Eine manipulierte E-Mail, eine falsche Absenderadresse, eine geänderte Bankverbindung: Cybercrime setzt oft dort an, wo Abläufe vertraut wirken. Im Rahmen seines Vortrags bei der Senior Sailors Lounge 1868 zeigte Sönke Rasmussen von der Polizei Hamburg, mit welchen Methoden Täter heute arbeiten und welche Fragen Unternehmen, Vereine und Privatpersonen vor dem Ernstfall klären sollten.

Im Mittelpunkt standen aktuelle Formen digitaler Kriminalität: Phishing und Spear-Phishing, CEO Fraud, Business E-Mail Compromise, automatisierte Angriffe und Ransomware. Rasmussen stellte außerdem die Arbeit der Zentralen Ansprechstelle Cybercrime der Polizei Hamburg vor. Die ZAC berät Unternehmen, bietet Awareness-Schulungen an, begleitet Incident-Response-Übungen und unterstützt im Ernstfall als Kontaktstelle zu den ermittelnden Dienststellen.

Der Vortrag machte sichtbar, wie stark technische Angriffe und menschliche Routinen ineinandergreifen. Täter sammeln öffentlich verfügbare Informationen, nutzen Datenlecks, manipulieren E-Mail-Adressen oder setzen auf Zeitdruck. Gerade deshalb ging es nicht nur um Software und Systeme, sondern auch um klare interne Prozesse: Mehr-Faktor-Authentifizierung, sichere Passwörter, Rückversicherung bei geänderten Kontodaten, regelmäßige Updates, belastbare Backups und eine Fehlerkultur, in der ein falscher Klick früh gemeldet wird.

Auch der Ernstfall war Teil des Vortrags. Wer betroffen ist, sollte Ruhe bewahren, Schritte dokumentieren, Netzwerke trennen, Backups prüfen, aktive Sessions beenden und frühzeitig die ZAC kontaktieren. Die Polizei kann beraten, unterstützen und ermitteln. Sie ersetzt aber weder den IT-Dienstleister noch ein vorbereitetes Sicherheitskonzept.

Die Präsentation zum Vortrag steht HIER als pdf zum Download zur Verfügung.