Holzboote sind keine Schonobjekte. Auch mit Lack, Planken und jahrzehntealter Bootsbaukunst wird an der Tonne um jeden Meter gesegelt. Allein ein wenig Respekt schwingt in jedem Manöver mit, denn in den Rümpfen stecken Jahre, Arbeit und Geschichten. Bei der Holzbootregatta im NRV war genau das zu sehen. 28 Boote verteilen sich auf Classic Drachen, 12ft Dinghies und H-Jollen. Der Sonnabend brachte Wind, aber keinen bequemen. Zwischen 8 und 23 Knoten schwankte der Druck über die Bahn. Gerade diese Spreizung prägt die Wettfahrten und fordert Crews und Boote.
Für Alexander Prinz zu Schleswig-Holstein ist es eine besondere Ausgabe. Nach vielen Jahren liegt die Wettfahrtleitung der Holzbootregatta erstmals bei ihm. Der Vize-Kommodore übernimmt damit eine Regatta mit eigener Tradition und einem Feld, das sehr genau weiß, wie diese Veranstaltung funktionieren soll. Dass der Wechsel kaum auffällt, ist hier ein Kompliment. Als der Wind da ist, wird gesegelt. Als er am Sonntag nicht mehr kommt, wird nicht künstlich verlängert, sondern lieber im würdevollen Rahmen die Siegerehrung abgehalten.
Die Wettfahrtleitung nutzt den windigen Sonnabend konsequent aus. Am Ende stehen bei den Holzdrachen drei, bei den 12ft Dinghies und H-Jollen jeweils vier Wettfahrten in der Wertung.
Bei den Holzdrachen lässt Niklas Ganssauge mit Sven Kruse und Marcus Baur wenig offen. Das Team gewinnt mit den Plätzen eins, eins und zwei den Julius-Gahde-Gedächtnis-Preis mit vier Punkten. Sönke Bruhns folgt zusammen mit Christiane Bruhns und Moritz Almes mit acht Punkten auf Rang zwei, Jan-Christoph Maiwaldt wird zusammen mit Stefan Hitschfel und Nils Bauer bei zwölf Punkten Dritter.
In der Alsterschale der 12ft Dinghies setzt sich Torsten Keller durch. Nach vier Wettfahrten und einem Streicher steht er mit fünf Nettopunkten an der Spitze. Dahinter bleibt es eng: Peer Stemmler und Dittmer Behrmann kommen beide auf sechs Nettopunkte. Stemmler wird Zweiter, Behrmann Dritter.
Bei den H-Jollen segeln Jan Korf und Oliver Wendt auf Platz eins. Dahinter kommt eine der Geschichten dieser Regatta: Max Augustin und David Heitzig, beide NRV-Gewächse und sonst im schnellen Melges-32-Segeln zuhause, steigen mit einer über eBay gekauften und selbst hergerichteten H-Jolle ein. Die „Juwel“ trägt ihren Namen nicht nur hübsch, sondern segelt auch so: Platz zwei bei der Premiere. Die H-Jolle von Cecilia Ruppert und Lars Hückstädt folgt auf Rang drei.
Der Sonntag bleibt der angekündigte Gegenentwurf zum Sonnabend. Die Crews kommen noch einmal in den NRV, die Wettfahrtleitung wartet, doch die Alster liefert keinen stabilen Wind mehr. Bei der Siegerehrung spricht Alexander Prinz zu Schleswig-Holstein von einer wunderschönen Regatta mit einer ganz besonderen Stimmung und dieser besonderen Klammer der Holzbootliebhaber.

