Bei der 43. Peter Gast Schiffahrtsregatta gehen beide Gesamtwertungen an NRV Segler. Dr. Tobias Brinkmann, stellvertretender Vorsitzender des NRV, setzte sich mit seiner neuen Pogo RC „MarieJo“ in der ORC-Wertung durch. Auf Platz zwei folgte die „Störtebeker“ des Hamburgischen Vereins Seefahrt. In der Yardstick-Gesamtwertung triumphierte die Crew der klassischen „Bounty“ mit Dirk Pramann, dem Vorsitzenden des Kuratoriums des NRV Olympic Teams, an Bord.
103 Yachten starteten am Samstag zur traditionsreichen Peter Gast Schiffahrtsregatta t von Schleimünde nach Ærøskøbing. Bei westlichem Wind um 15 Knoten gingen die Crews zunächst auf eine kurze Kreuz und anschließend um mehrere feste Seezeichen. Bei Skjoldnæs bogen die Yachten auf den Vorwindkurs in Richtung Ziel ab.
Dort wurde es sportlich. Der Wind nahm stetig zu und erreichte in den Böen mehr als 22 Knoten. Regenschauer, kräftige Wellen und dunkle Wolken verlangten den Crews einiges ab. Nicht alle Yachten setzten unter diesen Bedingungen Spinnaker oder Gennaker. Kurz vor dem Ziel zog noch einmal eine heftige Böe über das Feld. 101 der 103 gestarteten Yachten erreichten Ærøskøbing.
„Wir sind bei 15 Knoten Wind gestartet, danach nahm der Wind stetig zu, dazu kamen immer wieder Regenschauer. Auf dem Vorwindkurs briste der Wind auf 22 Knoten auf, in Böen auch mehr. Bei kräftiger Welle entwickelte sich typisches ‚Sonnenschusswetter‘, so dass die Regatta zum Ziel den Gästen ‚Abenteuer pur‘ bot“, berichtet Alexander Prinz zu Schleswig-Holstein.
Schnellstes Schiff im Ziel war die 86 Fuß lange „UCA“ mit Skipper Gunnar Knierim. Sie benötigte für die Strecke lediglich 3:03:46 Stunden.
„MarieJo“ gewinnt vor der „Störtebeker“
Gemeinsam mit seinem Vater Berthold Brinkmann, Martin Buck und Segelsportautor Svante Domizlaff segelte Tobias Brinkmann die „MarieJo“ in 3:52:36 Stunden ins Ziel. Nach Berechnung lag die Pogo RC bei 4:06:26 Stunden und gewann sowohl die Klasse ORC Club B als auch die ORC-Gesamtwertung.
Genau 18 Minuten dahinter folgte die „Störtebeker“. Torben Mühlbach und seine Crew vom Hamburgischen Verein Seefahrt benötigten mit der Carkeek 47 lediglich 3:17:46 Stunden und kamen nach Berechnung auf 4:24:26 Stunden. Damit gewannen sie ORC Club A und belegten zugleich Platz zwei der Gesamtwertung.
Auch die „Haspa Hamburg“ segelte weit nach vorn. Katrina Westphal steuerte die zweite HVS-Yacht auf Rang zwei in ORC Club A und Platz fünf der ORC-Gesamtwertung.
„Alles aus dem Schiff herausgeholt“
Den zweiten Gesamtsieg mit NRV Beteiligung holte eine klassische Yacht. Die Herreshoff-Ketsch „Bounty“ gewann nicht nur die Klassikerklasse, sondern auch die gesamte Yardstick-Wertung.
Michael „Schmiddl“ Schmidt steuerte die für LightPartner von Dirk Pramann, gemeldete Yacht. Zur Crew gehörten neben Pramann außerdem Michi Koch, Christopher Opielok, Florian Spalteholz sowie Stefan und Heike Matschuck. „Wir haben wirklich aus dem ganzen Schiff alles herausgeholt“, berichtete Pramann.
Für Stefan und Heike Matschuck war die gemeinsame Regatta in einer persönlich herausfordernden Zeit als besonderes Geschenk gedacht. Dass die Crew am Ende mit der „Bounty“ sogar den Yardstick-Gesamtsieg holte, machte das gemeinsame Erlebnis umso besonderer.
Nach 4:34:58 Stunden überquerte die „Bounty“ die Ziellinie. Ihre berechnete Zeit von 4:21:52 Stunden bedeutete Platz eins in der Klassikerklasse und in der gesamten Yardstick-Wertung. „Es war wirklich ein ganz, ganz tolles Wochenende, und ich habe mich sehr gefreut, dabei sein zu dürfen“, sagte Pramann.
Vom schnellen Ritt zum Einlaufbier
Im Hafen von Ærøskøbing wurden die Crews von zahlreichen Zuschauern begrüßt. Kurz nachdem die Yachten festgemacht hatten, klarte der Himmel auf. „Selten haben die Teilnehmenden das Einlaufbier so genossen wie in diesem Jahr“, berichtete Cheforganisator Alexander Gast.
Auch organisatorisch trug der NRV zur Regatta bei: Gemeinsam mit Engagierten aus dem Kieler Yacht-Club und dem Segel-Verein Altona-Oevelgönne kümmerte sich das Team um Start und Ziel. Die Wettfahrtleitung lag bei NRV Vizekommodore Alexander Prinz zu Schleswig-Holstein. Dieser freute sich nach der Wettfahrt ganz besonders über die harmonische Zusammenarbeit des gesamten Wettfahrtleitungsteams.
Am Abend tauschten die Crews Ölzeug und Seestiefel gegen festliche Kleidung. Nach einem gemeinsamen Rundgang durch Ærøskøbing wurden im Festzelt die Sieger einer Schiffahrtsregatta geehrt, die den Crews sportlich einiges abverlangt hatte.