19.09.2012

Die 5.5 m IC World Championship 2012 in Boltenhagen

Einen Tag früher als geplant beendeten die 5.5er ihre vom NRV ausgerichtete 50. Weltmeisterschaft in Boltenhagen am Donnerstag, den 13. September 2012. Ein Tagessieg und ein siebter Platz sicherten der Artemis XIV (NOR 57) mit Skipper Kristian Nergaard, Trond Solli Sæther und Johan Barne den Weltmeistertitel. Zweifacher Weltmeister Flavio Marazzi wurde mit Stefan Hatka und Marc Friedrich auf der Ali-Baba (SUI 224) Vizeweltmeister und der deutsche Segelheld Jochen Schümann steuerte die Oro Nero (GER 55) gemeinsam mit Eigner Henning Ueck und Ole Hansen auf den dritten Platz.

Die Criollo-Crew am letzten Regattatag - Foto: Peter Kähl

Sieger der Evolution-Wertung wurde die Criollo (GER 30) von NRV Präsident Andreas Christiansen, der mit Carsten Kemmling (NRV) und Haymo Jepsen (FSC) segelte. Sie schlugen das nächstbeste Evolution-Boot, den Hankø Evolution Cup 2012-Gewinner Matti Muoniovaara mit der My Shout (AUS 82), überlegen mit 53 Punkten Abstand und konnten in der Gesamtwertung auf Platz 16 sogar vier der Modern-Schiffe hinter sich lassen. Auch Christiansen’s Crew fuhr gleich in Wettfahrt zwei ihren Streicher ein: „Wir haben uns taktisch für die falsche Seite entschieden und wurden mit einem 29. Platz bestraft obwohl wir an der letzten Tonne Achter waren. Da waren wir natürlich schon vorbelastet. Insofern waren wir sehr froh, dass wir in Folge eine kontinuierliche Reihe von guten Platzierungen erreichen konnten.“

Am letzten Tag herrschten leichte Winde, keine idealen Bedingungen für Evolution-Konstruktionen, die baubedingt deutlich schwerer sind als Modern-Boote. „Es kam also darauf an, die Konkurrenz auf Abstand zu halten. Das ist uns gelungen“, freut sich Steuermann Christiansen.

In der Wertung der Classic-Schiffe, die in den olympischen Jahren der 5.5er-Klasse gebaut wurden, führte Lutz von Meyerinck (SVAOe/HSC) mit Sohn Felix von Meyerinck (NRV) und Oscar de Felice (NRV) auf der Blueprint (GER 33) von der ersten bis zur letzten Wettfahrt. Mit dem Sieg des Royal Kaag Classic Cup 2012 in Tasche startete der Hamburger zuversichtlich in die Rennen und holte drei Top 20-Ergebnisse. Die 45 Jahre alte Yacht, die als eine der ersten 5.5er mit separatem Ruder entworfen wurde, konnte am ersten Tag sogar sämtliche teilnehmende Evolution-Boote hinter sich lassen und gewann für den 21. Platz der Gesamtwertung den Quail Cup, einen Wanderpreis für das beste Classic-Schiff der Weltmeisterschaft.

Möglich gemacht wurde die diesjährige Weltmeisterschaft mit täglichem Stegbier nach den Wettfahrten und Abendveranstaltungen von den Partnern des Events. „Wir hatten eine sehr gute Woche und eine sehr soziale Woche. I glaube nicht, dass ihr bei vielen Regatten wart, wo es jeden Tag eine Party mit Freibier, Essen und allem gibt. Das ist ein Rekord bis jetzt“, sagte der frischgebackene Weltmeister Nergaard während der Siegehrung unter zustimmendem Lachen der 5.5er-Segler.

Hier finden Sie Bilder und Ergebnisse.

 

Bericht: Deike Flemming