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"Letztlich ist alles eine Frage der Motivation und Adaption"

Was macht ein Segler, der aufgrund der Corona-Situation nicht segeln darf bzw. nicht kann? Brot backen, Keller ausmisten, den Garten in einen Park umgestalten, Pool aufbauen, Kinder beschulen und den 5-jährigen davon abhalten, das Haus auseinanderzunehmen. Aber was, wenn das erledigt ist? Heiko Kröger, Paralympics-Sieger und mehrmaliger Gewinner der Para Worlds, berichtet:

NRV Mitglied Heiko Kröger versucht sich im Kiten © privat

Beruflich setze ich seit vielen Jahren inklusive Wassersportprojekte um und habe mir überlegt, dass ich die Frage „Wie kann man Wassersport trotz körperlicher Einschränkung (ich mag das Wort „Behinderung“ nicht) ausüben“, auch im Kite-Surfen selbst beantworten könnte.

Letztlich ist alles eine Frage der Motivation und Adaption. Motiviert bin ich und als Ausgleich für fehlenden Part meines linken Unterarms, habe ich eine offene Schlinge, in die ich mit links „greifen“ kann gebaut.

Mit dieser Adaption kann ich den Kite präzise steuern.

Letztes Wochenende habe ich dann in der Wassersportschule Sailaway in Großenbrode meine ersten Versuche an Land und später im Wasser absolviert. Es ging darum, den Kite kontrolliert im Windfenster zu bewegen. Das klappte dann auch so gut, dass ich übermütig wurde und mit einem 25m Flug und einer harten Landung bestraft wurde.

Leider nahmen Wind und Welle immer mehr zu und der Schritt aufs Board musste verschoben werden.

Nächstes Wochenende geht es für mich in die nächste Runde und mit Sicherheit auch aufs Board. Ich glaube, ich werde jetzt öfters mal „fremdgehen“.