11.07.2012

Wenn der Kopf nicht mehr mitspielen will!

Vom 30. Juni bis 8. Juli segelte NRV Youth Team Mitglied Philipp Roitsch vor Lignano Sabbiadoro im Norden Italiens , nahe Slowenien. Hier fand bei leichten Winden und sommerlichen Temperaturen die Europameisterschaft der Bootsklasse Optimist statt.

Über 150 Opti-Segler waren bei den Jungs am Start - Foto: Andrea Pierini

Zur EM der Optimisten qualifizieren sich in der Regel Segler aus verschiedenen Vereinen, darum organisiert die Klassenvereinigung eine gemeinsame Betreuung durch einen Trainer und einen Teammanager. Trainer Carsten und Managerin Birgit haben alles gut im Griff gehabt und sich rührig um die jungen Talente gekümmert. Um den Kopf frei zu bekommen war sogar ein Ausflug nach Venedig vorbereitet.

Leider lässt sich nicht alles so beeinflussen wie man es für sein Team gern hätte. Auf den zum Teil sehr flauen Wind hat niemand Einfluss und dass nur die Hälfte der Teams eine Klimaanlage im Zimmer hatte, fällt auch erst dann auf, wenn es auch Nachts heiß ist und man an einem Punkt angekommen ist, an dem man eine Wohlfühlumgebung nötig hat.

NRVer Philipp Roitsch, der nur knapp die Qualifikation zur WM verpasste, hätte gar nicht motivierter in die Europameisterschaft starten können. In der letzten Vorbereitungswettfahrt am letzten Trainingstag mit den Teams aus sieben Nationen war Philipp sogar sechster und ging mit positiven Gefühlen in die EM.

Philipp gewann die erste EM- Wettfahrt souverän. Plötzlich wurde er ambitioniert und wollte ganz vorne mitfahren, als dann der Schock kam. Die Wertung ging nicht in die Ergebnisliste ein, Philipp hatte einen BFD (Frühstart bei schwarzer Flagge)und die Ausschreibung erlaubte nur ein Streicher.

Am zweiten Tag wollte er nun alles richtig machen. Mit dem Druck, keinen Fehler mehr machen zu dürfen, können aber nur wenige junge Sportler umgehen. Und auch Philipp muss dahingehend noch einiges dazulernen. In der ersten Wettfahrt des zweiten Tages kollidierte er in der Nachstartphase beim Wenden mit einem anderen Boot, circa 30 Meter nach dem Start. Wie und was da passiert war und wer letztendlich Schuld an der Kollision gehabt hätte, konnte er im Nachhinein gar nicht mehr genau erklären. Da er aber das Gefühl hatte, von den Schiedsrichtern beobachtet zu werden - er wollte ja auf keinen Fall noch einmal disqualifiziert werden - kringelte er zweimal und war dann erst einmal Letzter.

Das zweite Rennen des zweiten Tages lief dann auch ganz schief, Philipp stand 20 Sekunden vor dem Start gut aufgestellt in der ersten Reihe, als er angepfiffen wurde. Während alle anderen starteten, musste Philipp von der Linie wegfahren und kringeln. Ab hier spielte sein Kopf dann nicht mehr mit. Taktische Entscheidungen zu treffen - ab jetzt ein Glücksspiel. Eine Platzierung in der ersten Hälfte hätte drin sein sollen, aber manchmal geht eben alles daneben. Sobald er den Frust aber verdaut hat, wird Philipp wieder von sich reden machen, nach dem Sommer dann in Berichten über die Bootsklasse Laser.

 

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Bericht: Manuel Weiland