Was für eine Saison! Das NRV Juniorenteam krönt das Double aus Bundesliga- und Juniorenmeisterschaft mit dem Sieg der Youth Sailing Champions League in Altea. Drei Titel in einem Jahr – mehr geht kaum. Nach einer starken Bundesliga-Saison und einem souveränen Auftritt im nationalen Nachwuchsfeld setzten die fünf Hamburger zum internationalen Höhenflug an – und brachten den Pokal erstmals nach Deutschland.

Altea an der spanischen Mittelmeerküste bot alles, was Segeln anspruchsvoll macht: Sonne, Welle, starker Wind. Gesegelt wurde nicht auf den vertrauten J/70, sondern auf neuen, umgebauten Platu 25 – größer, schwerer, technischer. Eine Umstellung, die Erfahrung und taktisches Gespür verlangte. Gennaker waren zeitweise verboten, also zählte das saubere Zusammenspiel und das richtige Händchen für den Druck im Segel.

Das NRV-Team – mit Mats Schönebeck am Steuer, Henrik Peters, Moritz Gießelmann, Bjarne Stegelmann und Siri Segger – fand schnell den Rhythmus und segelte mit Nervenstärke durch drei intensive Wettkampftage. Im packenden Finale gegen den San Francisco Yacht Club setzten sie den entscheidenden Schlag und machten den historischen Dreifach-Erfolg perfekt.

„2025 war ein außergewöhnliches Jahr für uns“, sagt Schönebeck. „Nach der Junior League und der 1. Liga jetzt auch den internationalen Titel zu holen, ist der perfekte Abschluss unserer Saison.“

Wie es zu diesem Erfolg kam, welche Rolle Vorbereitung, Teamgeist und ein neues Boot spielten – das schildert er selbst:

Ein lebendiger, detaillierter Bericht von Steuermann Mats Schönebeck

Der Abschluss diesen Jahres war die youth sailing Championsleague in Altea Spanien. Nach einer Erfolgreichen Saison, fuhren wir mit einem klaren Ziel nach Altea: Gewinnen.

Mittwoch 05.11.2025: Bjarne, Moritz und ich machten uns mit dem Flieger nach Altea. Warum schon am Mittwoch? Laut Bjarne: "Wir müssen noch einmal braun werden für den Winter", der eigentliche Grund: die Flüge waren günstiger. In Alicante gelandet, fuhren wir weiter nach Altea und schauten uns unsere Unterkunft an.

Sonnenuntergang

Nachdem wir auf dem Balkon standen und die Aussicht genossen hatten, gingen wir im Meer baden und fuhren anschließend zum Hafen um uns den Club Náutico de Altea, den ausrichtenden Verein, und die für uns neuen Boote anzuschauen.

Im Voraus stand fest, dass das Event nicht wie gewohnt auf J70, sondern auf umgebauten Platu 25 gesegelt wird. Daher ging die Vorbereitung schon weit vor dem Begutachten der Boote los. Wir suchten Videos, Bilder und Guides heraus um uns auf das neue Boot vor dem ersten Mal segeln gut vorzubereiten.

Der größte Unterschied zu der J70 war das Ideal Gewicht. In der Bundesliga ist dies ca. 330 Kilogramm, auf der Platu hingegen ca. 400 Kilo. Das hieß für uns, dass wir mit 5 statt wie üblich mit 4 Leuten segeln mussten. Eine Person mehr, bedeutet gleichzeitig auch eine Position mehr. Das Team stand daraufhin schnell fest. Bjarne Stegelmann Vorschiff, Siri Segger Pit, Moritz Gießelmann Trimm, Henrik Peters Taktik und ich am Steuer. Wir alle waren dieses Jahr an verschiedenen Segel Projekten beteiligt und konnten unser neues Wissen aus diesen Projekten gut auf das neue Boot übertragen. Dies wurde uns am Trainingstag klar.

Donnerstag, 06.11.2025 Training: Einen Tag vor jedem Event gibt es die Möglichkeit zu trainieren. Dies war bei diesem Event aufgrund des neuen Bootes extrem wichtig. Doch bevor es zum Training gehen konnte, musste ich noch den Rest des Teams (Henrik und Siri) vom Flughafen abholen, leider hatte Henriks Flug ca. eine Stunde Verspätung, wodurch sich unser Trainingsslot auf 16 Uhr verschob. Im Club angekommen ging es direkt aufs Wasser zum Trainieren. Wir merkten schnell, dass das Boot sich sehr unterschiedlich zu der J70 verhielt. Träge am Ruder, dazu sehr kippelig und eine langsame Beschleunigung. Alles Eigenschaften an die wir uns am Donnerstag gewöhnen mussten. Unser Resümee vom Training war ganz klar, es funktioniert und wir können mit dem Boot umgehen.

Freitag 07.11.2025 Erster Wettkampftag: Am Freitag starteten wir mit einem Frühstück im Verein. Dies wurde netterweise an jedem Tag vom Veranstalter bereitgestellt. Gestärkt hörten wir gespannt dem Skippersbriefing zu und begaben uns anschließend auf den Katamaran, da auf dem Wasser gewartet wurde, mit allen Seglern welche nicht das erste Rennen segelten.

