Wintertraining Teil I der 470er

Oktober Warnemünde GER

November Santander ESP

Wir freuen uns auf vier Wochen Erholung im Dezember, bevor wir am 4. Januar für 30 Tage nach Miami aufbrechen. Dort werden zwei Regatten und drei Trainings mit den Dänen und allen Deutschen den zweiten Teil des Wintertrainings bilden.
Heute schließen wir in Santander die letzte Trainingseinheit ab. In den letzten zwölf Tagen haben haben wir mit den spanischen und schwedischen Nationalmannschaften, sowie zwei Teams aus Finnland und Irland ein sehr offenens und effektives Training gestaltet.
Zwei Einheiten am Tag bei unterschiedlichsten Bedingungen bestritten wir morgens in Gruppen und nachmittags mit jeweils zwei Rennen alle zusammen. Bei einem Starterfeld von dreizehn Booten mit sehr gutem Niveau (Olympiateilnehmer aus SWE, GER und ESP) wurden alle gefordert.
Alle Trainer brachten sich mit Videos oder Tips und Ansichten zum Trimm sehr hilfreich ein, sodass wir viele Ideen und Eindrücke sammeln konnten.
Das Revier in Santander bietet alle Möglichkeiten. Innerhalb der Bucht segelten wir mit typsich binnenartigen Drehern und kurzer Welle. Je nach Trainingszeit konnten wir bis zu 15 Meter Strom „hinzufügen“.
Außerhalb der Bucht herrschte der „swell“ des Atlantiks. An der Steilküste brach die Welle eindrucksvoll. Die Verlockung war groß, eine dieser Wellen zu „surfen“.
Mit Steffi und Vivien, die uns dieses Training durch ihre Einladung erst ermöglichten, hatten wir wohl die schnellsten Partner des Trainings.
Auch in Spanien müssen alle Mitglieder der Nationalmannschaft und die Trainer an den Stützpunkt ziehen. Hier in Santander wurde ein sehr funktionales Segelzentrum gebaut, in dem Platz für 30 Gäste ist. Es war eine wirklich nette Atmosphäre in der ungewohnt offen Wissen und Erfahrungen ausgetauscht wurden.
Am Wochenende freuen wir uns auf das Winterfest im Verein, bevor wir in Warnemünde für die letzte Woche in dieser Saison die Segel hissen.
Am Tag unserer Verladung nach Santander, der 1.11.06,  stürme es in Warnemünde so stark, dass sich Boote losrissen oder von den Trailern geschmissen wurden. In Hamburg löste sich ein Containerschiff vom Kai. Für uns eine Bestätigung den richtigen Zeitpunkt für einen Aufbruch in den Süden gewählt zu haben. Unser Trainer Malte Philipp war mit dieser drei Wochen vorher entstandenen Idee netterweise einverstanden, und entließ uns aus dem täglichen Training in Warnemünde. Denn bis zuletzt war unsere Einladung nach Israel eine Option, die wir aber aufgrund des weitaus größeren Aufwands und der derzeitigen Lage fallen ließen.
Vorher bot Warnemünde ungewöhnlich konstantes Herbstwetter, und so wir konnten im Oktober sehr effektiv trainieren. Wochentags trainierten wir täglich zwei mal im Schnitt auf dem Wasser. Hinzu kamen noch drei Athletikeinheiten.
In der ersten Woche, es war noch kleine Uni, gingen wir drei mal an fünf Tagen aufs Wasser. Die erste Einheit vor dem Frühstück begann in Dunkelheit. Als wir den Leutturm vor Warnemünde erreichten, und die Sonne aufging, spürte man förmlich den Tag im richtigen Moment begonnen zu haben. In der folgenden Woche, das Wochenende hatte kaum zur Erholung gereicht, da wir die Berliner Meisterschaft auf dem Wannsee bestitten (3. Platz), gingen wir vor- und nachmittags Segeln. Vorlesungen und Seminare waren in der „Einführungswoche“ nur zum Teil von Bedeutung. Die letzte Oktoberwoche waren wir täglich einmal segeln und verbrachten den Rest des Tages in der Uni.

Ausblick:
Für den nun folgenden Dezember steht das Studium im Vordergrund. Vorgezogene Prüfungen, da wir die Prüfungszeit in Miami verbringen, Vorlesungen und Konditionstraining bilden den Tag. Es gilt Kraft zu tanken für die entscheidende Saison 2007, die wir ausgesprochen früh beginnen und in der wir nochmal einen ebenso großen Sprung wie den in diesem Jahr schaffen wollen und müssen, um an die Weltspitze anzuschließen.

Mit sportlichen Grüßen,
Euer 470 Olymic Sailing Team
Friedrich Gebert und Christopher Lorenz