FVR III - diese Regatta verlangt Geduld. Am Freitag liegt die Alster zunächst fast regungslos da. Erst gegen Abend kommt ein Hauch von Wind auf, gerade genug für zwei kurze Wettfahrten.

Auch der Samstag beginnt mit Warten. Bis 13 Uhr passiert nichts. Dann geht die Flotte doch noch hinaus. Einfach wird es nicht. Der Wind dreht, schläft wieder ein, baut sich neu auf. Ein Startversuch muss abgebrochen werden. Trotzdem kommen auch am Samstag noch drei zwar auch sehr kurze Rennen zustande.

Am Sonntag zeigt sich die Alster dann von ihrer besseren Seite. Bei zehn bis 14 Knoten und -für Alsterverhältnisse-  sehr stabilen Bedingungen kommen noch einmal drei Wettfahrten hinzu. Damit stehen am Ende acht Wettfahrten von drei Wettfahrtleitern  in der Wertung.

 Lars Ginap hatte den Hut an diesem Wochenende nicht allein auf, sondern auch Alexander von Holstein und Freddy Cichon. Gegenüber den Drachen wurde das mit einem Grinsen kommuniziert: Nicht nur die Boote seien im Rennen, sondern auch die drei Wettfahrtleiter in ihrem kleinen internen Wettstreit um die besten Wettfahrten. (Zur Info: Die Wettfahrtleiter einigten sich am Ende auf ein Unentschieden.)

Den Gesamtsieg des FVR III sichert sich  „WooDo“ mit Jan Woortman, Caspar Dohse und Marcel Vockel. Zweiter wird GER 1087 „Dirty Harry“ mit Dr. Dirk Rose, Jens Niemann und Dr. Michael Haidinger. Platz drei geht an GER 77  mit Dr. Ingo Ehrlicher, Anton Ehrlicher und Sönke Bruhns, die auf dem Boot von Drachen Commodore und NRV Olympic Team Beiratsvorsitzeden Dirk Pramann segelten.

Bei der Preisverteilung kommt dann noch eine ganz andere Geschichte dieses Wochenendes hoch. Als Dr. Rainer Heik dem aus Bayern angereisten Ingo Ehrlicher die Virginia-Zuckerdose überreicht, ist das Grinsen groß. Denn Ehrlicher war es, der die Idee zu diesem Preis vor vielen vielen Jahren im Spaß mit angeschoben hatte.

Als junger Student, während zweier Semester in Hamburg, segelte Ehrlicher auf der Alster bei Heik an Bord. Der ärgerte sich damals darüber, dass seine Crew zwar regelmäßig schnell an der Luvtonne war, daraus am Ende aber nichts machte. Ehrlichers trockener Rat: Dann stifte doch dafür einen Preis – dann gewinnen wir den!

Später, nach der Geburt seiner Tochter Virginia, setzte Heik den Gedanken tatsächlich um und stiftete die "Virginia-Zuckerdose". Seither wird sie an das Boot vergeben, das über die beiden Frühjahrsverbandsregatten an der Luvtonne am besten abschneidet.

Dass sie nun bei Ehrlicher landet, ist eine jener Wendungen, die kein Mensch erfinden muss und "drachentypischer" kaum sein kann.

Alle Ergebnisse bei m2s:

FVR III 2026 Drachen seen by ©Peter Kähl