Auf dem Wannsee herrschen beste Bedingungen: drehiger Wind, Böen zwischen sieben und zwanzig Knoten, und ein Feld von 42 J/70-Teams, die um die deutsche Meisterschaft kämpfen. Für das NRV-Juniorenteam wird es eine Regatta der zwei Gesichter.
Tag eins läuft durchwachsen, Platz sechs nach fünf Rennen. Tag zwei bringt die Wende: ein Rennsieg, drei Top-Five-Platzierungen, plötzlich ist das Team wieder im Titelkampf. Doch die letzten beiden Wettfahrten entscheiden anders.
Ein Bericht von Moritz Gießelmann:
Am vergangenen Wochenende wurde der Wannsee zur Kulisse für unsere wahrscheinlich spannendste Regatta der Saison 2025. Der Berliner Yacht Club veranstaltete nämlich die Internationale Deutsche Meisterschaft der J70. 42 Teams, darunter auch Segler aus Schweden, Dänemark, Polen und den Niederlanden, kämpften um den Pokal, der die letzten 12 Monate das Büro des NRV geschmückt hat. Vergangene Saison setzten wir uns gegen die Konkurrenz aus ganz Deutschland durch und dieses Jahr war unser Ziel mit demselben Team, bestehend aus Mats Schönebeck, Moritz Gießelmann, Henrik Peters und Bjarne Stegelmann, den Titel zu verteidigen.
Die Regatta fand von Donnerstag bis Samstag statt und wir reisten erst Mittwochabend an. Wir waren zwar voll im Zeitplan aber kurz vor dem Segeln erst das Boot zu kranen gehört eigentlich nicht zu unserer Routine. Bei drehigem und böigem Westwind zwischen sieben und fünfzehn Knoten wurden dann fünf Rennen gesegelt. Mit einer etwas schläfrigen und dementsprechend auch eher durchwachsenen Leistung waren wir nach fünf Rennen auf dem sechsten Platz mit neun Punkten zum derzeitigen Ersten. Das Zwischenergebnis nach dem ersten Tag entsprach allerdings nicht unseren Erwartungen und auch nicht dem Anspruch an uns selbst, mit dem wir in diese Regatta gestartet sind.
Der nächste Tag brachte Wind aus derselben Richtung mit 13 bis 20 Knoten und auch jede Menge Möglichkeiten, sich nach vorne zu fahren, mit. Mit einem Rennsieg und drei Top Five Platzierungen haben wir am zweiten Tag gezeigt, dass wir uns fokussiert haben und auf jeden Fall Anwärter auf den Titel sind. Nach neun Wettfahrten lagen wir nämlich auf dem zweiten Platz. Vor uns lediglich das schwedische Team und direkt hinter uns die Lokalmatadoren des Berliner Yacht Clubs. Mit zwei Rennen, die noch gesegelt werden sollten, ist der Titel auf einmal zum Greifen nah gekommen.
Doch in den letzten zwei Rennen konnten wir dann bei gleichen Bedingungen wie am Vortag diese Leistung nicht mehr ganz aufrechterhalten. Das Team des Berliner Yacht Clubs ist am letzten Tag sehr konstant gefahren und auch Till Krüger vom MSC konnte mit zwei Rennsiegen in den letzten beiden Rennen glänzen. Insgesamt reichte es für Platz drei, denn die Schweden haben ihre Serie am letzten Tag nicht fortsetzen können und sind auf den vierten Platz zurückgefallen. Bis zum Schluss ist die Meisterschaft nochmal richtig spannend geblieben, denn wir waren punktgleich mit dem MSC, die Vizemeister geworden sind, und lagen vier Punkte hinter dem neuen Deutschen Meister in der J70 Klasse vom Berliner Yacht Club.
Obwohl wir unser Ziel knapp verpasst haben, sind wir trotzdem zufrieden mit unserer Leistung. Der Berliner Yacht Club hat am Samstagabend eine großartige Party veranstaltet und das Wichtigste am Segeln, nämlich der Spaß, kam bei uns dementsprechend auch nicht zu kurz.
In einem Jahr gehen wir wieder für den NRV in den Titelkampf an den Start und bis dahin wünschen wir allen eine erholsame Winterpause.
Euer NRV Juniorenteam