Harm Müller-Spreer gewinnt mit „Platoon Aviation“ den Royal Cup in Puerto Calero und übernimmt damit die Führung in der 52 Super Series. Bereits nach neun von zehn Rennen stand der vierte Royal-Cup-Sieg des Hamburger Steuermanns fest.
Drei Siege, drei zweite Plätze und insgesamt nur 34 Punkte: Müller-Spreer und seine Crew segelten vor Lanzarote ihre bislang stärkste Regatta der Saison. Vor dem Finaltag lagen sie 16 Punkte vor „Provezza“. Im ersten Rennen des Tages setzte sich „Platoon Aviation“ zunächst in der Mitte des Kurses fest. „Alkedo Cetilar“ schob sich an der ersten Bahnmarke vorbei, doch auf dem ersten Vorwindkurs holte sich Müller-Spreers Team die Führung zurück. Der dritte Wettfahrtsieg der Serie machte die Rechnung eindeutig: Der Royal Cup war entschieden noch bevor das letzte Rennen begann.
Dass „Platoon Aviation“ dort mit Platz neun ihr schwächstes Ergebnis der Woche einfuhr, änderte am Regattasieg nichts. Mit 34 Punkten gewann das deutsche Team deutlich vor der brasilianischen „Crioula“ mit 59 Punkten. „Provezza“ aus der Türkei fiel im letzten Rennen noch auf Rang drei zurück und beendete den Royal Cup mit 60 Punkten.
„So langsam fährt die Kiste“, sagte Müller-Spreer gegenüber der Yacht nach dem Sieg. Der Satz klingt beiläufig, trifft aber den Kern dieser Saison. Seit dem Stapellauf des aktuellen TP52 hatte das Team an vielen Stellen gearbeitet: neuer Kiel, neue Kielfinne, neues Ruderblatt, Veränderungen am Rigg und ein überarbeitetes Segeldesign. Vor Puerto Calero passte das Paket. „Jetzt sind wir einfach schnell und diese Woche auch gut gesegelt“, sagte Müller-Spreer, sichtlich glücklich und vor allem stolz. Die Abstimmung zwischen Steuermann, Taktiker Vasco Vascotto, Stratege Jordi Calafat und Navigator Juan Vila habe funktioniert, auch die Starts saßen.
Für „Platoon Aviation“ war es der erste Regattasieg seit dem Royal Cup 2024 in Valencia. Zugleich gewann Müller-Spreer auf Lanzarote die Eigner-Steuermann-Wertung. In der Geschichte des Royal Cups war es nach den Erfolgen 2021, 2023 und 2024 bereits der vierte Titel für sein Team.
Noch größer war der Sprung in der Saisonwertung. „Platoon Aviation“ war mit 17 Punkten Rückstand auf den amtierenden Weltmeister „Sled“ nach Puerto Calero gekommen. Nach zehn Rennen reiste die Mannschaft mit elf Punkten Vorsprung ab. Müller-Spreer führt die 52 Super Series nun mit 171 Punkten vor „Sled“ mit 182 und „Alkedo Cetilar“ mit 217 Punkten an.
Entschieden ist die Saison damit nicht. Vom 5. bis 10. Oktober steht in Valencia die fünfte und letzte Regatta auf dem Programm. „Wir müssen noch zehn Wettfahrten segeln“, sagte Müller-Spreer. „Es ist Quatsch, jetzt aufs Gesamtergebnis zu schauen.“