NRV Mitglieder starten bei der Transat Jacques Vabre

Auf der Transat Jacques Vabre, kurz TJV, hatte Boris Herrmann vor zwei Jahren bereits ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Bei seiner Premiere war der Hamburger Hochseesegler und NRV Mitglied mit dem Franzosen Thomas Ruyant 2017 an Bord des IMOCA Open 60 MALIZIA – Yacht Club de Monaco auf Anhieb Vierter geworden. Am kommenden Sonntag (27. Oktober) geht der 38-Jährige erneut auf die Kaffeeroute. Co-Skipper bei der 14. Auflage der Traditionsregatta von Le Havre in der Normandie nach Salvador de Bahia in Brasilien ist der Brite Will Harris. Die Regatta läutet zugleich das letzte Jahr der Vorbereitungen auf die Vendée Globe 2020/21 ein, bei der Boris als erster Deutscher allein nonstop um die Welt segeln wird. Auch die Brüder Sönke und Arnt Bruhns nehmen es mit den über 4.350 Seemeilen (mehr als 8.000 Kilometer) auf sich. Sie sind mit ISKAREEN eines der insgesamt 21 Class 40-Teams.

Will Harris und Boris Herrmann auf einem von MALIZIA's Foils; © TEAM MALIZA

Für Boris Herrmann ist dieser Klassiker nach dem Solo-Transatlantikrennen Route du Rhum im Mai, wo er starker Fünfter wurde, der zweite sportliche Saisonhöhepunkt. Zwischendurch brachte er im August zusammen mit dem Gründer vom Team Malizia, Pierre Casiraghi aus dem Fürstenhaus Monaco, die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg emissionsfrei von England nach New York. Der Trip wurde weltweit stark beachtet und lenkte große Aufmerksamkeit auf die globale Klimakrise. „Ich bin voller Vorfreude, dass es jetzt wieder in einen Wettkampf geht“, so Boris Herrmann, „und stolz auf das gesamte Team, dass es die MALIZIA so schnell perfekt vorbereitet hat.“ Auf der Rücküberführung von New York nach Europa war eine fünfköpfige Crew ohne Herrmann, zu der auch NRV Mitglied Arno Böhnert gehörte, bei einem Rekordversuch als Test für die Weltregatta The Ocean Race 2021/22 mit einem unbekannten Objekt kollidiert. Die 18,28 Meter lange Rennyacht musste in Saint-Pierre nahe Neufundland auf strukturelle Schäden untersucht werden, die letztlich nicht zu verzeichnen waren. Dadurch ging einige Vorbereitungszeit auf die TJV verloren.

Die MALIZIA – Yacht Club den Monaco segelt auch diese Regatta wie stets vollkommen emissionsfrei. Die von den Anbord-Systemen vor allem zur Navigation und zur Kommunikation benötigte elektrische Energie wird von den 1,3-Kilowatt-Solbian-Solarpaneelen sowie zwei Hydrogeneratoren erzeugt. Unterwegs wird automatisch der CO2- und der Salzgehalt des Meerwassers mit dem Sensor des SubCTech-Messsystems bestimmt. Die Ergebnisse fließen über die Projektpartner Max-Planck-Institut und Geomar in die globale SOCAT-Datenbank ein und helfen Wissenschaftlern bei der Analyse der Klimakrise, denn die Weltmeere nehmen mehr als 30 Prozent des von Menschhand produzierten Kohlendioxids auf.

Arnt und Sönke Bruhns haben erst im August beim berühmten Fastnet Race mit ihrer ISKAREEN teilgenommen und bei der Route du Rhum schnitt Arnt mit einem starken Platz 17 ab; © privat

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