27.08.2012

Eike Martens wird Vize-Juniorenmeister im Pirat

Dass auch zwei Lasersegler auf einem Zweimannboot harmonieren können, ist spätestens seit „Team Schadewaldt/Baumann“ und ihrer diesjährigen Olympiateilnahme im 49er bekannt. So wagten auch wir zwei Laserrecken (Fabian Gielen und Eike Martens), wenn auch nur kurz, den Sprung in ein Zweimannboot und lieferten den Beweis bei der diesjährigen Junioren Europameisterschaft der Piraten am Lipno-See in Tschechien prompt.

Fabian und Eike auf dem Siegerpodest (links) in Tschechien - Foto: Team Martens/Gielen

Wir segelten auf einem sehr kleinen Abschnitt des Lipno-Sees, ein extrem kleines Segelrevier und damit für uns sehr gewöhnungsbedürftig. Am Montag fand nach der Vermessung das Practice Race bei circa sieben bis zehn Knoten Wind aus Thermikrichtung statt. Zunächst kamen wir am Start gut weg, mussten dann aber auf der Zweiten Kreuz mit ansehen, wie eine Handvoll Boote auf der linken Seite mit Überhöhe, aber trotzdem mehr Wind an uns vorbeizogen. Von da an war klar, der See wird nicht einfach werden. Ob Streckbugsegeln oder doch noch die alt bewährte Seitentaktik aufgeht, war uns bis kurz vor Start der ersten Wettfahrt am Dienstag nicht ganz klar. Nach etwa dreistündigem Warten an Land setzte die Thermik am Mittag ein. Wir hatten einen Bombenstart aus der rechten Mitte heraus und kamen gut ins Rennen. Bis zum Schluss ließen wir die Seitenwahl noch offen. Am Ende hieß es für uns Platz drei nach einem verpatzen Spi-Mannöver.

Trotz dessen ein guter Einstieg in die Serie. Im zweiten Rennen ließen wir uns jedoch nicht die Butter vom Brot nehmen, kassierten kurz vor Ziel die Führenden Benjamin Schnepf und Fabian Jäckel aus Teterow und gewannen das Rennen mit guten taktischen Entscheidungen knapp. Im dritten und vierten Rennen des Tages nahm der Wind allerdings spürbar ab und die unverhofften Dreher ließen das Regattageschehen zu einem unkalkulierbaren Risiko werden. Nur wenige Meter entschieden darüber, wer die kurzfristig neu einsetzende Thermik am besten Nutzen konnte. So waren wir am Ende des Tages doch sehr erfreut, dass nach unserem zweiten Platz in der dritten Wettfahrt, das vierte Rennen, welches wir überwiegend auf Platz zehn verbrachten, abgebrochen wurde. Mit einem Punkt Abstand zu den führenden Teterowern ein sehr gutes Tagesergebnis.

Da der Gradientwind gegen die Thermikrichtung stand, setzte auch am zweiten Regattatag die Thermik erst schwach am Nachmittag ein. Kurz vor 18:00 Uhr wurde die erste Wettfahrt angeschossen. Wir starteten aus der Mitte heraus und konnten mit dem Linksdreher sofort auf Steuerbord wenden. Unsere direkten Gegner lagen alle unter uns in Lee und parkten zu unserer Freude in der Flaute ein. Als führendes Boot näherten wir uns dann dem letzten Gate, als die Wettfahrtleitung aufgrund des abflauenden Windes und eines 40 Grad Drehers die Wettfahrt abbrach. Sehr ärgerlich für uns, hätten wir doch nur noch den Halbwindschenkel ins Ziel segeln müssen und damit die Gesamtführung übernehmen können.

Auch der dritte und damit letzte Regattatag sollte zu einem Nervenkrimi für uns werden. Es war klar, dass der zweite Platz uns nicht mehr zu nehmen war und ein Ergebnis unter den ersten Zwei den Tag freibiertechnisch nur noch teurer hätte machen können. Egal, wir wollten jetzt gewinnen! Um Punkt 15:00 Uhr erfolgte der Start. Wir entschieden uns für die Rechte Seite auf der deutlich mehr Wind war. Die Teterower versackten nach einigen Metern bei uns in Luv und mussten auf die linke Seite wenden. Die Platzierungen wechselten von Sekunde zu Sekunde. Wir erreichen die erste Marke als Dritter, jedoch unter Spi…..vorbei! Die Wettfahrtleitung bricht ab. Von Enttäuschung war nur kurz die Rede. Auch die MSC-Crew um Johnny Peters und Simon Zweigler konnten mit Platz neun zufrieden sein.

Für uns war es ein tolles Erlebnis und eine schöne Abwechslung zum Laser-Segeln. Wir haben nicht nur unseren Teamgeist neu entdeckt, sondern auch eine schöne Atmosphäre während der gesamten Euro an Land miterleben dürfen. Die Piratenklasse ist und bleibt halt einfach eine große Familie. Schade war nur, dass selbst bei einer U-25 Junioren-Europameisterschaft nur 28 Crews an den Start gingen. Vielleicht werden bei der nächsten JEM an der Elbe in zwei Jahren wieder mehr Meldungen zu verzeichnen sein. Und vielleicht ist ja dann die ein oder andere Crew aus Hamburg bis dahin mit dabei….ein tolles Erlebnis! Zum Schluss möchten wir uns ganz herzlich beim NRV, besonders bei Lars Raschdorf, für die Bereitstellung des Bootes bedanken.


Ergebnisse

 

Bericht: Fabian Gielen und Eike Martens