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Michael Zankel, Diogo Pereira und João Matos Rosa sind Europameister im Drachen. Mit Easy (POR 90) gewann das Team nach sieben Wettfahrten und in einem Feld mit 62 Booten die Dragon European Championship vor Helsinki. Erstmals seit Markus Wieser steht damit wieder ein deutscher Steuermann ganz oben bei einer Drachen-Europameisterschaft. Dazwischen liegen 14 Jahre.

Die Entscheidung fiel über die Serie. Zankel, Pereira und Matos Rosa waren vom ersten Rennen an vorne dabei, übernahmen am dritten Regattatag die Führung und gaben sie ab da nicht mehr ab. Am Ende standen 33 Punkte auf ihrem Konto, zehn weniger als bei Ivan Bradbury, Lars Hendriksen und George Leonchuk auf Blue Haze (GBR 375). Bronze ging an Martin Pålsson, Christian Videbaek und Viktor Langström auf Nono (SWE 416).

Aber nicht nur Zankel setzte in Helsinki ein Ausrufezeichen. Auch Jan Woortman und Nicola Friesen segelten mit ihren Teams eine Europameisterschaft, die bis zum Finaltag nach Podium und Top Five aussah.

Nach drei Wettfahrten führten Jan Woortman, Michael Koch und Marcel Vockel auf Sapphire (GER 1221) die Gesamtwertung an. Direkt dahinter lagen Zankel, Pereira und Matos Rosa. Bo Johansen folgte mit Deja Vu 2.0 (DEN 428) auf Rang drei. Nicola Friesen, Vadim Statsenko und Charles Nankin standen mit Khaleesi (GER 1207) zu diesem Zeitpunkt auf Platz fünf. Graham Bailey und sein Team auf Bluebottle (GBR 192), später einer der stärksten Gegner im Titelkampf, lagen nach drei Rennen auf Rang sechs.

Am dritten Tag übernahm Zankels Team die Spitze. Dahinter blieb die Lage eng. Bailey gewann im Verlauf der Woche drei Wettfahrten und holte später die Classic-Wooden-Dragon-Wertung. Woortman, Koch und Vockel hielten sich weiter vorne. Auch Friesen, Statsenko und Nankin segelten über weite Strecken in den Top Five. Vor der letzten Wettfahrt lag Zankel auf Rang eins, Woortman auf Rang drei, Friesen auf Rang fünf.

Erst das Finale verschob die Ergebnisliste. Der Eindruck der Woche bleibt: Drei NRV Teams segelten in Helsinki über Tage in der Spitze. Zankel brachte den Titel ins Ziel. Woortman kämpfte bis zum Schluss ums Podium. Friesen hielt sich bis zum Finaltag in den Top Five.

Das letzte Rennen brachte noch einmal neue Bedingungen: Südostwind mit 10 bis 15 Knoten, ein neues Kursgebiet, mehrere Teams mit Titelchancen. Bailey ging als direkter Herausforderer in die Entscheidung, verlor auf der ersten Kreuz aber entscheidende Plätze. Zankel, Pereira und Matos Rosa arbeiteten sich in die Top Ten zurück. Das reichte klar für den EM-Titel.

„Amazing – absolutely amazing. I still can’t believe it“, sagte Zankel nach dem Sieg. Es sei sein erster wirklich großer Titel in der Klasse. Viele Gegner kennt er seit Jahren: „They’re like family to me.“ Auch Bailey gratulierte sportlich: „The right people won.“

Woortman, Koch und Vockel beendeten die Europameisterschaft auf Rang sechs. Friesen, Statsenko und Nankin wurden Achte.

Alle Ergebnisse: 

Fotos Bildergalerie: ©Tuomas Koljonen