Richard Schultheis und Fabian Rieger holen bei der San Pedro Olympic Classes Regatta im künftigen Olympiarevier von Los Angeles 2028 Gold. Die beiden Segler führten das 49er-Feld vom ersten Wettfahrttag an und entschieden die Regatta nach 15 Rennen und zwei starken Medaillenfinals mit 15 Punkten Vorsprung für sich.
31 Teams aus 18 Nationen waren im 49er vor San Pedro am Start. Schultheis/Rieger kamen von Beginn an gut mit dem Revier und seinen unterschiedlichen Bedingungen zurecht. Nach sechs Rennen lagen sie an der Spitze, nach neun Rennen führten sie weiterhin. Auch als der Kurs im weiteren Verlauf der Woche verlegt wurde und Strom sowie veränderte Windbedingungen neue Anforderungen stellten, behaupteten sie ihre Führung.
Am Vorschlusstag legten Schultheis/Rieger noch einmal nach und gewannen zwei Rennen. In den beiden Medaillenfinals der besten zehn Crews folgten die Plätze eins und zwei. Damit gewann das Duo die Regatta mit 15 Punkten Vorsprung vor James Grummett/Rhos Hawes aus Großbritannien. Dritte wurden Hernán Umpierre/Fernando Diz aus Uruguay.
„Es war fantastisch, im Austragungsrevier der Olympischen Spiele zu segeln“, bilanzierte Richard Schultheis. San Pedro habe die Teams mit hervorragenden Bedingungen verwöhnt. Besonders die Wellen und die Dünung auf den äußeren Kursen, aber auch das unbeständigere Flachwasser im Hafen hätten unterschiedliche Anforderungen gestellt. Fabian Rieger sah eine Stärke des Duos vor allem darin, sich auf diese Bedingungen einstellen zu können: Richard Schultheis habe gute Wege über den Kurs gefunden, während er selbst das Boot getunt und schnell gehalten habe.
Eine Besonderheit des Reviers zeigte sich insbesondere auf den äußeren Kursen. Dort ging es häufig über die rechte Seite, entsprechend ungewöhnlich waren teilweise die Starts: Mehr als 80 Prozent der Crews gingen in einzelnen Rennen auf Steuerbord über die Linie. Solide Starts und die Fähigkeit, anschließend den eigenen Speed auszuspielen, wurden damit zu einem wichtigen Faktor.
Klaus Lahme bringt den starken Auftritt seiner Segler mit einem kleinen Augenzwinkern auf den Punkt: „Das Olympiarevier scheint unseren 49er-Seglern Richard und Fabian zu liegen. Bei der top besetzten olympischen Testregatta in LA siegten sie überlegen.“
Auch im 49erFX war das NRV Olympic Team vertreten. Sophie Steinlein und Catherine Bartelheimer kämpften bis zum Ende der Qualifikation um den Einzug in die Medaillenrennen der besten zehn Crews. Als Elfte verpassten sie das Finale schließlich nur knapp. Insgesamt gingen 18 Frauencrews aus 14 Nationen an den Start. Den Sieg holten Vilma Bobeck/Ebba Berntsson aus Schweden vor Paula Barceló/Maria Cantero aus Spanien und Freya Black/Saskia Tidey aus Großbritannien.
Für die deutschen Skiffteams war San Pedro weit mehr als eine weitere Regatta im internationalen Kalender. Die Serie war der erste große Test auf dem Revier, auf dem 2028 um olympische Medaillen gesegelt wird. Über die Woche konnte das komplette Programm ohne Verschiebungen oder Rennausfälle gesegelt werden – mit unterschiedlichen Kursen, Welle und Dünung vor dem Hafen sowie den wechselhafteren Bedingungen im Inneren der Marina.
Für Schultheis und Rieger endete dieser erste intensive Kontakt mit dem Olympiarevier mit Gold – und mit einer Serie, in der sie das Gelbe Trikot der Führenden vom ersten bis zum letzten Tag nicht mehr abgaben.