Liebe Freunde, Partner und Sponsoren,
die WM 2023 steht vor uns!
Seit Freitagabend sind wir in Den Haag (Niederlande), bis dahin haben wir in Belgien an der Nordsee trainiert. Früher durften wir nicht ins Event-Revier, auf dem diesmal alle olympischen Segel-Disziplinen ihre gemeinsamen Weltmeisterschaften (alle vier Jahre) austragen.
In Belgien haben wir uns vor allem auf die Komponente fokussiert, die hier auf dem WM-Revier einen zusätzlichen Faktor darstellt: die Strömung. Denn in keinem anderen Revier einer international bedeutenden Regatta der 470er spielt Strömung eine wesentliche Rolle.
Die Holländer haben hier zwei große Zelte aufgestellt, der ganze Strand ist mit Kunststoff- und Metallplatten ausgelegt. Am Montag dürfen wir in den Boat Park, dann erstreckt sich die Vermessung über die folgenden drei Tagen - und für Freitag (11. August) sind die ersten Wettfahrten vorgesehen. Das Medal Race ist für den folgenden Freitag, 17. August, angesetzt.
Wir fühlen uns gut vorbereitet, die Stimmung in der deutschen Mannschaft ist gut - und ob wir tatsächlich gut vorbereitet sind, werden wir nach den ersten Wettfahrten sehen. Unser Ziel ist es das Event wieder zu gewinnen. Denn den Titel von 2022 brauchen wir nicht zu verteidigen - den kann uns ja keiner mehr nehmen. Verteidigen kann man nur einen Vorsprung oder eine Position. Aber hier fangen wir alle bei null Punkten an.
Die stärkste Konkurrenz erwarten wir aus unserer eigenen Mannschaft, der „German 470 Squad“, wie es World Sailing bezeichnet. Aber die Spanier und Franzosen haben dieses Jahr schon großen Regatten gewonnen, die Schweizer voriges Jahr das Test-Event hier in Den Haag, die Schweden die EM. Auch unsere österreichischen Freunde sind immer gut für Spitzenplätze. Wir sind zwar mit einem zweiten Platz beim World Cup in Palma hervorragend in die Saison gestartet - doch dass es auch anders laufen kann, haben wir in den folgenden Regatten gesehen. Es gilt also, erst einmal um die Medaillenplätze mitzusegeln. Dann müssen, wie in allen Sportarten, sehr viele Dinge optimal zusammenlaufen, um am Ende ganz oben zu stehen. Es ist bei der aktuellen Leistungsdichte im 470er weder für uns, noch für die anderen Teams selbstverständlich, nachher ganz vorne dabei zu sein. Am Start sind 65 Teams aus 29 Nationen.
In Den Haag geht es auch um die ersten acht Nationentickets für Olympia 2024. Auch hier muss sich ein deutsches Team unter den ersten acht Nationen platzieren, um dieses Ziel insgesamt als Mannschaft zu erreichen. Ein Selbstläufer ist das nicht, auch wenn es bisher immer geklappt hat, dass mehrere deutsche Teams in den Top-Ten waren. Selbstvertrauen ist gut, Selbstsicherheit ist heimtückisch...
Bei Wind und Wetter sind wir auf alles vorbereitet. Es hat sich gezeigt, dass im Laufe einer Woche meist alle Bedingungen vorkommen. Immer ordentlich segeln - das ist unsere Devise, um unser Ziel zu erreichen.
Die Event-Seite der „Allianz Sailing World Championships“ mit Zeitplänen, Tracking und Ergebnissen ist hier zu finden:
https://thehague2023.sailing.org
Neben all den Vorbereitungen für die WM wollen wir nicht vergessen, uns bei euch und Ihnen für die umfassende Unterstützung, die uns zukommt, ganz herzlich zu bedanken!
Drückt uns die Daumen!
Viele Grüße,
Luise und Philipp