Christoph Toepfer, Michael Koch und Markus Koy sind Deutsche Meister im Drachen. Mit nur einem Punkt Vorsprung vor Dirk Neukirchen (DYC), Lars Hendrikson und Georg Leonchuk sicherten sie sich den Titel nach einer Serie, die bis zur letzten Kreuz völlig offen blieb. Bronze ging an Philipp Kadelbach, Julian Ruhnke und Jan Jaspar Wagner vom VSaW – vier Punkte hinter dem Vizemeister.
Was für ein Showdown in Niendorf. Bei 45 Startern waren 19 Teams vom Norddeutschen Regatta Verein dabei, fünf Crews landeten in den Top Ten, des erneut außergewöhnlich hochklassigen Drachenfeldes.
Neukirchen war mit nur fünf Punkten Vorsprung in den letzten Tag gestartet – bei einem so engen Feld alles andere als sicher, dahinter lauerten Kadelbach und Toepfer, der als Führender der Rangliste angereist war. Der Entscheidungstag wartete nicht nur mit Nervenkitzel auf, sondern auch mit deutlich mehr Druck in der Luft. Über Nacht hatte es bereits viel Wind gegeben, eine entsprechende See mit Wellen hatte sich aufgebaut.
Der erste Start endete wie so oft mit allgemeinem Rückruf, der zweite unter Black Flag ebenso, und sechs Teams mussten die Bahn als Frühstarter verlassen – darunter Titeljäger Kadelbach, der somit aus dem Rennen schied. Erst nach dem dritten Anlauf hieß es „clear start".
Bis zur ersten Luvtonne hatte sich Dirk Pramann – Drachen-Commodore und NRV-Olympic-Team-Beiratsvorsitzender – mit Kilian Weise und Charles Nankin deutlich vom Feld abgesetzt, dahinter folgte Arnt Bruhns, der mit Bruder Söhnke, Sohn Jan-Rouven und Maurice Oster ein beeindruckendes Rennen segelte. Neukirchen hing am Heck von Toepfer, halste weg, als er eine Chance sah, noch mehr zu holen als an dessen Fersen zu bleiben – und verlor dabei, wie sich dann am Ende zeigte.
Toepfer, Koch, Koy gaben alles und machten ihr Rennen. Bis zur letzten Zielkreuz ging es vorne um wichtige Platzierungen: Jan Woortman, Caspar Dohse und Marcel Vockel wollte unbedingt noch vor Toepfer durchs Ziel, weil sie selbst punktgleich um Gesamtplatz fünf kämpften, konnte ihn aber nicht halten. Am Ende dieser letzten Wettfahrt feierte Pramann ein Bullet, vor Bruhns auf Platz zwei, Toepfer kam als Vierter ins Ziel, Woortman als Fünfter – und Neukirchen als Zehnter.
In der NRV-Bilanz folgten nach Toepfer auf Platz eins Pramann auf Rang vier, Woortman auf sechs. Dominik Heeschen segelte mit Bruder Cornelius und Kaspar Harsberg auf Platz acht, Nicola Friesen als schnellste Steuerfrau mit Michi Lipp und Martin Westerdahl auf neun. Arnt Bruhns komplettierte die NRV-Top-Serie auf Rang elf.
Pech hatte der international vorne mitfahrende Hannes Holländer: Er fand erst spät seine Form, kassierte dann aber zusätzlich eine Black Flag und konnte damit nicht mehr in die Top Ten fahren.
Bei den Corinthian-Ehrungen für die besten Amateurcrews ging Bronze an Arnt Bruhns, Silber an Woortman. Gold holte Kadelbach.
Acht Wettfahrten, ein Punkt zwischen Gold und Silber, vier Punkte zu Bronze – dichter geht es nicht in einer Klasse, in der jeder kleinste Fehler sofort mehrere Plätze kostet.
So sah es auch Katrin Adloff, im DSV-Präsidium zuständig für den Bereich Wettsegeln. Sie war als Mitglied der Jury während der IDM auf dem Wasser dabei. „Das Niveau in der Drachenklasse ist außergewöhnlich hoch. Trimm, Taktik und Bootshandling entscheiden hier über Sieg und Niederlage“, berichtet sie. „Wir mussten nur drei Proteste verhandeln. Verstöße wie unerlaubtes Pumpen wurden direkt auf dem Wasser geahndet.
Sehr souverän und ausgesprochen lobenswert agierte auch die Wettfahrtleitung um Noel Gonseth und Lukas von Hacht; zügig und offen in ihren Entscheidungen, dabei unaufgeregt und vor allem nah an den Seglern.
Tagessieger
1. Wettfahrt: Alexander Kudlich /Robert Stanjek/Philipp Blinn (POR 90)
2. Wettfahrt: Jan Woortman/Caspar Dohse/Marcel Vockel (GER 1221)
3. Wettfahrt: Christoph Toepfer/Michael Koch/Markus Koy (GER11)
4. Wettfahrt: Joachim Gensle/DavideOrtelli/Andrea Totis/Camilla Michilini (GER 1265)
5. Wettfahrt: Ingo Ehrlicher/Thomas Auracher/Diego Negri (GER77)
6. Wettfahrt: Christoph Toepfer/Michael Koch/Markus Koy (GER11)
7. Wettfahrt: Stephan Link/Frank Butzmann/Ingo Borkowski (GER 62)
8. Wettfahrt: Dirk Pramann/Kilian Weise/Charles Nankin (GER 16)
