Laufsieg im Grand Final, erster Event Sieg in Genf und ein Fanpreis noch vor dem letzten Start: Das German SailGP Team blickt auf eine Saison zwischen Strafpunkten, Aufholjagd und klarer Leistungssteigerung zurück. Das Saisonfinale in Abu Dhabi ist Anlass, die komplette Season von Dubai bis Abu Dhabi noch einmal zusammenzufassen. Zwölf Events, 32 Event Minuspunkte, 12 Strafpunkte für die Gesamtwertung und am Ende Platz neun in der Liga plus der Fan Award Most Improved. Ein Saisonrückblick von der Hypothek in Sydney zu Sieg, Podest und Fanpreis:
Kurz vor dem Grand Final in Abu Dhabi steht fest: Die Fans haben ihr Urteil gefällt. Das German SailGP Team wird mit dem SailGP Fan Award in der Kategorie Most Improved ausgezeichnet, als Team mit der deutlichsten Steigerung der Saison. „Stolz. Dankbar. Und doch hungrig auf mehr“, heißt es aus der Mannschaft. Die Auszeichnung gilt der gesamten Crew auf dem Wasser, dem Shore Team und allen Partnern, die den Weg durch diese Saison möglich gemacht haben.
Wenige Tage später folgt der sportliche Schlusspunkt dieser Entwicklung. Beim Mubadala Abu Dhabi Sail Grand Prix, dem offiziellen Saisonfinale der fünften SailGP Saison und der zweiten des deutschen Teams um Fahrer Eruk Heil, gewinnt das Team das Fleetrace Nr 1 und beendet das Event auf Rang sieben. In der Gesamtwertung der SailGP Season 5 (und der zweiten des Team GER) steht am Ende Platz neun. Die Saison 2024/25 ist damit geprägt von einem deutlichen Leistungssprung, der das Team von einem Neuling zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten in der internationalen Segel Elite werden lässt.
Ein Saisonstart mit Hypothek
Offiziell beginnt die SailGP Season 5 im November 2024 in Dubai. Beim Emirates Dubai Sail Grand Prix segelt das deutsche Team nach dem ersten Renntag zunächst auf Platz acht, fällt im Endergebnis aber auf Rang neun zurück. Sportlich ist das ein Auftakt im hinteren Mittelfeld, allerdings noch ohne Brüche.
Die Zäsur folgt im Februar 2025 in Sydney. Beim KPMG Australia Sail Grand Prix wird das German SailGP Team wegen drei Vorfällen im Training mit der bislang höchsten Strafe belegt, die die Serie für Trainingssituationen verhängt hat: 32 Minuspunkte für das Event, dazu 12 Minuspunkte für die Saisonwertung. Dokumentiert sind drei konkrete Zusammenstöße und Schäden: eine Kollision mit Red Bull Italy, bei der der deutsche F 50 in das Heck der Italiener fährt, eine Kollision mit Mubadala Brazil, bei der das ausweichpflichtige deutsche Boot den Bugspriet der Brasilianer beschädigt, sowie ein Flügelschaden am eigenen Katamaran beim Verlassen der Regattabahn.
Sydney endet sportlich auf Platz elf, die 12 Strafpunkte lasten von diesem Zeitpunkt an dauerhaft auf der Saisonbilanz. Erik Heil spricht von einem harten Tag, der Maßstab setzt, für die interne Analyse ebenso wie für das, was in der restlichen Saison noch möglich ist.
Schritt für Schritt aus dem Hinterfeld
Die Events im Frühjahr 2025 verlaufen ergebnisseitig im Mittelfeld. In Auckland beim ITM New Zealand Sail Grand Prix erreicht das deutsche Team Rang acht, beim Rolex Los Angeles Sail Grand Prix Platz sieben, in San Francisco und New York jeweils Platz zehn. Beim Emirates Great Britain Sail Grand Prix in Portsmouth steht am Ende Rang elf.
In der Tabelle schlägt sich die Hypothek aus Sydney deutlich nieder. Entscheidend ist in dieser Phase weniger ein einzelner Ausreißer nach vorn als eine Entwicklung in kleinen Schritten: stabilere Manöver, weniger vermeidbare Fehler in direkten Duellen, eine präzisere Umsetzung der Starts und Kursentscheidungen. Die große Schlagzeile folgt erst im Spätsommer, vorbereitet durch eine Serie von Ergebnissen, die das Team Schritt für Schritt nach oben bringt.
