Südamerikanische Meisterschaft 2006

Deutsche Tornadosegler in WM - Form bzw.

Segel-Supergau auf WM Revier vor Buenos Aires.

Johannes Polgar / Florian Spalteholz

Johannes Polgar und Florian Spalteholz (beide 29) konnten Bronze bei den Südamerikanischen Meisterschaften in Buenos Aires gewinnen. Nur eine Woche vor Beginn der Segelweltmeisterschaften im olympischen Tornadokatamaran zeigten sich die Weltranglistenzweiten vom NRV (Hamburg) in guter Form und sammelten bei diesem ISAF Grade 1 Worldcup weitere Weltranglistenpunkte.
Im Feld der 32 Teilnehmer aus 18 Nationen mussten sie sich nach 8 Rennen nur den Weltmeistern Echavarri/Paz (Spanien) und Bundock/Ashby (Australien) geschlagen geben.
"Wir sind sehr zufrieden mit dem gelungenen WM Test." freut sich Steuermann Polgar. "Unser WM-Material ist sortiert, wir sind fit, fühlen uns hier wohl und freuen uns auf die kommenden Rennen !"
Gesegelt wird in Buenos Aires auf dem Rio de la Plata, wo um diese Jahreszeit häufig starke südöstliche Winden gemessen werden. Auch bei den heutigen Finalrennen der Tornados wehte es mit bis zu 25 Knoten Wind. Es kam zu zahlreichen Kenterungen und Überschlägen. Polgar / Spalteholz, die vor den letzten beiden Rennen noch in Führung gelegen hatten, entschlossen sich mit ihrem Reservematerial zu starten, um keinen Materialausfall für die Weltmeisterschaft zu riskieren.
Am 1.12. starten in San Isidro / Buenos Aires ca. 50 Mannschaften zu den Weltmeisterschaften der olympischen Tornadoklasse. Für alle DSV-Mannschaften geht es um die Kaderqualifikation 2007 und das Ticket für die vorolympischen Regatten in Quingdao / China.
 
Weitere Infos :
www.powerpartner.de
Johannes Polgar 0170 / 4739520

 

Roland Gäbler / Gunnar Struckmann

Es wäre ja zu schön gewesen wenn es funktioniert hätte. Unser neues Segel-Design Konzept schien perfekt für die vorherrschenden thermischen Winde auf dem WM Revier vor Buenos Aires. Das Design des Großsegels sollte unsere Defizite bei 6-10 Knoten Wind ausgleichen.
Bei den Südamerikanischen Meisterschaften der Tornado-Klasse, der WM Generalprobe,  lagen wir nach 2 Tagen und 3 Leichtwind-Rennen in Führung. Dann passierte es am 3 Regattatag im 4. Rennen. Der Wind frischte auf bis 20 Knoten auf und wir befanden uns in den Bedingungen die wir besonders lieben.
Doch auf der 2 Kreuz an dritter Position liegend gab es auf einmal einen lauten Knall und unser Tornado geriet außer Kontrolle. Wir wurden im Trapez mit dem Boot nach Lee gerissen und konnten uns gerade noch aus dem Trapez aushängen, als sich das Boot vor uns von selber überschlug.
Man könnte es als Supergau des Katamaransegelns beschreiben. Denn ohne Rettungsboot wären wir wohl in große Probleme gekommen. Wir hatten den Kontakt zu Boot verloren und schwammen in der offenen See. Der Tornado driftete so schnell von uns weg, dass uns ein Rettungsboot aufnehmen musste um uns wieder zum Tornado zu bringen. Dort richteten wir das Boot wieder auf.
Doch das schlimme war nun, dass unser gutes Segel zerfetzt war und das abgerissene Segeltop am Mast hing und wir das Segel nicht bergen konnten. So war es nicht möglich das Reservesegel zu setzen. Erst im Hafen konnten wir alles bergen.
Wir versuchen dann noch mit dem Reservesegel das 6. Rennen zu segeln. Wir wurden 13. Doch schon während des Rennens macht die linke Schulter von Roland Probleme. Es schien so, als hätte sich bei der ganzen Kenter- und Bergeaktion die Schulter verdreht und sich ein paar Sehnen überdehnt.

So war nicht nur das Segel für die WM kaputt, sondern auch die Gesundheit angehauen. Schlimmer konnte es eigentlich nicht kommen.
Nun werden wir auf ein anderes Segel zurück greifen und hoffen, das wir dieses noch bis zum WM Start am 5. Dezember schnell bekommen. Zugleich hoffen wir, dass sich die angeschlagene Schulter schnell erholt. Die Winde sollen sich auch wieder beruhigen, so dass wir in 2-3 Tagen mit dem Training fortfahren können.

Viele Grüsse aus Buenos Aires,
Roland & Gunnar