„Peter von Seestermühe“ gewinnt ARC

Auch wenn die offizielle Ergebnisliste der Atlantic Rally for Cruisers erst nach der Siegerehrung am 21. Dezember veröffentlicht wird, können wir mit größter Wahrscheinlichkeit schon der Crew der „Peter von Seestermühe“ um Skipper Christoph von Reibnitz (NRV) zum Sieg gratulieren.

Die Crew der „Peter von Seestermühe“ vor der Abreise aus Gran Canaria; Foto: James Mitchell


Mit zehn Personen Besatzung überquerte die 18 Meter lange klassische Yacht von 1936 zum wiederholten Mal den Atlantik. So erlebte die Crew die Reise:

„Drei Tage lang haben verschiedene Spezialisten vergeblich versucht unsere Email-Anlage wieder zum Laufen zu kriegen. Obwohl wir alle Komponenten an Bord ausgetauscht haben, konnte auch auf dem Iridium-Server kein Fehler lokalisiert werden. So stachen wir also als freie Menschen in See.

Mit derart beschränkten Wetterinformationen entschieden wir uns anfangs für eine etwas südlichere Route als den empfohlenen direkten Großkreiskurs. Wir wollten dem Tief, welches von NO zu den Kanaren ziehen sollte, so schnell wie möglich davonsegeln. 

Nach einigen Tagen nahmen wir dann den direkten Kurs, die Bordroutine hatte sich nach anfänglichem Staunen bereits am dritten Tag wunderbar eingespielt. Es folgten nun Tage mit wenig Segelmanövern und viel frisch gefangenem Fisch bei gutem Vorankommen. Ohne die Positionsmeldungen der restlichen ARC-Flotte segelten wir unbeschwert auf direktem Kurs mit meist sehr schönem Wind. 

Im dritten Viertel hielten wir abermals etwas südlicher um einem großräumigen Gewittergebiet auszuweichen. Diese Information hatten wir über Funk von einem anderen Schiff erhalten. Wiederum ging die Rechnung auf und nach einem kleinen Gewitter an der SE-Ecke des besagten Gebietes, stellte sich herrliches Passatwetter ein. Wir lagen an Deck in der Sonne, über uns flog der Spinnacker nach St. Lucia und der Rudergänger steuerte ihm immer hinterher. Ganz besonders schön war die Harmonie in der Crew. Mit zehn Mann (7 Männer / 3 Frauen), Proviant für drei Wochen und der gesamten Karibikausrüstung recht voll gepackt, wurde es doch nie zu eng. Jeder hat sich schnell auf seine Art eingefügt. Kein böses Wort war je zu hören und so richtig wollte eigentlich niemand ankommen. Mehrere waren der Meinung der Atlantik könne gerne etwas breiter sein...

In großer Eintracht saßen wir nach Zieldurchgang zusammen und alle bekamen das breite Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Für uns „No-mail-boat-crew“ dann noch die Überraschung: Wir sollen die Gesamtsieger der ARC sein. So richtig glauben können wir es noch nicht...“

Karibische Weihnachtsgrüße,
Christoph von Reibnitz


Mehr Informationen unter www.worldcruising.com 

 


Foto: www.peter-von-seestermuehe.de