Der Spätsommer als Wendepunkt
Beim Germany Sail Grand Prix in Sassnitz segelt das deutsche Team auf Rang fünf, das erste Top fünf Resultat der Saison. In Saint Tropez gelingt beim Rockwool France Sail Grand Prix mit Platz vier der nächste Schritt nach oben. Beide Events markieren die Wende von der Rolle des Hinterfeld Teams hin zu einem Boot, das regelmäßig in der vorderen Gruppe ankommt.
Im September 2025 folgt in Genf der historische Höhepunkt. Beim Rolex Switzerland Sail Grand Prix steht das German SailGP Team zum ersten Mal in einem Finalrennen der Serie und gewinnt dieses Finale. Genf endet mit Platz eins im Event Klassement, dem ersten Sieg eines deutschen Teams in der Geschichte der SailGP. Vor dem Hintergrund der Strafpunkte aus Sydney erhält dieser Erfolg zusätzliches Gewicht: Aus einer Saison mit hoher Hypothek wird eine Saison mit einem klaren sportlichen Meilenstein.
Der Trend setzt sich im Oktober in Cadiz fort. Beim DP World Spain Sail Grand Prix zieht das Team erneut in das Finale ein und beendet das Event als Dritter. Damit stehen innerhalb weniger Wochen ein Event Sieg, ein weiterer Podest Platz und eine Serie von Ergebnissen in den Top fünf in der Bilanz.
Abu Dhabi als Spiegel der Saison
Das Mubadala Abu Dhabi Sail Grand Prix Grand Final Ende November 2025 bündelt viele Elemente dieser Saison. Die Bedingungen sind leicht, aber stabil genug für enge Rennen auf einem kleineren als üblichen Kurs, der präzise Manöver und schnelle Entscheidungen erzwingt. Mit dem neuen 27,5 Meter Wing, den das Team in den Trainingstagen vor Ort intensiv gefahren hat, gelingt zum Auftakt der Laufsieg in Race eins.
In den weiteren Rennen kann das Team sein Potenzial nicht durchgängig abrufen. Nach vier Fleetraces liegt das German SailGP Team auf Rang sieben, an dieser Position ändert sich bis zum Ende nichts mehr. In der sportlichen Kommunikation beschreibt die Mannschaft Abu Dhabi als Event, das die Saison widerspiegelt: harte Kämpfe, echte Teamarbeit, einzelne starke Läufe wie den Sieg in Race eins, aber auch verpasste Chancen, die im Klassement Punkte kosten.
Auch der Blick auf die internationale Konkurrenz gehört zu Abu Dhabi. Dylan Fletcher Scott und das Emirates Great Britain SailGP Team sichern sich den Gesamtsieg der fünften SailGP Saison, Nicolai Sehested und das Rockwool Racing SailGP Team gewinnen das Event in Abu Dhabi. Das German SailGP Team schließt die Saison in der Gesamtwertung als Neunter ab und kann dabei die 12 Minuspunkte aus Sydney nicht vollständig kompensieren.
Sichtbarkeit und Fanpreis
Parallel zur sportlichen Entwicklung wächst die Präsenz des German SailGP Teams in Deutschland. Das ZDF begleitet die Saison als offizieller Übertragungspartner, zeigt die Events live in der Mediathek und online bei sportstudio.de.
Der Fan Award "Most Improved" bildet am Saisonende die Schnittstelle zwischen dieser Sichtbarkeit und der sportlichen Leistungskurve und wird bereits vor dem Finale vergeben. Die Auszeichnung, die auf einem Fan Voting basiert, würdigt das Team als das in den Augen der Fans am stärksten verbesserte Boot der Saison. Dass sie an ein Team geht, das zuvor den höchsten Strafpunktwert der Serie hinnehmen musste, zeigt, wie deutlich die Entwicklung in der zweiten Saisonhälfte wahrgenommen wurde: vom ersten Top fünf Ergebnis in Sassnitz über Saint-Tropez, den Sieg in Genf und das Podest in Cadiz bis hin zum Laufsieg in Abu Dhabi.
Am Ende der SailGP Season stehen für das German SailGP Team zwölf Events, ein Event Sieg, ein weiterer Podest Platz, mehrere Top fünf Platzierungen, der neunte Rang in der Gesamtwertung und der Fan Award Most Improved in der Bilanz.
Oder wie es das Team beschreibt:
" Danke an alle Fans, Partner und Unterstützer, die uns überall begleiten. Eure Energie trägt uns!
Jetzt richten wir den Blick nach vorn: Perth, wir kommen - die Vorbereitung läuft auf Hochtouren.
Auf ein starkes 2026 - wir freuen uns riesig! ⛵🇩🇪 "