Fotos: ©SailingShots by Maria Muiña
Mallorca, 30. April bis 4. Mai 2026 – Das war bei weitem nicht zu erwarten. Die komplett neu formierte Crew der „Elena Nova“ legte bei der hochkarätigen Palma Vela-Regatta mit dem Gesamtplatz zwei einen durchaus geglückten Saisonstart im ORC-Klassement hin. Eigner Christian Plump gewann zuvor schon acht Mal diese prestigereiche Auftakt-Rennserie, aber das stets mit eingespielter Teamarbeit auf sehr unterschiedlichen Yachten: anfänglich mit drei Weltmeistertiteln im Gepäck auf einer Swan 45, und mittlerweile, in der Konstruktion moderner konfiguriert, mit der etwas kleineren Nautor-Schwester, der Swan 42.
Das Jahr 2026 markiert einen neuen Höhepunkt in der Geschichte der Regatta. Mit einem Zuwachs von fast 35 % im Vergleich zu den Vorjahren festigte die Palma Vela 2026 ihren Status als wichtigste Auftaktregatta der Mittelmeersaison. Mit knapp 150 gemeldeten Booten gingen über 1.400 Segler aus rund 20 Nationen in 13 verschiedenen Klassen an den Start, darunter ORC 0-5, ORC A2, TP52, Maxis/IRC, Dragon, Flying Fifteen, 6 Metre und die neu integrierte Klasse Mini 6.50.
Besonders die ORC-Flotte war so stark besetzt wie nie zuvor und überzeugte durch eine stolze Teilnehmerzahl. Umso glücklicher zeigte sich Eigner und Steuermann Christian Plump mit dem Teamergebnis. „In der Klasse ORC 1 kam es erneut zu einem hoch spannenden Schlagabtausch zwischen bewährten Klassikern und moderneren Konstruktionen. Wir erwischten einen exzellenten Start in die Serie. Am ersten Renntag konnten wir moderneren Konstruktionen, insbesondere solchen wie die letztendlich siegreiche Nola, in beiden Läufen schlagen und übernahmen gleich zum Auftakt die Gesamtführung. Dann jedoch die Wende im Küstenrennen: Am zweiten Tag, der durch taktisch schwierige Leichtwindbedingungen geprägt war, mussten wir uns im 25-Meilen-Küstenrennen der estnischen Nola, einer Carkeek 40, geschlagen geben.“
Alle Hoffnungen lagen dementsprechend im Finale. Doch trotz der bemerkenswerten Einzelplatzierungen (1, 1, 2, 2, 2, 2) machte das Wetter am letzten Tag, dem Wunsch des Eventsieges, einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Das Wettfahrtkomitee versuchte zwar, den Start vorzuverlegen, musste jedoch aus Sicherheitsgründen abbrechen. Alle Rennen wurden am Sonntag wegen schwerer Gewitter und Sturmböen komplett abgesagt. Somit zählten die Stände vom Samstagabend wie folgt.
Top-Endergebnisse ORC 1:
1. Nola (EST) – 6 Punkte
2. Elena Nova (GER) – 8 Punkte
3. Hydra - Forelle Estates (ESP) – 16,5 Punkte
Auch wenn es bei einer so konstanten Teilnahme über viele Jahre und mittlerweile acht Siegen wie ein Selbstgänger wirkt, so war dieser zweite Platz für Christian Plump ein besonderer: „Es ist für mich persönlich nach wie vor nicht nur unglaublich spannend, sondern auch eine besondere Herausforderung, ein solches Segelprojekt über viele Jahrzehnte immer wieder erneut auf die Beine zu stellen. Was kann es da Schöneres geben, als am Ende mit einem Podiumsplatz belohnt zu werden“, berichtet der dreifache Weltmeister in verschiedenen Klassen, sichtlich zufrieden.
Insgesamt zeigte sich Christian Plump von der Palma Vela Regatta, die erstmals 2004 ausgetragen wurde, erneut tief beeindruckt: „Diese Regatta ist nicht einfach nur der Auftakt für die Mittelmeersaison, sondern hat sich zu einem absoluten Top-Event entwickelt. Dabei lieferte die Bucht vor Palma über die Renntage recht schwierige Wetter-Szenarien für die sehr unterschiedlichen Bootsklassen, berichtet Christian Plump: „Die äußerst wechselhaften Windbedingungen waren eine große Herausforderung. So entschieden nur wenige Sekunden über Sieg oder Niederlage in den extrem spannenden Rennen. Jedes Manöver und möglichst jede taktische Entscheidung muss sitzen, da es bei den unterschiedlichen Yachten in ORC um zu vergütende Zeit geht.“
Als nächste Veranstaltung in diesem Jahr folgt für das neu formierte Segel-Team die inoffizielle Weltmeisterschaft im Seesegeln, die Copa del Rey. Bei diesem legendären Event, welches Christian Plump bereits 2017 mit der Swan 45, und auch später mit der Swan 42 in 2023 und 2024 gewinnen konnte, werden voraussichtlich noch weitaus mehr kompetitive Boote in der Klasse an der Startlinie versuchen, dem Bremer Vater zweier erwachsener Söhne, das Leben auf dem Wasser schwer zu machen. Es bleibt also spannend.