Silke Basedow gewinnt den Helga Cup zum fünften Mal. Gemeinsam mit Maren Hahlbrock, Marion Rommel und Juliane Zepp setzt sie sich mit dem Team Stiftung Mammazentrum vom Hamburger Segel-Club im Finalrennen der J/70-Wertung bei Böen von mehr als 30 Knoten auf der Hamburger Außenalster durch. Auf Platz zwei folgen die VSaW Ladies vom Verein Seglerhaus am Wannsee, Dritte wird das Team des Kieler Yacht Clubs.

Von Freitag bis Sonntag war der NRV Schauplatz der neunten Ausgabe des Helga Cups. Rund 360 Seglerinnen aus acht Nationen gingen an den Start. In der J/70 segeln 64 Frauenteams insgesamt 67 Wettfahrten inklusive Finalrennen. Parallel treten in der inklusiven Klasse RS Venture Connect sieben weibliche Duos in zwölf Wettfahrten an.

Damit gehört die Alster drei Tage lang dem Frauensegelsport. Auf dem Wasser geht es um Starts, Manöver, Winddreher und Platzierungen. An Land treffen Crews aus acht Nationen, inklusive Teams, erfahrene Steuerfrauen, neue Gesichter und langjährige Helga-Cup-Seglerinnen aufeinander. Auch in seiner neunten Auflage bleibt der Helga Cup ein Regattawochenende, bei dem Frauen nicht am Rand stehen, sondern im Zentrum des Geschehens segeln.

Für Silke Basedow ist es zwar bereits der fünfte Sieg seit der Premiere der Regatta im Jahr 2018, dennoch musste auch dieser erstmal erkämpft werden: „Dieser Helga Cup war für uns ganz besonders: Nach zwei Jahren Pause sind wir wieder an den Start gegangen. Was von außen einfach aussieht, ist harte Arbeit – über viele Jahre antrainiert“, sagt Silke Basedow nach dem Finale. „Und doch hatten wir am Ende etwas Glück und konnten den Sieg nach Hause bringen. Das Team vom VSaW hätte ihn genauso verdient. Die Stimmung an Land und auf dem Wasser war wie immer das besondere Highlight. Wir haben viele Bekannte und Freundinnen und Freunde von früher wiedergetroffen und neue Gesichter kennengelernt. Die Hilfsbereitschaft, das Interesse und der gegenseitige Respekt sind einzigartig.“

In der inklusiven Klasse RS Venture Connect gewinnen Sophia Hein und Talissa Hackbarth mit Team Sophia von Wir sind Wir. Auch diese Wertung wird am Sonntag unter anspruchsvollen Bedingungen entschieden.

„Dass wir die inklusive Wertung gewinnen konnten, bedeutet uns unglaublich viel – gerade bei diesen harten Bedingungen am Finaltag“, sagen Sophia Hein und Talissa Hackbarth. „Beim Helga Cup zählt aber weit mehr als das Ergebnis: Hier segeln Frauen mit und ohne Behinderung auf Augenhöhe. Genau dieses Miteinander macht die Regatta so besonders. Wir nehmen jede Menge Energie und Erinnerungen mit nach Hause.“

Bei der Siegerehrung übergibt NRV Commodore Andreas Christiansen gemeinsam mit seinem Vorgänger Gunter Persiehl den von Persiehl gestifteten Commodore-Preis. Die Auszeichnung geht an Maria Gonzalez aus Guatemala als am weitesten angereiste Teilnehmerin des Helga Cup 2026.

„Der Helga Cup ist jedes Jahr ein besonderer Moment für den NRV“, sagt Klaus Lahme, Clubmanager des Norddeutschen Regatta Vereins. „Hier wird nicht über Sichtbarkeit gesprochen, hier entsteht sie auf dem Wasser. Die Energie, mit der die Seglerinnen einander unterstützen, anfeuern und gleichzeitig hart gegeneinander regattieren, ist außergewöhnlich. Genau diese Mischung macht den Helga Cup so stark.“

Premiere für das Change Makers Race

Neu im Programm ist in diesem Jahr das Change Makers Race. Frauen aus Politik, Sport, Medien und Gesellschaft gehen gemeinsam mit erfahrenen Skipperinnen aufs Wasser. Die Schirmherrschaft übernimmt Aydan Özoğuz, SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Sport und Ehrenamt im Deutschen Bundestag.

„Der Helga Cup zeigt, welche Kraft im Sport steckt, ganz besonders, wenn Frauen mit so viel Begeisterung, Teamgeist und Power auf dem Wasser sind“, sagt Özoğuz. „Das Change Makers Race steht genau für diese Idee: Veränderung beginnt dort, wo Menschen mutig vorangehen. Ich freue mich sehr, die Schirmherrschaft für dieses neue Format zu übernehmen.“

Das Change Makers Race geht auf eine Initiative von Claudia Langenhan, Juliane Timmermann und Katharina von Kodolitsch zurück. Neben Aydan Özoğuz und den Initiatorinnen gehen unter anderem Mareike Miller, Mitglied des DOSB-Präsidiums und Paralympics-Siegerin im Rollstuhlbasketball, Regina Jäck aus der Hamburgischen Bürgerschaft, Juliane Möcklinghoff von ARD/NDR, Svenja Weber vom Dialoghaus Hamburg, Jessica Staschen von der Zeit-Stiftung, Nuray Paulsen sowie Frauke Rawert von der Reinhard Frank Stiftung an den Start.

Gesegelt wird auf fünf Booten mit jeweils zwei Change-Makers-Teilnehmerinnen und erfahrenen Skipperinnen. Eines der Boote steuert Olympiaseglerin Susann „Sanni“ Beucke. Den Sieg holt Team „Helga“ mit Jessica Staschen und Katharina von Kodolitsch, Präsidentin des Hamburger Sportbundes, an Bord. Gesteuert wird das Boot von Skipperin Jana Scherbarth.

Nach drei Tagen auf der Alster endet der 9. Helga Cup mit einem Starkwindfinale, zwei Siegerteams und einer Premiere, die das Regattawochenende um ein neues Format erweitert.

Das Podium des Helga Cup 2026

J/70

  1. Team Stiftung Mammazentrum, Hamburger Segel-Club
    Silke Basedow, Maren Hahlbrock, Marion Rommel, Juliane Zepp
  2. VSaW Ladies, Verein Seglerhaus am Wannsee
    Frederike Westphalen, Catharina Schaaff, Carolin Schaaff, Anna Krömke
  3. Kieler Yacht Club
    Henriette Haberland, Gesa Papenthin, Luca Sartori, Paula Broneske

RS Venture Connect

  1. Team Sophia, Wir sind Wir
    Sophia Hein, Talissa Hackbarth
  2. Windbräute, Segler-Verein Wakenitz / Hamburger Segel-Club
    Nica Storm, Stephanie Brix
  3. Skyline Sisters, Hanseatischer Segelsportclub / Offenbacher Ruderverein 1874
    Ada Kaffanke, Laura Weise

Fotos: ©Sven Jürgensen und Lars Wehrmann | Helga Cup

HelgaCup2026