Einmal Marstrand, Wikingerschiff verteidigen und zurück: Jan Woortman, Michi Koch und Markus Koy gewinnen die offene Gesamtwertung der Swedish and Nordic Championship Dragon – und nehmen damit genau den Preis wieder mit, den Woortman im vergangenen Jahr erstmals aus Schweden nach Hause gebracht hatte: das Wikingerschiff

Geschenkt wurde ihnen die Titelverteidigung nicht. Vor allem Jan Secher machte es spannend. Der amtierende schwedische Meister hatte Woortman schon im vergangenen Jahr in Skanör den Sieg streitig gemacht. Vor der letzten Wettfahrt lag Secher vorn. Für Woortman, Koch und Koy war die Rechnung eindeutig: Sie mussten das Rennen gewinnen – und Secher musste mindestens Dritter werden.


Bei erneut viel Wind gelang der deutschen Crew genau das. Sie gewann die sechste und letzte Wettfahrt. Danach blieb nur der Blick zurück auf Secher. Der Schwede bekam Probleme und erreichte das Ziel nicht. Mit seinem DNF als Streicher standen schließlich beide Teams bei neun Nettopunkten; der Tiebreak entschied die Gesamtwertung für Woortman, Koch und Koy.

Schwedischer oder nordischer Meister konnten die drei als deutsche Crew nicht werden. Den sportlichen Gesamtsieg aber holten sie sich trotzdem – und damit genau das, weshalb sie nach Marstrand gekommen waren: das Wikingerschiff.

Dabei lieferte Marstrand weit mehr als nur einen engen Kampf um den Sieg. An einem der Regattatage blies es draußen vor der Küste so kräftig und die See war so hoch, dass dort nicht gesegelt werden konnte. Die Wettfahrtleitung wich deshalb mit den Drachen zwischen die Schären aus.

Woortmans erste Reaktion war wenig euphorisch. Drehende Winde zwischen den Inseln, enge Bahnen – in seinem Kopf entstand zunächst eher „Alster hoch zehn“. Doch das Gegenteil wartete auf die Crews: eine große Bucht zwischen den Schären, Flachwasser, Wind und rundherum Felsen und Meer. Für Woortman wurde aus der vermeintlichen Notlösung einer der schönsten Teile der Regatta.

Gerade diese Mischung ist es, die er anderen Drachencrews ans Herz legt: anspruchsvolles Regattasegeln und eine Landschaft, die man mitten im Rennen erlebt. Und Marstrand ist von Hamburg beinahe "ein Katzensprung". Drachen anhängen, Richtung Schweden fahren, drei Tage auf einem der großen skandinavischen Reviere segeln – und auf der Rückfahrt geht es mit der Fähre über Nacht wieder Richtung Heimat.

Nachmachen ausdrücklich empfohlen!