Rolex Fastnet Race 2015

Ein denkwürdiges Rolex Fastnet Race ist zu Ende gegangen. Die 46. Ausgabe des Hochsee-Klassikers lockte die Rekord-Meldezahl von 356 Yachtcrews an, denen die wechselhaften Wetterbedingungen ein Höchstmaß an Taktik, Seemannschaft, Willenskraft und nicht zuletzt Geduld abverlangten. Gewonnen hat das Rolex Fastnet Race der Franzose Géry Trentesaux mit seiner Crew auf der 35-Fuß-Yacht COURRIER DU LÉON. Sein Sieg unterstreicht den sportlichen Charakter des Rennens, bei dem auch Amateurcrews die Chance haben, ganz oben auf dem Treppchen zu landen.

Start zum Rolex Fastnet Race 2015 im Solent; Foto: Rolex / Kurt Arrigo

Schon vor dem Start stand fest, dass die 46. Ausgabe des Rolex Fastnet Race eine besondere sein würde: Schließlich feiert das ehrwürdige Hochseerennen im Jahr 2015 sein 90. Jubiläum. Auch die Mitglieder des organisierenden Royal Ocean Racing Club (RORC) haben Grund zu feiern: Ihr Club wurde ebenfalls vor 90 Jahren, kurz nach Beendigung des ersten Fastnet Race, mit dem Ziel gegründet, „mehr Yachten zu ermutigen, Langstreckenregatten zu segeln.“


Die Startkanonen werden vor der Royal Yacht Squadron in Cowes abgefeuert; Foto: Rolex / Daniel Forster

Nicht nur das Rolex Fastnet Race und der RORC begehen 2015 ein wichtiges Jubiläum, auch die Royal Yacht Squadron, von deren Gelände am Solent aus die Regatta traditionell gestartet wird, feiert ihr 200. Jubiläum. Der Start des diesjährigen Rolex Fastnet Race markierte einen der Höhepunkte des Jahres voller Festakte.

Die Fülle der Jubiläen hat die ohnehin große Popularität des Rolex Fastnet Race noch gesteigert. In diesem Jahr lag das Limit für die in der IRC-Wertung startenden Yachten bei 340 Startern. 50 Yachtcrews starteten überdies in eigenen Wertungsgruppen, den sogenannten professionellen Klassen: Mehrrumpfboote (Multihulls), IMOCA Open 60, Class 40 und Figaro.

Als sich die elektronischen Tore zur Anmeldung für das Rolex Fastnet Race öffneten, brandete eine Welle an Meldungen hinein. Innerhalb von 24 Minuten war die Meldeliste voll. Nach dem harten Qualifikationsprozess, den Yachten und Crews für eine Teilnahme am Rolex Fastnet Race durchlaufen mussten, blieben insgesamt 356 berechtigte Starter übrig, von denen 312 in der IRC-Wertung antraten.

Dass das 46. Fastnet Race nicht als wahrer Klassiker in die Geschichte eingehen mag, ist dem launischen Wettergott geschuldet: Beim Start gab es wenig bis gar keinen Wind. Als die ersehnte Brise vor der Südwestküste Englands endlich einsetzte, wurde sie begleitet von alles durchdringendem Sprühregen. Insgesamt war es kein hartes, aber ein anspruchsvolles Rennen: Der erste Abschnitt war geprägt von schwachem Wind und sengender Sonne, die zweite Hälfte war ein klassischer Schlag zum Fastnet Rock und dann zurück zum Ziel vor Plymouth.


MOMO überquert die Ziellinie vor Plymouth; Foto: Rolex / Kurt Arrigo

Der Kampf um den Sieg über alles in der IRC-Wertung nahm im Rennverlauf eine überraschende Wendung: Lange schien es, als wären die größeren Yachten bei den leichten Windbedingungen bevorteilt. Mit ihren höheren Masten und der größeren Segelfläche war ihre Chance größer, den Windhauch einzufangen und ihn in Geschwindigkeit umzusetzen. Die deutsche Mini-Maxi MOMO von Dieter Schön (YCCS), auf der auch NRVer Robert Stanjek an dem Rennen teilnahm, legte ein phänomenales Fastnet-Debüt hin. Obwohl sie eine wesentlich kürzere Wasserlinie und weniger Technik-Features als die Maxi-Yachten mit ihren Schwenkkielen hat, ging die MOMO als viertes Boot ins Ziel und erschien für eine Weile als sichere Kandidatin für den Sieg über Alles.

Doch es sollte nicht sein. Der auffrischende Wind am Fastnet Rock setzte sich auf dem Kurs durch und gab den kleineren Yachten neue Hoffnung. Viele von ihnen hatten noch nicht einmal den Felsen gerundet, als die „Momo“ schon im Hafen von Plymouth festgemacht hatte. Sie wurde 38. in IRC-overall, gewann aber ihre Gruppe IRC Z mit 13 Teilnehmern. 


Die "Needles"; Foto: Rolex / Kurt Arrigo

Unter NRV Stander nahmen insgesamt sechs Yachten am Fastnet Race teil:

- LEU / Dr. Claus Löwe
148. in IRC-overall, 20. in IRC 1

- VINGA / Philipp Kay
159. in IRC-overall, 24. in IRC 1

- BROADER VIEW HAMBURG / Skipper:  Torben Mühlbach (HVS)
210. in IRC-overall, 35. in IRC 1

- HASPA HAMBURG / Skipper: Georg Christiansen
248. in IRC-overall, 8. in IRC Z

- RED / Matthias Müller von Blumencron
14. in Class 40

- GREEN / Volker Andreae
22. in Class 40

 

Quelle: Pressemitteilung Rolex Fastnet Race / Bericht: Stella Merck