Zugleich fordert der Tag Material und Aufmerksamkeit: zahlreichen Kollisionen und insgesamt vier Mastbrüchen stehen im Protokoll.

Merkelbach und Koy kommen gut in diese Serie. Nach dem ersten Tag liegen sie an der Spitze des Feldes. Am Freitag wird es taktisch unruhiger. Drehende Nordwestwinde erschweren die Rennen, nur eine weitere Wettfahrt kann abgeschlossen werden. Den zweiten Lauf des Tages bricht Wettfahrtleiter Dani Wehrle wegen nachlassender Winde ab. Merkelbach/Koy rutschen nach hinten. Vor dem letzten Regattatag ist die Entscheidung wieder offen: Vier Teams haben noch Chancen auf den Titel.

Der Samstag beginnt freundlich und sonnig, bleibt aber nicht so. Eine Regen- und Hagelfront zieht über das Revier, die Temperaturen fallen erneut. Viele Teams gehen angesichts des zunächst freundlicheren Wetters nicht ganz so dick eingepackt aufs Wasser. Ein Fehler - mehrere Mannschaften kehren wegen Unterkühlung vorzeitig in den Hafen zurück und bestreiten die letzten beiden Wettfahrten nicht mehr.

Merkelbach und Koy nutzen das erste Rennen des Abschlusstages zur Entscheidung. Mit einem Sieg machen sie den Titelgewinn vorzeitig klar. In der letzten Wettfahrt starten auch sie nicht mehr. Die Bedingungen auf dem Wasser sind zu kalt.

Auf Rang zwei kommen Piet Eckert und Frederico Melo vom Zürcher Segel Club. Sie werden damit Schweizer Landesmeister. Platz drei geht an Michael Hestbaek und Jan Eli Gravad vom Vallensbaek Sejlklub in Dänemark. Daniel Fritz vom Chiemsee Yacht Club und Uli Seeberger vom Yacht-Club Radolfzell beenden die Meisterschaft als zweitbestes deutsches Team auf Rang vier.

Für Merkelbach und Koy ist Radolfzell ein weiterer gemeinsamer Titel im Starboot. 2014 wurden sie Europameister, 2015 folgte der südamerikanische Meistertitel, 2018 gewannen sie gemeinsam die Deutsche Meisterschaft. 

Markus „Keule“ Koy (51), ehemaliger Kadersegler, der zuvor gemeinsam mit Michael Koch, Robert Stanjek und Johannes Polgar segelte, wurde bisher insgesamt dreimal Starboot-Europameister und gewann zahlreiche deutsche Meistertitel. Nach über zwanzig Jahren in der Starbootklasse, in die er nach dem olympischen Aus des Dreimannbootes Soling wechselte, zählt er zu den erfolgreichsten deutschen Profiseglern der Klasse.

„Ich segle überwiegend Drachen und Starboot und kann alle meine Erfahrungen, mein Wissen und meinen Background aus vier Olympiakampagnen und einer America’s Cup-Teilnahme einbringen“, sagt Markus Koy. „Das Starboot ist sehr trimmsensibel und intensiv zu segeln. Was man auf dem Starboot lernt, kann man auf alle anderen Bootsklassen übertragen. Außerdem ist es ein Riesenspaß, das Boot zu segeln.“

Steuermann Hubert Merkelbach blickt auf eine ähnliche Erfolgsbilanz zurück wie sein Vorschoter und feierte nun seinen siebten deutschen Meistertitel. „Nach einer kleinen Pause, in der wir mit anderen Partnern gesegelt sind, sitzen wir nun seit einem Jahr wieder zusammen in einem Boot und konnten sofort wieder an die alte Vertrautheit und seglerischen Erfolge anknüpfen“, sagt der 62-jährige Orthopäde aus Überlingen. „Wir sind beste Freunde und verstehen uns auch an Land prima – das ist eine wichtige Grundlage für gute Ergebnisse.“

Die nächste große Herausforderung für das wieder vereinte Erfolgsduo startet bereits in zwei Wochen mit der „Eastern Hemisphere“-Regatta auf dem ungarischen Balaton, einem Silver Star-Event, das mit einer Europameisterschaft zu vergleichen ist. Es folgt die Teilnahme an der EM im niederländischen Medemblik, bevor als Saisonhöhepunkt die Weltmeisterschaft im US-amerikanischen Miami auf dem Programm steht.

„Was man auf dem Starboot lernt, kann man auf alle anderen Bootsklassen übertragen“, sagt Markus Koy dem DSV. Genau diese Klasse bleibt für ihn auch nach dem Ende ihrer olympischen Zeit ein sportlicher Maßstab: trimmsensibel, intensiv, körperlich fordernd.

Für das wieder vereinte Duo geht die Saison im Starboot weiter. Als nächste Station stehen  die Eastern Hemisphere-Regatta auf dem ungarischen Balaton. Danach folgen die Europameisterschaft in Medemblik und die Weltmeisterschaft in Miami an. 

Quelle: DSV/Sandra Valeska-Bruhns

Alle Ergebnisse-->  Manage2Sail.