More than ever! Was für eine Spannung! Der letzte Startschuss der Grand-Prix-Saison ist gerade verklungen, da geht es für die Drachen schon um noch mehr als „nur“ eine Regatta. Nach dem finalen Grade-1-Grand Prix vor der Côte d’Azur stehen die European Grand Prix Finals an, der Gesamtsieg der Serie wird in der wunderschönen Bucht vor Cannes ausgesegelt. Die besten 20 Steuerleute des Jahres treten an, segeln zunächst drei Fleetraces – danach liegt Dirk Pramann mit Kilian Weise und Charles Nankin in der Gesamtwertung vorn.
Erst dann schaltet das Format auf K.-o.-Modus. Aus den drei Quali-Läufen qualifizieren sich die besten acht für die nächste Runde, sie starten gemeinsam in den ersten Finallauf. Drei Boote scheiden aus, der Zweite der Vortageswertung kommt dazu; im nächsten Lauf fallen wieder drei heraus, bevor der Führende der Zwischenwertung einsteigt. Die letzten vier Teams tragen in einem einzigen Rennen die FLOW Trophy aus. Bei rund fünf Knoten Wind, wenig Welle und viel Taktik segelt sich Christoph Toepfer mit Markus Koy und Ruairidh Scott in dieses „Final Four“ – und gewinnt den entscheidenden Lauf. Direkt dahinter bringt Pramann sein Boot mit Weise und Nankin als Zweiter ins Ziel. Aus Hamburger Sicht: ein NRV-Doppelsieg im Finale einer Saison, in der die Drachen des Clubs noch weitere große Titel eingesammelt haben.
Christoph Toepfer: Grand Prix, Standfast Trophy, Deutsche Meisterschaft, FLOW Trophy: Den Grundstein für seine Position in der Serie legt Christoph Toepfer bereits mit einem Sieg beim Dragon Grand Prix in Imperia. Gemeinsam mit Markus Koy und Michael Koch gewinnt er dort die Regatta und sichert sich zugleich die Standfast Trophy für die Gesamtwertung des Dragon Grand Prix Circuits – als erstes deutsches und erstes NRV-Team. Grundlage sind der Erfolg in Imperia und konstant starke Platzierungen bei weiteren Grand Prix.
In Niendorf folgt der nationale Titel. Bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft im Drachen holt Toepfer mit Koch und Koy nach acht Wettfahrten den Meisterschaftssieg. Die Entscheidung fällt erst im letzten Rennen, am Ende steht ein Punkt Vorsprung auf Dirk Neukirchen. 45 Teams sind am Start, 19 davon mit NRV-Stander, fünf landen in den Top Ten – Toepfer vorneweg.
Mit dem Erfolg bei den European Grand Prix Finals und dem Gewinn der FLOW Trophy kommt der nächste Baustein hinzu. Vom Achtelfinale bis ins „Final Four“ segelt sich das Team Schritt für Schritt nach vorn und entscheidet den letzten Lauf für sich. In der Bilanz stehen damit Grand-Prix-Sieg, Standfast Trophy, Deutsche Meisterschaft und Finalsieg nebeneinander.
Dirk Pramann: Gold Cup: Parallel dazu sammelt Dirk Pramann Titel. Beim Dragon Gold Cup in Douarnenez startet er mit Michael Koch und Kilian Weise auf „Ingrid“. Der Gold Cup gilt als eine der legendärsten Trophäen überhaupt – über sechs lange Wettfahrten ohne Streicher, mit großer Flotte und voller Punktelast. Wer hier patzt, kann nichts „streichen“, jeder Platz zählt. Entsprechend wird der Gold Cup in der Szene oft als schwerer zu gewinnen eingeschätzt als eine Weltmeisterschaft.
Pramann und seine Crew segeln in Douarnenez eine fast durchgehend starke Serie mit nur einem Ausreißer und sonst ausschließlich Platzierungen im Vorderfeld. Am Ende gewinnen sie den Gold Cup mit klarem Vorsprung auf die internationale Konkurrenz – ein Erfolg, der in der Drachen-Historie des NRV einen besonderen Stellenwert einnimmt.
