Die Tour de France à la Voile hat begonnen
Ein modernes Kielschiff mit sportlichem Rigg, Squaretop-Großsegel und Gennaker. Eine Crew aus Amateuren, die in Frankreich gegen Regattafelder segelt, in denen sich auch die Elite der französischen Segler miteinander misst. Eine Kombination aus Kurzwettfahrten, Mittelstrecken und 250-Meilen-Wettfahrten in Küstennähe. Stoff genug für ein spannendes Projekt: Tour de France à la Voile 2012. Start war am 29. Juni 2012 in Dunkerque in Nordfrankreich.
Die Tour de France ist vor wenigen Tagen gestartet und die M34 „ISKAREEN“ ist gut vorbereitet. Das erste Jahr haben wir 2011 abgeschlossen, inzwischen steuert die Saison 2012 auf ihren Höhepunkt zu: die Tour de France à la Voile. In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir trainiert und das Schiff optimiert, jetzt kann es losgehen.
Die Saison begann im März mit einigen kurzen Trimmschlägen vor dem Winterlager in Laboe in der Kieler Bucht. Das Training für die Tour de France absolvierten wir dann an vier verlängerten Regattawochenenden in Frankreich. Während dieser Zeit haben wir viel gearbeitet, gelernt und Frankreich genossen.
Wir starteten beim ersten Event der Volvo Drive Race- Serie über das Osterwochenende in La Trinité-sur-Mer in der Bretagne. Die „Spi Ouest Intermarché“ brachte ca. 400 Boote von der Jolle bis zur Kielyacht aufs Wasser. Die ausgefeilte Organisation des Geschehens auf dem Wasser und an Land illustrierte den Stellenwert, den der Segelsport in Frankreich und besonders in der Bretagne hat. Wir fühlten uns an den letzten Sommer erinnert und freuten uns, wieder in Frankreich zu Gast zu sein.
12 Teams starteten in der M34, die Wettfahrten waren von eher schwachen Winden um die 6-10 Knoten geprägt. Gründonnerstag war für uns ein Trainingstag, Karfreitag segelten wir vier Kurzwettfahrten. Das Feld zeigte sich bereits zu Beginn der Saison leistungsstark, so dass wir nur einige Achtungserfolge in den Rennverläufen erzielen und uns mit dem neunten Rang zufrieden geben mussten. Samstag und Ostersonntag segelten wir jeweils drei Wettfahrten, am Ostermontag zwei weitere. Bei diesem ersten Trainingswochenende hatten wir noch teilweise mit Schwierigkeiten am Material zu kämpfen, die wir während der nächsten Trainings in den Griff bekamen.
Das zweite Event der Serie fand in Douarnenez im Département Finistère statt. Der „Grand Prix Guyader“ hatte ein etwas kleineres Feld, es starteten acht M34 bei starken bis stürmischen Winden. Während der vier Segeltage konnten wir uns im vorderen Mittelfeld behaupten, ein 3. Platz in den Kurzwettfahrten und der 5. Platz auf der Mittelstrecke ließen Fortschritt erkennen. Besonders während der Mittelstrecke bewährte sich einmal mehr das Toughbook, das uns die Firma Panasonic zur Verfügung stellt. Das Event diente der Crew, die die Atlantik-Abschnitte auf der Tour de France segeln wird, als Trainingswochenende und die Bedingungen passten perfekt dazu.
Himmelfahrt starteten wir zum dritten Trainingsevent, diesmal trafen sich neun M34 Teams in Brest zum „Grand Prix Ecole Navale“. Vier sehr abwechslungsreiche Segeltage gaben uns Gelegenheit, die ganze Palette an Trim und Taktik zu trainieren. Windgeschwindigkeiten zwischen 5 und 25 Knoten und plötzliche bretonische Regengüsse störten das konzentrierte Segeln dank der vollständigen Ausstattung mit Marinepool Ölzeug nicht. Highlight der insgesamt 9 Wettfahrten war wieder einmal die Mittelstrecke, die wir mit einem 4. Platz nach einem malerischen Kurs über die Bucht von Brest abschlossen.
Das vierte Trainingsevent fand in der ersten Juniwoche in Le Havre statt. Die „Normandy Sailing Week“ brachte elf M34 aufs Wasser und uns einen letzten Motivationsschub. Neben Kurzwettfahrten segelten wir eine Mittelstrecke, die uns von Le Havre um die Isle of Wight und zurück führte. Ein Highlight des Rennens war für uns, als viertes Schiff im Feld in den Solent einzulaufen. Nach 28 Stunden gingen wir als siebte ins Ziel. Die Offshore-Segler in unserer Crew sind über solche Rennen besonders glücklich und die Kurzwettfahrt-Spezialisten sind in den übrigen Tagen der Serie auch auf ihre Kosten gekommen. Die Langstrecke gab uns außerdem die Gelegenheit unseren Navigator für die Tour de France, Hervé Gautier, kennenzulernen.
Damit war unsere Trainingsserie abgeschlossen, wir haben viel gelernt, geübt und herrliche Stunden in Frankreich auf dem Wasser und an Land verlebt. Als Resultat können wir ein exzellent vorbereites Schiff, eine hoch motivierte Crew und einige Erfolge auf den Wettfahrtbahnen verzeichnen. Da wir als Amateur-Team starten und Beruf und Studium uns ebenfalls fordern, teilen wir die Etappen der Tour auf knapp 30 Segler auf, die sich nacheinander Pinne, Fall und Schot in die Hand geben werden.
Die Tour de France führt uns in den vier Juliwochen von Dunkerque und Dieppe die Atlantikküste entlang, an Les Sables d’Olonne vorbei nach Saint-Cast le Guildo und Roscoff bis Talmont. Vier Atlantiketappen sind dabei zu bewältigen und in den Etappenhäfen werden jeweils Kurzwettfahrten ausgetragen. Die beiden letzten Etappen finden im Mittelmeer statt, von der Costa Brava starten wir in Richtung Côte d’Azur. In La Seyne-sur-Mer findet die Tour de France ihren schließlich ihren Abschluss.
Bericht: Caroline Hagenberg
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