AAR Update: First ship home!

Nach 11 Tagen, 00 Stunden, 04 Minuten und 35 Sekunden hat die "CQS" von Skipper und Eigner Ludde Ingvall die Ziellinie in Grenada überquert. Obwohl die Crew der 96 Fuß großen Supermaxi am neunten Tag in eine 40 Knoten starke Böe geraten ist und einige Stunden Zeit für nötige Reparaturen verlor, ist die "CQS" Sieger nach gesegelter Zeit auf der 1. Etappe der Atlantic Anniversary Regatta von Lanzarote nach Grenada. Der gesamten Besatzung geht es gut, den Monohull Rekord von 10 Tagen, 07 Stunden, 06 Minuten und 59 Sekunden hat das Team jedoch nicht schlagen können. Wer am Ende nach den Wertungssystemen IRC und ORC ganz oben auf dem Treppchen in Grenada stehen wird, ist noch nicht abzusehen. Sicher ist, dass die vorherrschend leichten Winde in der Anfangsphase des Rennens die schnellen Gleityachten viel Zeit gekostet haben. Es bleibt weiter spannend!

First ship home - "CQS"; Foto: RORC / James Mitchell

Die zehn deutschen Teams schlagen sich im internationalen Feld sehr gut. Allen voran die OUTSIDER von Tilmar Hansen (KYC) um die Steuermänner Thomas Jungblut (NRV) und Bo Teichmann, die mit dem aktuell vierten Platz in der Spitzengruppe mitsegeln. Mathias Müller von Blumencron (NRV) führt zum aktuellen Zeitpunkt die Class40 vor "MarieJo" mit nur 34 sm.


Der Tracker - die "CQS" hat Grenada bereits erreicht, die restliche Flotte ist noch unterwegs; Foto: Screenshot Tracker

Der inoffizielle Startschuss des Jubiläumsjahres fiel mit dem Start des RORC Transatlantic Race am 25. November vor Lanzerote. Das Rennen über den Südatlantik umfasst als Zubringer in die Karibik die erste Etappe der Atlantic Anniversary Regatta (AAR), welche im kommenden Jahr zum 150-jährigen NRV Jubiläum in Gestalt einer Regatta von Bermuda nach Hamburg ihren Höhepunkt findet. 

Die Stimmung auf Lanzarote war großartig, der Support der Marina Calero und das Management des RORC waren exzellent. Der NRV konnte unmittelbar vor dem Start Präsenz zeigen, auch um den zahlreichen Yachten unter NRV Stander „fair winds and following seas“ zu wünschen. Am Morgen des Starts ließ der Wind leider auf sich warten, was den NRV Offshore Vorstand Prof. Walter Gross-Fengels jedoch nicht daran hinderte auf dem Zuschauerboot den NRV Stander hochzuhalten, während sich die Teilnehmer über die Startlinie kämpften. Der Wind sollte nicht lange ausbleiben und schon in der ersten Nacht stiegen die Geschwindigkeiten bei so manchem Teilnehmer in den zweistelligen Bereich.

Für die Navigatoren begann eine extrem spannende Regatta mit der großen Frage: wo ist die beste Stelle die Doldrums zu überwinden, um in den Genuss der Tradewinds zu gelangen. Die Antwort fiel unterschiedlich aus. Während „No Doubt“ eine 20 % Strafe in Kauf nahm, um direkt Kurs Süd zu laufen, folgte der 96-Fuß Supermaxi „CQS“ als nächster, aber innerhalb der erlaubten Route. Die "Latona" von Joh. W. von Eicken blieb eisern bis zuletzt nördlich der Rhumbline, also der direkten Linie zwischen Start und Ziel.

Auf dem großen Teich wurden die vielen kleinen, internen Duelle zum Teil im Matchrace Modus fortgeführt. Die beiden unter NRV Stander segelnden Class40 „RED“ und „MarieJo“ schenkten sich nicht einen Meter, mehrere Führungswechsel zwischen den Tracking-Signalen inbegriffen. Auch die Nachwuchsteams des HVS und der SKWB hatten das Messer zwischen den Zähnen und blieben dicht beieinander, um in wechselnden Rollen zu verteidigen oder anzugreifen. Solche Positionskämpfe sind für viele Teilnehmer das Salz in der Suppe da sie die Intensität mit der gesegelt wird auch bei Langstrecken hoch halten.

Die „Varuna“ von Steuermann und Eigener Jens Kellinghusen (NRV) musste dagegen die Regatta bereits frühzeitig abrechen. Die Crew meldete einen Schaden am Rumpf. Der Ker 56 Racer kehrte zurück zum Starthafen in Lanzarote. Die gesamte Besatzung ist wohlauf.

Den Teams wird alles abverlangt und jedes für sich erlebt die Atlantik-Regatta auf seine eigene Weise. Die "Haspa Hamburg" z. B. machte vor wenigen Tagen eine erschreckende Feststellung, während einer Flautenzeit, wie Katrin Hilbert in einem Bordbericht schildert:

"[...] Neben einem Mastcheck und weiteren kleinen Reperaturen, die man in der Flaute angenehm machen konnte, mussten wir feststellen, dass wir im Laufe der letzten Tage eine dicke Fischerleine (siehe Foto) um unseren Kiel gewickelt haben. Keiner weiß wie lange wir sie geschleppt haben, aber nach Katrins Heldenhafter Entdeckung, konnten wir sie schnell entfernen, sodass wir endlich wieder den gewohnten Speed fahren können."


Foto: "Haspa Hamburg"

Auch in der Nacht nach dem 1. Advent gab es für die Crew um Steuermann Max Gaertner eine laute Überraschung: 

"Mit Einbruch der Dunkelheit verzog sich die Freiwache in die Kojen, die Adventsmusik (Last Christmas!) wurde ausgestellt und wir segelten konzentriert in die Nacht. Kurz nach dem Wachwechsel um 02:00 Uhr gab es einen unerwarteten Knall und unsere sorgfältig gewartete Tackline hatte aufgegeben. Der A3 flog wie bei einem geplanten Bergemanöver in Lee herum und nach einem knackigen "All Hands" fand der Gennaker sich schneller wieder unter Deck als ihm wahrscheinlich lieb war. Die mondhelle Nacht erleichterte uns das Klarieren und wenig später hatten wir das Segel wieder oben. Unserer Stimmung tat dem Ganzen keinen Abbruch [...]."

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