37. Schiffahrtsregatta: Hochsommerliches Wetter, schwache Winde und eine gelungene Party

Schöner kann segeln auf der spätsommerlichen Ostsee kaum sein. Früh am Morgen des 24. August versammelten sich 106 verschiedene Yachten im Startgebiet vor der Schleimündung zum Treffpunkt der Schifffahrtsbranche unter Segeln. Von der 65 Fuß großen Rennyacht MILAN über die Gewinneryacht des Volvo Ocean Race 2002 ILLBRUCK bis zu den wunderschönen Klassikern SENTA, ATHENA, FLEUR DE MER und PETER VON SEESTERMÜHE sowie zahlreichen Cruiser Racern waren verschiedenste Schiffstypen dabei.

Über 100 Yachten nahmen an der 37. Schiffahrtsregatta 2019 von der Schleimündung nach Ærøskøbing teil; © Sven Jürgensen

Bei leichten Winden fiel pünktlich um neun Uhr der Startschuss für die erste Startgruppe, wie immer stilecht von dem historischen dänischen Marinekreuzer LYRA abgegeben. Bei strahlendem Sonnenschein machten sich die Yachten mit Code Zero oder großer Genua auf den Weg zur ersten Tonne. Leider schlief im Laufe des Tages der Wind immer mehr ein, so dass die Wettfahrtleitung entschied, die Bahn zu verkürzen. Doch während die großen Yachten bei immer schwächer werdenden Winden noch ins Ziel kamen, schafften 42 Schiffe der Flotte das auf 16.30 Uhr angesetzte Zeitlimit nicht mehr. Unter Motor ging es ins hyggelige Ærøskøbing, wo jede der eintreffenden Yachten in der Hafeneinfahrt mit dem Geläut einer großen Schiffsglocke begrüßt wurde. Im Hafen dicht nebeneinander liegend wurden alle Schiffe mit den Flaggen der Regatta und denen der teilnehmenden Firmen über die Toppen geflaggt. 

Von Bord der FLEUR DE MER; © Sven Jürgensen

Nach dem traditionellen Spaziergang durch den pittoresken kleinen Ort, angeführt von dem örtlichen Spielmannszug, versammelten sich alle Segler im eigens aufgebauten Festzelt am Hafen zur feierlichen Abendveranstaltung. Dieter Gast, Geschäftsführer von Peter Gast Shipping, betonte in seiner Begrüßungsrede die Notwendigkeit des Miteinanders der maritimen Branche in einem schwierigen Marktumfeld. Die angespannte Sicherheitslage vor der Küste des Iran, die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China und weitere Umweltschutzbestimmungen nannte er als aktuell größte Herausforderungen für die Schifffahrt. „Ich freue mich, dass wieder so viele internationale Gäste an der Regatta teilnehmen und unsere deutschen Teilnehmer ihre internationalen Partner eingeladen haben“, sagte er. „Nutzt alle diese Veranstaltung, um miteinander zu sprechen, Kontakte zu knüpfen und gemeinsam den maritimen Wirtschaftssektor weiter zu stärken.“

Hamburgs Innen- und Sportsenator Andy Grote nahm zum ersten Mal an der Traditionsveranstaltung teil und segelte auf der FLEUR DE MER von Jens Ruppert (NRV) zusammen mit dem NRV Vorsitzenden Tobias König. Andy Grote betonte in seiner Rede den starken Zusammenhalt der Schifffahrtsbranche über Stadt- und Landesgrenze hinweg und lobte das gemeinsame Segeln und zusammen Sport treiben als gemeinschafts- und identitätsstiftend.

Senator Andy Grote (hinten Mitte) und NRV Vorsitzender Tobias König (hinten rechts) an Bord der FLEUR DE MER von Familie Ruppert; © Sven Jürgensen 

Auch die HASPA HAMBURG des HVS war wieder dabei, auf der viele NRV Mitglieder mitsegelten:  Andreas Christiansen, Dr. Harald Vogelsang, Uli Wachholtz, Dr. Georg Mecke, Hermann Ebel, Wibke Borrmann, Hjalmar Stemmann und Dr. Hanns Ostmeier ( Vorsitzender HVS); © Hinrich Franck

Tobias König nutzte bei der feierlichen Preisverteilung einen kurzen Moment, um eines der NRV Jubiläumsbücher zusammen mit Alexander Holstein an Ole Wej Petersen, Bürgermeister der Gemeinde Ærø, zu übergeben. In seiner kurzen Rede auf Englisch betonte er die große Verbundenheit des NRV mit der Schiffahrtsbranche und die Bedeutung, die dieses Event seit Bestehen im Terminkalender des NRV hat.

Zum Abschluss der Preisverteilung kündigte Dr. Karsten Liebing (Geschäftsführer der Hammonia Reederei), zusammen mit Karsten Fach (Marine Service GmbH) an, dass es für die schnellste klassische Yacht einen neuen Preis geben wird. Dieser „Peter Gast Gedächtnis Preis“ ehrt den Mitbegründer und langjährigen Organisator der Regatta, der die Veranstaltung, die als Wettfahrt zwischen einigen Schifffahrtskaufleuten begann, in den vergangenen Jahrzehnten zu einem bedeutenden Network-Event der maritimen Branchen ausbaute.

Das gut gefüllte Festzelt während der Übergabe des NRV Jubiläumsbuches an Ole Wej Petersen, Bürgermeister der Gemeinde Ærø; © Sven Jürgensen

Die Durchführung der Regatta wird von den Wettfahrtteams der drei Vereine Norddeutscher Regatta Verein (NRV), Kieler Yacht Club (KYC) und Segler-Vereinigung Altona-Oevelgönne (SVAOe) geleistet.

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