Portimão Global Ocean Race

Als Erste auf der anderen Seite des Äquators. Deutsches Team auf der „Beluga Racer“ liegt bei Segelrennen um die Welt vorne.

Position 03° 49.02S – 31° 33.37W. Boris Herrmann und Felix Oehme (NRV), die beiden jungen Skipper an Bord der „Beluga Racer“, haben bei der Premiere des „Portimão Global Ocean Race“ für 40 Fuß (rund zwölf Meter) lange Segelboote als Erste den Äquator passiert. Nach jetzt 15 Tagen auf hoher See hat das Tandem aus Oldenburg/Kiel und Hamburg rund 270 Seemeilen Vorsprung vor der britischen Zweihand-Crew „Mowgli“, zehn weitere vor dem Duo aus Chile und sogar mehr als 500 Seemeilen vor dem südafrikanischen Team sowie dem
niederländischen Einhandsegler Nico Budel. Lediglich Michel Kleinjans aus Belgien kann auf der „Roaring Forty“ bei 150 Seemeilen Rückstand noch so etwas wie Anschluss halten. Nun sind die Deutschen in die südliche Hemisphäre eingetaucht. Boris Herrmann hat den Atlantik bereits als Solist in einem Boot überquert und kreuzt den „Großen Teich“ jetzt schon zum vierten Mal in diesem Jahr. Auch Felix Oehme ist Transatlantik-erprobt. Doch jetzt erforschen beide seglerisch neue Welten. „Dies ist keine Reise, es ist eine Expedition“, sagt
Boris Herrmann zu den bevorstehenden Monaten auf dem rauen Wasser der südlichen Hemisphäre. Vor der finalen Zielankunft in ungefähr 250 Tagen wird noch eine weitere Äquatorüberquerung stehen, dann zurück auf die Nordhalbkugel.

Das „Portimão Global Ocean Race“ – ein neues Segel-Event, das mehr auf die menschliche Leistung und weniger auf die Höhe der Budgets oder eine reine Materialschlacht ausgerichtet ist, womit es einen Gegenpol bildet zu anderen „Um-die-Welt-Rennen“ wie dem zeitgleich ausgetragenen Volvo Ocean Race – wurde am Sonntag, 12. Oktober 2008, in Portimão an der portugiesischen Algarveküste gestartet. Auf fünf Etappen mit Zwischenzielen in Kapstadt (Südafrika), Wellington (Neuseeland), Ilhabela (Brasilien) und Charleston (USA) führt es über 30.000 Seemeilen um die berühmten Kaps der Seefahrt, durch das wilde Südmeer, immer Richtung Horizont. Und erst im Sommer 2009 zurück nach
Portimão. Dann gilt die Welt als umrundet. Für die Segler ist das Bewältigen der zahlreichen Herausforderungen dieses Rennens das, was für Bergsteiger der Gipfelsturm auf dem Mount Everest ist: Ein großes Abenteuer, das nur sehr wenige Menschen in ihrem Leben bewältigen können.