Warten katamaran

Samstag 08.11.2025 Zweiter Wettkampftag: Gut ausgeschlafen startete unser Tag morgens um 7:30 mit einer Dusche. Im Anschluss ging es zum Frühstück in den Verein. Da wir das erste Rennen des Tages hatten, gingen wir im Anschluss an das Frühstücks direkt auf unser Boot, bauten es auf und fuhren zum ersten Rennen hinaus. 9:30 auf dem Wasser: nach zwei Trainingsschlägen, wurden wir angefunkt, dass es doch bitte zu unterlassen sei, sich einzusegeln. Den Grund dafür kannte keiner... Der Wind an diesem Tag deutlich stärker als am Freitag, die Wettfahrtleitung entschied sich kurz vor dem Start dazu, das Setzen der Gennaker zu verbieten. Das hieß für uns, der Start und die erste Kreuz sind entscheidend.

So gingen an diesem Tag 4 Rennen sehr flüssig und eigentlich ohne Probleme über die Bühne. Naja bis auf eines... In diesem einen Rennen wurde uns vor dem Rennen gesagt, dass wir mit Genaker segeln dürfen. Soweit erstmal ganz gut. Wir fuhren unseren Start ganz normal, gewannen diesen und die erste Kreuz, wurden allerdings aufgrund eines Frühstarts an der Luvtonne herausgezogen.

Sieben Punkte mehr auf dem Konto hätten das Ganze für uns deutlich spannender gemacht, allerdings in die negative Richtung. Zu unseren Gunsten, fuhren auf dem ersten Vorwind Schenkel zwei Teams mit Gennaker und eines ohne. Das Rennen wurde daraufhin abgebrochen. Der Grund hierfür war, dass angeblich auf der Kreuz den Seglern per Funk mitgeteilt wurde, dass das Segeln mit Gennaker aufgrund zu viel Wind verboten ist. Die Hälfte der Boote hatte dies allerdings überhaupt nicht mitbekommen. Das Rennen wurde wiederholt und wir konnten das Rennen gewinnen.

Nach einem für uns erfolgreichen Tag ohne auch nur ein Rennen mit Gennaker zu segeln, ging es an Land, Tapas essen.

Sonntag 09.11.2025 Letzter Wettkampftag: Auch hier, wer hätte es gedacht, startete der Tag genau wie Samstag, Duschen, Frühstück und da wir wieder das erste Rennen hatten ab auf's Wasser und segeln. Auch heute wurde uns wieder erklärt, dass wir den Gennaker nur einmal setzen und direkt wieder einpacken dürfen. Da sie neue Gennaker für den letzten Tag gekauft hatten. Wir starteten mit dem Rausfahren und genauso wie angesagt, kein Wind und Spiegelglattes Wasser. (Bild von Drohne einfügen)

Wir warteten einige Zeit auf dem Wasser bis sich die ersten Streifen abzeichneten. Die Rennen konnten starten. Es wurden bis ca. 13:30 Uhr noch drei Flights der Qualifying Serie gesegelt, um dann mit der Final Serie zu beginnen. Die drei Qualifying Rennen konnten wir gewinnen und uns anschließend auf das Finale konzentrieren. Das Prinzip der Final Serie ist wie folgt:

Die ersten vier Teams segeln solange, bis ein Team zwei Rennen gewinnt. Der Clue ist, dass das erste Team der Qualifying Serie schon mit einem Race Win auf seinem Konto in die Final Serie geht. Das hieß für uns, nur ein Rennen gewinnen, um die Schale nach Hause zu holen. Durch einen nicht perfekten Start und einer Fehlentscheidung meiner Seite wurden wir im ersten Rennen 3….. Gewinnen konnte dies der San Francisco Yacht Club.

Im zweiten Rennen setzten wir unserem Plan perfekt um, Steuerbord Start hinter allen durch auf die Rechte Seite.

Start finale

An der ersten Tonne kamen wir mit weniger als einer Bootslänge Abstand als zweiter an, erster der San Francisco Yacht Club. An der Leetonnenrundung entschieden wir uns wieder für die rechte Kreuz Seite, dies war aufgrund der schnelleren Tonnenrundung und einem guten Bootsspeed ausschlaggebend. Wir überholten sie auf der Kreuz, dieses Mal waren sie eine halbe Bootslänge hinter uns. Von hier an war es ruhig bleiben und Nerven behalten.

Wir fuhren bis auf die Layline des Ziels, halsten und es konnte uns eigentlich nichts mehr vom Sieg trennen. Es war geschafft, zum ersten Mal in der Geschichte des NRV gewannen wir die Youth Sailing Championsleague.

Zieleinlauf abklatschen

In den letzten Zeilen möchte ich ganz herzlich im Namen des Teams bei unseren Partnern des Junioren Bundesliga Teams, ebenso wie bei den Partnern des Bundesliga Teams bedanken, ohne eure Unterstützung wäre diese Saison nie so abgelaufen und erfolgreich gewesen. Daher DANKE dafür, dass ihr uns so gut unterstützt. Ich möchte mich ebenso bei allen bedanken die sich in dieser Saison mit uns über die Titel gefreut haben, seien es Vereinsmitglieder, Freunde oder Familienmitglieder.

Abschließend noch ein persönliches Dankeschön an meine Freunde, welche mit mir dieses Jahr gesegelt sind. Die Jungs und Mädels werden häufig etwas vergessen, es heißt häufig der Steuermann hat das Event gewonnen, das ist doch aber völliger Schwachsinn, ohne das Team ist der Steuermann nichts. Daher DANKE, dass ihr es mit mir aushaltet und mit mir den ganzen Wahnsinn mit macht.

Ich hoffe ich habe beim Danke sagen niemanden vergessen, wenn doch tut es mir aufrichtig leid!

Auf eine hoffentlich ebenso oder noch erfolgreichere Saison 2026. Prost!!

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