Der zweite große Erfolg in Douarnenez geht an ein weiteres NRV-Boot. Philipp und Nicola Dohse holen mit Volker Kramer und Marc Hess auf „Puck“ die Corinthian Trophy und damit den Sieg in der Amateurwertung. Gold Cup und Corinthian-Titel bleiben so in der Bucht, aber in zwei verschiedenen Wertungen, in der Hand von NRV-Teams.
Jan Woortman: Grade-1-Grand-Prix-Sieg in Skanör: Für den nächsten Eintrag in der Sieg-Liste sorgt Jan Woortman. Beim Swedish Grade 1 Grand Prix im schwedischen Skanör startet er mit Markus Koy und Diego Negri. In einem Feld mit starker internationaler Konkurrenz segelt das Trio mehrere Laufsiege und baut sich früh eine komfortable Ausgangsposition auf. Nach sieben Wettfahrten ist die Regatta so deutlich entschieden, dass das Team das letzte Rennen nicht mehr segeln muss – der Gesamtsieg steht fest.
Damit holt Woortman einen der vier Grade-1-Grand-Prix-Titel der Saison und fügt der NRV-Bilanz einen weiteren international beachteten Erfolg hinzu.
Niklas Ganssauge und Sven Kruse: Classic Dragon World Cup: Dass die Saisonbilanz nicht nur im modernen Grand-Prix-Zirkus auffällt, zeigt der Blick auf die Classic-Szene. Beim Classic Dragon World Cup im Rahmen des Robbe & Berking Sterling Cups auf der Flensburger Förde starten Niklas Ganssauge, Sven Kruse, Florian Spalteholz und Marcus Baur mit dem Holzdrachen NORTIC (GER 1250). Drei Wettfahrten an einem Tag, auffrischender Wind, Böen im oberen Bereich – am Ende liegt NORTIC in der Gesamtwertung vorne und gewinnt den Weltmeistertitel der Classic Dragons. Für das Boot ist es der erste Einsatz im Salzwasser seit Jahrzehnten, für das Team der erste große Titel im Classic-Bereich.
Hinter den Siegern geht’s erfolgreich weiter: Hinter diesen Siegen steht eine Flotte, in der viele Steuerleute und Crews regelmäßig in den vorderen Gruppen segeln. Bei der IDM in Niendorf landen neben Toepfer auch Dirk Pramann, Jan Woortman und weitere NRV-Steuerleute in den Top Ten. Nicola Friesen beendet die Meisterschaft mit Michi Lipp und Martin Westerdahl auf Rang neun und ist damit als beste Steuerfrau.
Bei internationalen Regatten wie dem Grand Prix am Attersee holen NRV Crews weitere Spitzenergebnisse: Michael Zankel segelt dort mit seiner Crew auf Platz zwei, Nicola Friesen wird bestes deutsches Boot und belegt Rang vier, Christian Einfeldt segelt auf Platz acht. Auch ohne Gesamtsieg stehen damit drei Boote aus dem Club in den Top Ten einer international besetzten Regatta.
In der Summe ergibt sich eine Saison, in der NRV- Drachen bei den großen Formaten der Klasse ganz oben stehen, von Cascais und Imperia über Niendorf, Douarnenez, Attersee und Skanör bis zur Flensburger Förde: European Grand Prix Finals mit Doppelerfolg, Internationale Deutsche Meisterschaft, Dragon Gold Cup, ein Grade-1-Grand-Prix-Sieg in Skanör, starke Ergebnisse beim Grade-1-Grand Prix am Attersee sowie der Classic Dragon World Cup – und noch viele, viele Einzelleistungen mehr.
Mal sehen was die Marblehead Trophy, die ab heute vor St.Tropez stattfindet, noch bringt!
Die Top Drei der Rangliste sind auf jeden fall schon mal sogesehen in NRV Hand: Pramann- Woortman-Toepfer. Sauber!