70 Jahre Glückstadt-Regatta

Auch die Glückstadt-Regatta feierte in diesem Jahr ihr Jubiläum - zum 70. Mal richteten der HSC zusammen mit dem NRV die traditionsreiche Regatta an der Elbe aus. Die beiden NRV Mitglieder Markus A. und Lukas Wiebel waren mit Team-Mitglied Tilmann Reis in ihrer Elb-H-Jolle dabei und berichten von der Jubiläumsregatta:

Foto: Pepe Hartmann

 

"Unter Dickschiffseglern gilt die Glückstadtregatta als lokales Auftakt-Rennen nach Handicap, bei dem es in Wedel ruhig los geht und später mit der erstarkenden Tide die Crew und die Boote dann gefordert werden. Wer genau gewonnen hat, erfährt man bei der Preisverleihung. Anders bei den Elb–H Jollen: Deren Felder von zehn Schiffen und mehr nutzen die beiden Rennen (Samstag nach Glückstadt und Sonntag zurück nach Wedel) als Leistungsschau für seglerisches Können, Revierkenntnisse und Durchhaltevermögen. Unsere GFK-Elb-H-Jolle „CHARM IV“ von der Werft Peter Knief, welche vor dem NRV Clubhaus an der Alster ihren Liegeplatz hat, wollten wir vom Fluss an den Strom bringen, um mit den dortigen Seglern die Kräfte zu messen. Diese haben vornehmlich Holzschiffe „aus Vaters oder Mutters Hand“ und kennen die Elbe von Kindesbeinen an.

Mit Start am Samstag bei Sonnenschein vor Wedel und östlichen Winden wurde dann auch nicht lange gezögert, mit Schwert und Ruder hoch, ging die Flotte vor Fährmannsand gleich direkt über die Stags, um bei Hochwasser der nachlaufenden Rest-Tide auszuweichen, für Kielboote undenkbar … .

Noch bei Lühesand lag das Feld von 11 Schiffen kompakt wie beim Start zusammen. Alte Holzschiffe mit noch älteren Segeln und wenig „Features“ konnten dabei mit den modernen Elb-H-Jollen mit nagelneuer Garderobe Paroli bieten, alles blieb offen.

Erst am nördlichen Ausgang Pagensand zeigten die vorausfahrenden Dickschiffe, dass die nördliche Außenkurve eigene Thermik aufwies und wohl auch vom Strom bevorteilt war, woraufhin die Entscheidung, dorthin zu gehen, belohnt wurde. Daniel Baum siegte knapp vor dem Rivalen Piet Hausschildt, wir wurden Dritter.

Nach Zieleinlauf sorgen das schöne Wetter und die wirklich perfekte Verköstigung von Arne Hirsch und Martin Borkmann sowie Niklas von Meyerink und Inken Brügge vor Ort für einen ausgesprochen gemütlichen und schönen Ausklang in der Halle der Yachtwerft Glückstadt.


Grillmeister Martin Borkmann und Arne Hirsch in ihrem Element; Foto: Pepe Hartmann

Nachdem also der Samstag mehr ein Geschwindigkeitsrennen war, entpuppte sich der Sonntag als taktische Kreuz zurück nach Wedel: Mit schon starkem Flutstrom im Nacken ging es für wieder rund drei Stunden zurück auf die Elbe, wo jetzt Fragen wie Innenkurve oder Außenkurve, vor oder hinter Berufsschiffahrt, Lenzen oder Durchfahren, etc. auf den Booten diskutiert wurden.

 

Nachdem wir uns die erste Stunde nach dem Start gut im Führungstrio der lokalen Mattadoren Piet Hausschild und dem amtierenden Meister Daniel Baum halten konnten, sorgte eine kleine Unachtsamkeit (etwas zu viel Außenkurze statt Innenkurve bei Pagensand – also nicht wie es wohl sein soll „bei Pagensand immer roter Tonnenstrich!") dafür, dass ein Teil der Flotte uns satt abhängen und die Führung halten konnte. Innerhalb der Spitze musste sich Daniel Baum zum Schluss bei aufbriesendem Wind gegen Piet Hausschild doch noch geschlagen geben. Piet, der 2/3 des Rennens hinter Daniel geblieben war, stellte damit wieder einmal unter Beweis, dass die Glückstadt-Regatta Geduld und viel Erfahrung erforderlich macht und am Schluss (immer) GER 300 ganz vorne landet. Die amtierende Vizemeisterin Nicola Rodenhausen unterstrich ihre Form und belegte nach Piet den zweiten Platz.

In der Gesamtwertung über beide Tage konnten zwei GfK Schiffe mit Holzdeck von Peter Knief sich im Feld der Vollholzschiffe am Ende gut behaupten und mit CHARM IV und HEIN MARIE die Plätzen 4 und 5 belegen, Piet gewann über alles vor Daniel.  

Wir danken Claus Dederke stellvertretend für die Wettfahrtleitung und freuen uns, auch 2019 bei der nächsten Glückstadtregatta als Alstersegler wieder von der Elbe lernen zu können.

CHARM IV 

Lukas Wiebel, Tilmann Reis, Markus A. Wiebel"