Legenden

Jede Generation des NRV hat ihre eigenen Highlights, Histörchen und Segelstories. Unvergessen sind die hoch oder allerhöchst angesiedelten: Daß der Kaiser häufiger Ragattagast in Hamburg oder Kiel war und der NRV am Rande des Protokolls Politik ermöglichte. Daß man gegen Majestät segelte und zurückhaltend auf den Sieg verzichtete, was einmal bedauerlicheweise nicht vermeidbar war und "Willem" vergrätzte. Und daß Prinz Heinrich Miteigner und Segelpartner eines NRV-Mitglieds war.

Allerhöchster Besuch der Neuzeit war anno 1965 der von Queen Elizabeth im NRV, als sie dem NRVer Uli Libor den von ihr gestifteten Queens-Cup überreichte. Manche segelnden Monarchen von Norwegen bis Griechenland oder deren Sprößlinge zählten und zählen zu den Freunden von NRV-Mitgliedern, die als IOC-Funktionäre den einen oder anderen auch schon mal diskret privat bewirteten.
Zu solchen Renommier-Legenden kommen die   abenteuerlicheren: Wie NRV-Mitglieder als Hamburger Kaufleute mit NRV-Stander an ihrer "Fiona" Ostafrika erkundeten und von Sansibar aus in der Kolonialpolitik mitmischten, wie frühe Nordatlantik-Regatten gelangen, wie spontane Konsortien Yachten finanzierten und in Prestige-Wettfahrten schickten, wie in Übersee in Leihbooten Überraschungssiege gelangen und wie Freundesgespanne über Jahre alle Preise in angestammten und sogar neuen Klassen abräumten.
In der hochlebendigen Clubgeschichte, die den NRV mit gleich drei Kriegs- und Nachkriegszeiten prüfte, sind starke Persönlichkeiten die Garanten für Kontinuität und Innovation, Traditionslust und Fortschrittsneugier gewesen. In Krisenzeiten haben diese NRV-Persönlichkeiten immer wieder den Überlebenswillen des Clubgeistes gestärkt. Der will jeder nachwachsenden Generation gönnen, was sie wie die Altvorderen oder Alten Herren aus dem Segelsport schöpfen können: Vergnügen und Selbstfindung, Sportsgeist und Freundschaften, Heimatgefühl und Horizont. Manche nennen das die NRV-Identität.



Hohe Ehre:
Anno 1965 stiftete Queen Elizabeth II. den Queen's Cup, der NRV trug Zivil,
vor den Kaiser trat man einst in Gala